Kinder- und Jugendschutz

Nationales Zentrum Frühe Hilfen gründet "Bündnis gegen Schütteltrauma"

Logo des Bündnisses gegen Schütteltrauma
Das Bündnis gegen Schütteltrauma klärt über die Gefahren des Schüttels von Kleinkindern und Säuglingen auf© Bündnis gegen Schütteltrauma

Mit der Gründung eines bundesweiten Bündnisses will das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums über die Gefahren des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern aufklären.

Langanhaltendes, unstillbares Babyschreien ist häufig der Auslöser für das Schütteln eines Babys. Um Schütteltraumata bei Säuglingen und Kleinkindern zu verhindern wird das NZFH in Kooperation mit den Bündnispartnerinnen und Bündnispartnern Eltern über die gesundheitlichen Folgen des Schüttelns informieren. Dazu gehören Ratschläge, wie sie mit einem schreienden Baby umgehen können und wo sie unkompliziert Unterstützung finden.

Mit dem Bündnis gegen Schütteltrauma unterstützt das NZFH regionale und bundesweite Präventionsmaßnahmen und Unterstützungsstrukturen. Ziel des gemeinsamen Engagements ist es, alle Eltern und werdende Eltern zu erreichen. Denn zu den Themen Schütteltrauma und Schreiverhalten von Säuglingen besteht Aufklärungsbedarf.

Eine repräsentative, bundesweite Umfrage von Mai 2017 zeigt: 42 Prozent der befragten 1.009 Frauen und Männer haben den Begriff Schütteltrauma noch nie gehört. 24 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass Schütteln "vielleicht nicht so schön für ein schreiendes Baby ist, ihm aber auch nicht schadet". Rund 66 Prozent der Befragten weiß nicht, dass es eine bestimmte Schreiphase im Säuglingsalter gibt.

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Das Bündnis gegen Schütteltrauma informiert Eltern über die gesundheitlichen Folgen des Schüttelns, gibt Ratschläge und unterstützt

Kopfverletzungen wie das Schütteltrauma,sind bei Säuglingen und Kleinkindern die häufigste nicht natürliche Todesursache. Jährlich werden schätzungsweise zwischen 100 und 200 Säuglinge und Kleinkinder mit Schütteltrauma in deutsche Kliniken gebracht. Zwischen zehn und 30 Prozent der geschüttelten Kinder sterben. Zwei Drittel der überlebenden Säuglinge und Kleinkinder leidet lebenslang unter den Folgen des Schüttelns. Sie umfassen Krampfanfälle sowie geistige und körperliche Behinderungen.

Im Juli hatte der Beirat des NZFH im Rahmen des zehnjährigen Bestehens des Zentrums die Gründung des Bündnisses begrüßt und seine Unterstützung zugesagt. Verbände, Vereine und Einrichtungen aus der Kinderheilkunde, der Gynäkologie, der Rechts- und Allgemeinmedizin, dem Kinderschutz sowie der Kinder- und Jugendhilfe haben bereits Interesse angemeldet, dem "Bündnis gegen Schütteltrauma" beizutreten.

Um die Nachhaltigkeit der Präventionsmaßnahmen sicherzustellen, verankert das NZFH diese in den bundesweiten Netzwerkstrukturen in den Frühen Hilfen, die 2012 durch das Bundeskinderschutzgesetz fest verankert wurden. Die Frühen Hilfen verfügen über ein flächendeckendes Netzwerk in allen Kommunen Deutschlands. Sie unterstützen Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder in den ersten drei Lebensjahren. Im Fokus stehen der Gewaltschutz und ein gesundes Aufwachsen der Kinder.