Kinder- und Jugendbildung

Kompetenzen für eine soziale, kulturelle und politische Teilhabe lernen Kinder und Jugendliche nicht nur in der Schule. Vor allem jenseits formaler Leistungsanforderungen, in der Gruppe mit Gleichaltrigen und in der Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen, Bedürfnissen und Träumen können Kinder und Jugendliche ihre Talente entwickeln und ihre eigenen Vorstellungen umsetzen.

Außerschulische Bildungsangebote gibt es viele; zum Beispiel im Bereich Sport, Politik und Kultur oder in der Internationalen Jugendarbeit. Auch in Jugendverbänden können sich Kinder und Jugendliche engagieren. All diese Angebote sind freiwillig. Idealerweise setzen diese an den unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten junger Menschen an.

Das Bundesjugendministerium fördert seit vielen Jahren die bundeszentralen Strukturen der Kinder- und Jugendbildungslandschaft in Deutschland und ermöglicht damit ein breites Angebot.

Politische Kinder- und Jugendbildung bestärkt junge Menschen in ihrer Entwicklung zu selbstbestimmten, demokratisch handelnden Bürgerinnen und Bürgern. Sie fördert den individuellen und gemeinsamen Meinungsbildungsprozess über gesellschaftliche und politische Vorgänge sowie Selbstbewusstsein, Teilhabefähigkeit und die Lust, sich einzumischen. Gelernt wird an konkreten Fragen des Lebens - dort, wo Kinder und Jugendliche in der Lage sind, etwas zu tun, sich zu engagieren und mitzuwirken.
Der Bund fördert die Träger der politischen Jugendbildung mit den ihnen angeschlossenen Einrichtungen.

Zudem vergeben die Träger regelmäßig den Preis für politische Bildung. 2017 wurde unter anderem ein Filmprojekt aus dem Berliner Stadtteil Neukölln ausgezeichnet, in dem Kinder in den Herbstferien eine Bürgermeisterwahl in ihrem Bezirk nachspielten.

Durch kulturelle Bildungsangebote entwickeln Kinder und Jugendliche ihre Persönlichkeit und nehmen an der Gesellschaft teil. Kulturelle Bildung schafft Freiräume für Kinder und Jugendliche, in denen sie sich ausprobieren und eigene Standpunkte entwickeln können. Theater spielen, Musik machen, Jonglieren, Schreiben, Filmen, eigene Bilder entwerfen - all das bestärkt junge Menschen, einen eigenen Ausdruck zu finden und sich selbstbestimmt mit ihrer Lebenswelt und der Gesellschaft auseinanderzusetzen.
Mit Bundeswettbewerben wie MIXED UP, "Jugend musiziert", " Rauskommen", und Preisen wie zum Beispiel dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Medienpreis "Leopold", dem Deutschen Jugendfotopreis und vielen mehr fördert das Bundesfamilienministerium diese Teilhabe.

Im Sport suchen Kinder und Jugendliche vor allem Spaß, Anschluss und individuelle Bestätigung und den Kick gegen Langeweile. Aber Beweglichkeit, Schnelligkeit, Geschicklichkeit, eine selbstbewusste Einstellung zum eigenen Körper und die Freude an der Verausgabung sind für viele junge Menschen immer weniger selbstverständlich. Dabei fördern Sport, Spiel und Bewegung die Gesundheit, den seelischen Ausgleich, das soziale Verhalten, stärken das Selbstwertgefühl, steigern die Leistungsfähigkeit und bieten sozialen Rückhalt in der Gruppe oder im Verein.

So tragen zum Beispiel die Bundesjugendspiele dazu bei, junge Menschen für ein sportliches Engagement zu gewinnen. Durch die Teilnahme an den Spielen erhalten Kinder und Jugendliche Gelegenheit, ihre individuelle sportliche Leistungsfähigkeit zu prüfen und zu verbessern. Vielseitigkeit und Übungen im Team sind wichtige Aspekte der Bundesjugendspiele.

Kinder- und Jugendverbände sind Experimentier- und Erfahrungsfelder für die Partizipation von jungen Menschen. Hier lernen sie für ihr künftiges selbstbestimmtes politisches Leben. Gleichzeitig erfahren die Jugendlichen auch, was es heißt, Verantwortung für andere zu übernehmen. Jugendverbände sind selbstorganisiert und eigenverantwortlich, parteilich für Kinder und Jugendliche und werteorientiert.
Organisiert sind die Jugendverbände im Deutschen Bundesjugendring (DBJR). In den angeschlossenen Verbänden sind rund sechs Millionen Jugendliche organisiert, zum Beispiel bei den Pfadfindern, der Jugendfeuerwehr oder bei religiösen Verbänden.

Über den Innovationsfonds unterstützt das Bundesfamilienministerium auch Einzelvorhaben. Der Innovationsfonds steht von 2017 bis 2019 unter dem Motto "Flucht, Migration, Heimat und Religion - Was hält unsere Gesellschaft zusammen?". In acht Projekten gehen junge Menschen in unterschiedlicher Weise der Frage nach, welche Erfahrungen und Erlebnisse geflüchtete Menschen mitbringen. Ziel ist es, gemeinsame Wertvorstellungen herauszuarbeiten, sodass sich junge Menschen mit Migrations- oder Fluchterfahrung als Mitglieder einer lebendigen demokratischen Gemeinschaft identifizieren können.