Integrationen und Chancen für Jugendliche

Richtlinien "Garantiefonds Hochschule"

Junge Frauen und Männer sitzen an einem Tisch und bearbeiten gemeinsam eine Aufgabe
Junge Migrantinnen und Migranten auf dem Weg ins Studium© BMFSFJ

Im Auftrag des Bundesjugendministeriums vergibt die Otto Benecke Stiftung e.V. Zuwendungen nach den Richtlinien Garantiefonds Hochschulbereich (RL-GF-H) an junge Flüchtlinge, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler.

Ziel der Förderung: jungen Zugewanderten bis 30 Jahren, die in Deutschland die Hochschulreife erwerben, ein Hochschulstudium anstreben oder fortsetzen möchten, eine zügige Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen - insbesondere durch die Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache. Über die Richtlinien werden insbesondere studienvorbereitende Deutschsprachkurse gefördert, die mit einem Zertifikat abschließen.

Neugestaltung der Richtlinien ab Januar 2017

Die Richtlinien wurden im September 2016 grundlegend überarbeitet. Förderberechtigt sind neben Familienangehörigen von Spätaussiedlerinnern und Spätaussiedlern sowie jungen Zuwanderinnen und Zuwanderern bis 30 Jahren nun auch die nachreisenden Ehegattinnen und Ehegatten von Asylberechtigen und anerkannten Flüchtlingen. Dies ist insbesondere mit Blick auf die Sprachförderung für Frauen ein Gewinn, da nachreisende Ehegattinnen selbst nicht über den Flüchtlingsstatus verfügen und bisher nicht gefördert werden konnten.

Mit der Neugestaltung der Richtlinien wird der steigenden Nachfrage an hochqualifizierenden Deutschsprachkursen für Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge Rechnung getragen. Das Angebot fokussiert sich zudem stärker als bisher auf den voruniversitären Bereich.

Bildungsberatung mit Ausbildungsplan

Die Förderung erfolgt durch eine passgenaue Bildungsberatung und durch die Gewährung eines Stipendiums. Die Beratung wird durchgeführt von der Bildungsberatung Garantiefonds Hoch-schule (GF-H), die an 22 festen und über einhundert mobilen Standorten tätig ist. Die Bildungs-beratungsstellen prüfen die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Förderung einschließlich der Eignung für den angestrebten Ausbildungsweg. Anschließend erstellen die Beraterinnen und Berater mit den Ratsuchenden einen Ausbildungsplan und unterstützen sie bei dessen Umset-zung.
Stipendien werden für folgende Maßnahmen geleistet:

  • Deutschintensivsprachkurse mit dem Abschlussziel C1 GER; bei Studienbewerberinnen und Studienbewerbern die Testabschlüsse: Deutsch als Fremdsprache (TestDaF) bezie-hungsweise die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH)
  • Englischintensivkurse für Studienbewerberinnen und Studienbewerber mit Hochschulzu-gangsberechtigung (HZB) ohne Englischvorkenntnisse (Abschlussziel B1/B2 GER)
  • Sonderlehrgänge zum Erwerb der Hochschulreife
  • Studienkollegs

Die Stipendien beinhalten:

  • Unterrichtskosten (soweit diese nicht durch die Länder geleistet werden)
  • Kosten des Lebensunterhalts / Unterkunftskosten
  • Notwendige Kosten für Nachhilfeunterricht (bei Studienkollegs und Sonderlehrgängen)
  • Notwendige Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte
  • Eingliederungsbedingt notwendige Kosten (beispielsweise Übersetzungen und Aner-kennung von Vorbildungsnachweisen)

Leistungen nach den RL-GF-H sind nachrangig zu Leistungen aufgrund von Rechtsvorschriften. Leistungen wie zum Beispiel nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) müssen vorrangig in Anspruch genommen werden.

Die Förderungsdauer beträgt bis zu (maximal) 30 Monate.