Gleichstellungsorientierte Berufs- und Studienwahl

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Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und Elke Büdenbender, Schirmherrin der "Initiative Klischeefrei" (Mitte), mit Projektpartnerinnen und -partnern am 21. Mai 2019 auf der 2. Fachtagung der Initiative© Phil Dera

Um eine Berufsorientierung und Berufsberatung anzustoßen, die sich an den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen orientiert und nicht an der Geschlechtszugehörigkeit, vereint die "Initiative Klischeefrei" bundesweit Akteurinnen und Akteure aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Forschung. Diese setzen sich aktiv für eine geschlechtsunabhängige Berufs- und Studienorientierung ein. Ziel ist es, geschlechtersensibles Arbeiten in der Berufsberatung zu einer Kernkompetenz aller beratenden Fachleute zu machen. Durch das Zusammenwirken aller mit Berufs- und Studienorientierung befassten Institutionen - darunter Schulen, Sozialpartner, Politik und Wissenschaft - sollen Geschlechterklischees überwunden werden. Damit werden Jugendliche zu einer Lebens- und Berufsplanung entsprechend ihrer Talente und Möglichkeiten befähigt, unabhängig von ihrem Geschlecht. Deutlich über 200 Partnerorganisationen haben sich der Initiative bisher angeschlossen.

Eine solche gleichstellungsorientierte Berufswahlbegleitung bringt jungen Frauen und Männern vielfältige Lebensentwürfe nahe. So können sie ihren eigenen Lebensweg freier gestalten und lernen, wie sie ihre individuellen und familiären Zukunftsvorstellungen während des Erwerbslebens später verwirklichen können.

Eine gleichstellungsorientierte Berufs- und Studienwahlbegleitung macht auf die Chancen und Risiken, die mit der Berufswahl verbundenen sind, aufmerksam. Sie zeigt Wege auf, wie diese fair verteilt werden können, um Risiken wie Altersarmut durch lange Zeiten der Erwerbsunterbrechung zu verringern.

Das Webportal der "Initiative "Klischeefrei" bietet alltagstaugliches (Unterrichts-)Material, Hintergrundinformationen und Beispiele gelungener Praxis zur geschlechtersensiblen Berufsorientierung. Es richtet sich an Fachkräfte aus der Frühkindpädagogik, aus Schulen und Hochschulen, aus Unternehmen und Gewerkschaften sowie aus der Berufsberatung, aber auch an Eltern.

Genderkompetenz weiter ausbauen

In der "Initiative Klischeefrei" arbeiten all diejenigen zusammen, die geschlechtersensible Berufs- und Studienwahlbegleitung bereits anbieten oder künftig anbieten wollen. Die Kooperationspartner verpflichten sich, in ihrem eigenen Arbeitsbereich Genderkompetenz auf- und weiter auszubauen. Sie überprüfen, ob ihre eigenen Methoden, Materialien und Medien geschlechtersensibel sind, überarbeiten diese wenn nötig und stellen sie für den Austausch und die Veröffentlichung zur Verfügung. Im Rahmen dieser Kooperation können Evaluationen und Forschungsvorhaben gemeinsam entwickelt werden und dazu beitragen, die Wirksamkeit der Maßnahmen zu steigern.

Alle am Berufswahlprozess Beteiligten sind eingeladen, die Website für ihren Arbeitsalltag zu nutzen und sich an der Kooperation zu beteiligen.