Helene Weber-Kolleg

Gleichstellung und Teilhabe

Helene Weber Kolleg

Mit dem bundesweiten, parteiübergreifenden Netzwerk setzt sich das Bundesfrauenministerium gemeinsam mit der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF) Berlin seit 2011 für mehr Frauen in der Politik ein.

Gerade in der Kommunalpolitik gibt es nach wie vor zu wenige Frauen: Nur etwa ein Viertel der kommunalen Parlamentssitze in Deutschland sind von Frauen besetzt. In den kommunalen Führungspositionen ist es sogar noch gravierender: Nur etwa 10 Prozent der Rathäuser und Landratsämter werden von Frauen geführt. Dabei werden gerade in den Kommunen, wo die Demokratie ihre Basis hat, Männer und Frauen gleichermaßen gebraucht.

Benannt ist das Kolleg nach Helene Weber, einer der vier Mütter des Grundgesetzes. Gemeinsam mit Frieda Nadig, Elisabeth Selbert und Helene Wessel erkämpfte sie 1949 die Aufnahme des Gleichberechtigungsartikels Art. 3 Abs. 2 GG "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" in das deutsche Grundgesetz. Die Fortführung und Weiterentwicklung des Helene Weber Kollegs ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben.

Um mehr Frauen für die Politik zu gewinnen, setzt das Helene Weber Kolleg auf mehrere Säulen: den Helene Weber Preis, Mentoring und Coaching, die Wanderausstellung "Mütter des Grundgesetzes" sowie Aktionen vor Ort und internationale Austauschprojekte. Auch Workshops für Schülerinnen, Migrantinnen und junge Flüchtlingsfrauen zur Stärkung der politischen Partizipation werden angeboten.

Helene Weber Preis

Mit dem Helene Weber Preis zeichnet das Bundesfamilienministerium seit 2009 herausragende Kommunalpolitikerinnen aus. Eine unabhängige Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von politischen Stiftungen, des Deutschen Frauenrates und der kommunalpolitischen Spitzenverbände wählt die Preisträgerinnen aus. Die Auszeichnung richtet sich an Neueinsteigerinnen in der Kommunalpolitik, unabhängig von ihrem Lebensalter. Diese dürfen ihr Mandat in der ersten oder maximal in der zweiten Wahlperiode ausüben. Das Vorschlagsrecht liegt bei den Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die Bewerberinnen zur Aufstellung ermutigen.

Mit dem Helene Weber Preis ist die konkrete Förderung der Preisträgerinnen verbunden. Neben der Vergabe des Preisgeldes in Höhe von 10.000 Euro für die Hauptpreisträgerin erhalten alle Preisträgerinnen ein individuelles Coaching zur Planung ihrer politischen Laufbahn sowie Training und Unterstützung beim Aufbau ihres Netzwerks. Die Preisträgerinnen wirken im Helene Weber Kolleg als Vorbilder und Botschafterinnen für mehr Frauen in der Kommunalpolitik mit.

HWK-Mentoring

Das HWK-Mentoring hat zum Ziel, interessierte Frauen an die Kommunalpolitik heranzuführen und das Erfahrungswissen bereits kommunalpolitisch aktiver und erfolgreicher Frauen weiterzugeben. Im Mentoring begleiten und fördern Mentorinnen jeweils eine Nachwuchskraft. Die Mentorinnen sind kommunale Mandatsträgerinnen aller politischen Parteien, viele von ihnen wurden mit dem Helene Weber-Preis ausgezeichnet. Die Mentees sind politisch interessierte Frauen, die in der Regel bisher noch kein Mandat haben.

Mentorin und Mentee bilden sogenannte Tandems - zu zweit arbeiten sie rund neun Monate zusammen und tauschen sich regelmäßig aus. Ein professionell organisiertes Rahmenprogramm strukturiert die Mentoringbeziehung und bietet Qualifizierungsmöglichkeiten, Training und Vernetzung.

Wanderausstellung "Mütter des Grundgesetzes"

Die Wanderausstellung "Mütter des Grundgesetzes" würdigt das politische Engagement von Helene Weber, Frieda Nadig, Elisabeth Selbert und Helene Wessel im Parlamentarischen Rat 1948/49, die überparteilich zusammengearbeitet und den Gleichberechtigungsartikel im Grundgesetz verankert haben. Anlässlich der ersten Preisverleihung des Helene Weber-Preises 2009 wurde die Wanderausstellung erstmals gezeigt und ist seitdem in ganz Deutschland unterwegs. Sie bietet eine gute Möglichkeit, Ziele und Anliegen des Helene Weber Kollegs zu verbreiten und weiterzutragen.Die Ausstellung kann von den Preisträgerinnen, aber auch anderen kommunalen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren als Anlass genutzt werden, um das Thema "Politische Partizipation von Frauen" auf die Agenda zu bringen.