Gleichgeschlechtliche Lebensweisen, geschlechtliche Vielfalt

LSBTIQ*: Aufklärung und Beratung fördern

Das Bundesgleichstellungsministerium setzt sich dafür ein, dass die Qualität der Aufklärungs- und Beratungsangebote zum Thema gleichgeschlechtliche Lebensweisen und geschlechtliche Vielfalt ausgebaut wird.

Eine Übersicht:

  • Das Regenbogenportal: Seit 2019 steht das Regenbogenportal des Bundesgleichstellungsministeriums LSBTIQ*-Personen, deren Angehörigen sowie fachlich, beruflich und auch privat interessierten Menschen zur Verfügung. Das Portal bietet eine stetig wachsende Datenbank mit Informationsmaterialen zu LSBTIQ*-Themen und liefert einen Überblick über bundesweite Anlaufstellen für Beratung, Selbsthilfe und Fortbildung. Es informiert auch zu den Themenbereichen Bildung, Gesundheit, Familie und Recht, gibt Hinweise auf Fachveranstaltungen und ist mit seiner bundesweiten Ausrichtung eine praktische Orientierungshilfe.
  • Dialogforum Geschlechtliche Vielfalt: Um das Beratungs- und Unterstützungsangebot für Trans*- und Inter-Personen und ihre Angehörigen bundesweit zu stärken und auszubauen, ist im Sommer 2020 das Dialogforum Geschlechtliche Vielfalt initiiert worden. Das Ziel ist dabei auch, die Qualität der Angebote zu verbessern und zu sichern. Dem Dialogforum gehören unter anderem Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, Trans*/Inter-Interessenvertretungen, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes an. Eine vom Bundesgleichstellungsministerium eingerichtete Servicestelle unterstützt die Initiative. Erste Handlungsschwerpunkte sind die Fragen nach einem verlässlichen Beratungsanspruch und einer gesicherten Fortbildungsqualität im Themenfeld geschlechtliche Vielfalt.
  • Geschlechtliche Vielfalt als Thema in Bildungslehrplänen: Wie und wie oft sind die Themen Trans*- und Intergeschlechtlichkeit in den Bildungslehrplänen und Curricula relevanter Sozial- und Gesundheitsberufe integriert? Dazu förderte das Bundesgleichstellungsministerium eine Studie der Hochschule Merseburg. Zu den Forschungsergebnissen erschien ein Policy Paper.
  • Lesbische Sichtbarkeit: Lesben werden in vielen Lebenszusammenhängen marginalisiert und sind häufig mit Mehrfachdiskriminierung konfrontiert: als Frauen (Misogynie), als Lesben, als Mütter oder als Lesbian/Women of Color. Ein wichtiges Anliegen des Bundesgleichstellungsministeriums ist es daher, die unterschiedlichen Lebenssituationen von Lesben in den Fokus politischer und öffentlicher Aufmerksamkeit zu rücken. Dazu wurde im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft im November 2020 eine zweitägige Konferenz mit Fachvorträgen und Workshops veranstaltet. Einen für diese Konferenz erarbeiteten ausführlichen Bericht gibt es bei der Eurocentralasian Lesbian Community.
  • Bundesprogramm "Demokratie leben!": Im Bundesprogramm "Demokratie leben!" werden in der zweiten Förderperiode (2020 bis 2024) Einzelprojekte und erstmalig ein eigenes Kompetenznetzwerk im Themenfeld Homosexuellen- und Trans*feindlichkeit gefördert. Es bündelt Informationen, stellt fachliche Beratung bereit und soll einen Transfer von erfolgreichen Präventionsansätzen in Bundes-, Landes- und kommunale Strukturen gewährleisten.

Weitere Förderungen

Durch Förderungen des Bundesgleichstellungsministeriums konnten weitere aktuelle Themen und Handlungsfelder für LSBTIQ*-Menschen fokussiert werden, zu denen folgende Publikationen erschienen sind: 

Einen vollständigen Überblick zu den vom Bundesgleichstellungsministerium herausgegebenen und geförderten Publikationen im Bereich geschlechtliche Vielfalt bietet die folgende Liste.

Bereits seit 2016 fördert das Bundesgleichstellungsministerium die beiden Dachverbände Dachverband Lesben und Alter e.V. und BISS - Bundesinteressenvertretung Schwuler Senioren e.V.

Hotline für die Opfer von Verurteilungen

BISS betreibt eine Hotline für die Opfer der nach Paragraf 175 StGB und Paragraf 151 StGB-DDR verurteilten Personen. Homosexuelle Handlungen galten in der Bundesrepublik bis 1994 und in der DDR bis 1989 als Straftat. Die Hotline bietet eine niedrigschwellige Einstiegsberatung. Sie vermittelt Betroffenen grundlegende Informationen und verweist an weiterführende Stellen. Die Hotline ist montags bis freitags von 9:00 bis 11:00 Uhr und mittwochs und donnerstags von 16:00 bis 18:00 Uhr unter folgender Telefonnummer erreichbar: 0800 175 2017.