Frauen vor Gewalt schützen

Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung

Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung ist seit 2005 eine eigene Strafvorschrift (§ 233 StGB). Hintergrund für die Einführung dieser Vorschrift waren die erweiterte Definition des Menschenhandels durch das Protokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels, zum Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität vom 15. November 2000 sowie die Umsetzung des Rahmenbeschlusses des Rates der Europäischen Union vom 19. Juli 2002 zur Bekämpfung des Menschenhandels (2002/629/JI).

Aktuell ist eine Gesetzesänderung in Vorbereitung. Damit soll die Richtlinie 2011/36/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. April 2011 zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer sowie zur Ersetzung des Rahmenbeschlusses 2002/629/JI des Rates umgesetzt werden. Ziel ist es, den strafrechtlichen Schutz vor Menschenhandel und Zwangsprostitution weiterzuentwickeln. Die Gesetzesänderung zielt auch auf eine Reform der Strafrechtstatbestände im Bereich des Menschenhandels (§§ 232 – 233a StGB) ab.

Zunehmender Bedarf bei Betreuung von Betroffenen

Das Lagebild Menschenhandel 2014 des Bundeskriminalamtes weist 26 Opfer von Menschenhandel in die Arbeitsausbeutung auf. Die meisten Opfer stammen aus Osteuropa. Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher sein. Fachberatungsstellen, die bislang überwiegend Opfer von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung beraten und betreuen, berichten über zunehmenden Bedarf bei der Betreuung von Opfern des Menschenhandels zum Zweck der Arbeitsausbeutung.

Anders als die inzwischen weitgehend etablierte Struktur von Beratungs- und Hilfsangeboten für Opfer von Menschenhandel in die sexuelle Ausbeutung existiert eine solche noch nicht in ausreichendem Maße für Opfer der Arbeitsausbeutung. Das hierfür federführende Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat 2011  eine Studie zur Entwicklung tragfähiger Unterstützungsstrukturen für diese Zielgruppe vorgelegt.

Bundesweites Hilfetelefon

Mit dem Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" gibt es unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 - 116 016 Unterstützung und Hilfe bei allen Formen von Gewalt gegen Frauen. Neben den betroffenen Frauen können sich auch Angehörige, Freunde und Menschen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte an das Hilfetelefon wenden. Das barrierefreie, anonyme und mehrsprachige Angebot steht rund um die Uhr zur Verfügung.