Quote: Öffentlicher Dienst

Frauen und Arbeitswelt

Quote für mehr Frauen in Führungspositionen: öffentlicher Dienst

Mit dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen (FüPoG) soll der Anteil von Frauen in Führungspositionen des öffentlichen Dienstes und Gremien des Bundes weiter erhöht werden. Dazu wurden im Jahr 2015 das Bundesgremienbesetzungsgesetz und das Bundesgleichstellungsgesetz umfassend novelliert.

Feste Quote in Aufsichtsgremien des  Bundes

Eine feste Geschlechterquote von 30 Prozent sieht das Bundesgremienbesetzungsgesetz in Aufsichtsgremien des Bundes vor. Diese Quote gilt seit Anfang 2016 bei Neubesetzungen für Gremien, in denen dem Bund mindestens drei Sitze zustehen. Das gleiche Ziel gilt auch für wesentliche Gremien des Bundes, wie etwa die Sachverständigenkommission zum Zweiten Gleichstellungsbericht. 

Mittelfristig soll der Anteil von Frauen und Männern in Gremien des Bundes gleich groß sein. Daher wird die Quote für Aufsichtsgremien und wesentliche Gremien ab 2018 auf 50 Prozent erhöht. Die Bundesregierung gibt sich damit strengere Regeln als der Privatwirtschaft.  Die durch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend entsandten Gremienmitglieder sind zu über 60 Prozent weiblich. 

 

Konkrete Zielvorgaben für jede Führungsebene

Das novellierte Bundesgleichstellungsgesetz verpflichtet die Bundesverwaltung, im Gleichstellungsplan konkrete Zielvorgaben für den Frauen- und Männeranteil auf jeder einzelnen Führungsebene festzulegen. Weiterhin müssen konkrete Maßnahmen genannt werden, mit denen diese Zielvorgaben erreicht werden sollen. 

Grafik: Gleichberechtigte Teilhabe an Führungspositionen im öffentlichen Dienst
Grafik: Gleichberechtigte Teilhabe an Führungspositionen im öffentlichen Dienst© BMFSFJ

In Führungspositionen übernehmen Mitarbeiter Vorgesetzten- oder Leitungsaufgaben. Diese nehmen vorwiegend Beschäftigte des höheren Dienstes wahr. In obersten Bundesbehörden, außer der Bundesbank, waren zum 30. Juni 2017 insgesamt 9308  Beschäftige in dieser Laufbahngruppe angestellt – 46 Prozent davon Frauen. Der Anteil an Frauen in Führungspositionen innerhalb dieser Laufbahngruppe lag bei 35 Prozent. 

Große Unterschiede zwischen den obersten Bundesbehörden

Zwischen den obersten Behörden gibt es teilweise noch große Unterschiede. So kamen Frauen in Führungspositionen im Bundesrechnungshof nur auf einen Anteil von 23 Prozent, im Bundesfamilienministerium dagegen auf 56 Prozent. Insgesamt lagen zehn der 23 obersten Bundesbehörden (ohne Bundesbank) unterhalb des durchschnittlichen Frauenanteils in allen Leitungsfunktionen.

So bleibt auch im öffentlichen Dienst noch Einiges zu tun, um eine geschlechtergerechte Besetzung der Führungspositionen zu erreichen. Das FüPoG unterstützt die öffentliche Verwaltung des Bundes bei dieser Entwicklung. 

Jährlicher Bericht

Die Bundesregierung informiert jährlich transparent über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes mit einem Monitoringbericht. Grundlage für die Auswertung der Privatwirtschaft bilden die von den Unternehmen selbst veröffentlichten Angaben in den Erklärungen zur Unternehmensführung nach dem Handelsgesetzbuch. Um den Fortschritt im öffentlichen Dienst aufzuzeigen, müssen die Institutionen des Bundes erstmals Daten zu ihren Gremien direkt an das Statistische Bundesamt melden.

Zudem gibt es einen jährlichen Gleichstellungsindex für den Bereich der obersten Bundesbehörden, der zum 31. Dezember jeden Jahres vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wird. Grundlage hierfür ist die Gleichstellungsstatistikverordnung, die im Dezember 2015 in Kraft getreten ist.