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Frauen und Arbeitswelt

Weitere Instrumente zur Entgeltgleichheit

"Lohngleichheit im Betrieb - Deutschland" (kurz Logib-D) ist ein bewährtes Instrument für eine Verdienststrukturanalyse. Damit können Arbeitgebende und Personalverantwortliche die Entgeltstrukturen des Unternehmens nach Geschlechtern analysieren. Dazu dient das Excel-Tool von Logib-D.

Die Verdienststrukturanalyse nach Logib-D allein erfüllt nicht die Anforderungen an betriebliche Prüfverfahren nach dem Entgelttransparenzgesetz. Sie bietet aber Einblicke in weitere personalwirtschaftliche Handlungsfelder, wie die Verteilung von Frauen und Männern auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche und Führungsebenen im Unternehmen.

Der neue Monitor Entgelttransparenz enthält eine aktualisierte Fassung der Verdienststrukturanalyse als Online-Tool.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat im Jahr 2013 das Projekt "Prüfung der Entgeltgleichheit mit eg-check.de" initiiert. Damit können Unternehmen und Verwaltungen Diskriminierungsrisiken bei der Bezahlung von Frauen entgegenwirken. Das Instrument eg-check.de zeigt die konkreten Ursachen der Ungleichbehandlungen im Unternehmen. Es berechnet auch das finanzielle Ausmaß der Benachteiligungen. Dabei können drei verschiedene Prüfinstrumentarien genutzt werden, um alle Vergütungsbestandteile im Unternehmen zu untersuchen: Die Analyse kann direkte statistische Vergleiche, die Untersuchung von entgeltrelevanten Regelungen oder auch Paarvergleiche umfassen.

EVA steht für "Evaluierung von Arbeitsbewertungsverfahren". Mit der EVA-Liste können einzelne Verfahren der Arbeitsbewertung anhand von Fragen auf Geschlechtsneutralität hin überprüft werden. Die Liste wertet Arbeitsbewertungen in Tarifverträgen aus. Sie ist ein niedrigschwelliges Instrument, das unkompliziert von verhandelnden Sozialpartnern angewendet werden kann.

Das vom Bundesfrauenministerium in Auftrag gegebene kostenfreie Online-Tool Compass bietet einen systematischen Überblick über bereits bestehende betriebliche Prüfinstrumente und wird laufend ergänzt. Mit einer übersichtlichen Suchfunktion unterstützt es die Unternehmen bei der Auswahl des "richtigen" Instruments zur Überprüfung ihrer Entgeltstrukturen auf Entgeltgleichheit.

Für eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern in Unternehmen hat Island einen Equal Pay Standard entwickelt. Dahinter verbirgt ein Managementprozess, der beschreibt, wie faire Gehaltsstrukturen eingeführt, implementiert und evaluiert werden sollen: das sogenannte "Managementsystem für Entgeltgleichheit - Anforderungen und Leitlinien". Seit Anfang 2018 sind isländische Unternehmen mit mehr als 25 Beschäftigten verpflichtet, ihre Bezahlung anhand des Standards zu überprüfen.