Der Monitor Entgelttransparenz

Frauen und Arbeitswelt

Der Monitor Entgelttransparenz

Um Arbeitgebern eine Orientierungshilfe zu geben und sie nach Inkrafttreten des Entgelttransparenzgesetzes zu unterstützen, hat das Bundesfrauenministerium gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und einer Vergütungsberatungsfirma den Monitor Entgelttransparenz nach dem Vorbild des etablierten Instruments eg-check entwickelt.

Der Monitor zeigt IT-gestützt und anwenderfreundlich Diskriminierungspotenziale im Entgeltsystem und bei einzelnen Entgeltbestandteilen auf. Mögliche Ungleichbehandlungen der Geschlechter beim Arbeitsentgelt können so betriebsintern aufgedeckt werden. Der Monitor gibt erste Empfehlungen, wie mit eventuell auftretenden Problemen umzugehen ist.

Die Daten können mit dem Monitor Entgelttransparenz so aufbereitet werden, wie sie für die Berichtspflicht nach dem Entgelttransparenzgesetz gefordert sind. Der Monitor trägt somit auch zur Rechtssicherheit bei. Er ersetzt aber nicht die Auswertung und das Ziehen von Schlussfolgerungen durch Personalstellen, Vergütungsexpertinnen und -experten oder Betriebsräte im Rahmen eines betrieblichen Entgelt-Prüfverfahrens. Eine Auswertung im Einzelfall wird seitens des Bundesfrauenministeriums stets empfohlen.

Was bietet der Monitor?

Eine Bestandsaufnahme der Entgeltregelungen und -systeme, die auf dem Instrument eg-check basiert

In der Bestandsaufnahme wird der Status quo der bestehenden Entgeltpraxis aufgenommen, indem mithilfe eines Fragebogens die betrieblichen Regelungen abgefragt werden. Zum einen werden statistische Daten zu den Beschäftigten abgefragt, zum anderen die Kriterien und Verfahren, die zur Begründung und Differenzierung bei der Entgeltvergabe herangezogen werden. Im Anschluss an die Bestandsaufnahme kann eine erste IT-gestützte Auswertung als Ergebnisbericht abgerufen werden. Dieser Bericht enthält rechtliche Hinweise in Fällen, in denen Regelungen oder betriebliche Praktiken angewendet werden, die möglicherweise nicht mit rechtlichen Anforderungen zur Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern vereinbar sind sowie Prüfhinweise für die vertiefende betriebliche Analyse, insbesondere auf der Ebene eines Tätigkeitenvergleichs.

Die Durchführung von Tätigkeitenvergleichen, um zu prüfen, ob zwei Tätigkeiten gleichwertig sind

Beim Tätigkeitenvergleich werden Arbeitsplätze hinsichtlich ihrer geistigen und körperlichen Anforderungen, Verantwortungen und Arbeitsbedingungen miteinander verglichen. Mit dem Verfahren kann festgestellt werden, ob bestimmte Tätigkeiten, die überwiegend von Frauen oder Männern ausgeübt werden, von gleichem Wert sind und deshalb nach dem Prinzip "Gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit" gleich vergütet werden müssen. Das hinter dem Tätigkeitenvergleich liegende Verfahren beruht auf diskriminierungsfreien Arbeitsbewertungsverfahren und Empfehlungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Dafür werden mindestens zwei zu überprüfende Tätigkeiten in einen Fragebogen eingetragen. Nach Abschluss des Moduls erhält man bei Bedarf einen IT-gestützten Ergebnisbericht, der verdeutlicht, wie die Tätigkeiten bewertet werden und ob zwei gleichwertige Tätigkeiten vorliegen oder nicht. Der Tätigkeitenvergleich ist kein vollwertiges Arbeitsbewertungsverfahren.

Eine Verdienststrukturanalyse, mit der der innerbetriebliche Gender Pay Gap berechnet werden kann

Das zusätzliche Modul der Verdienststrukturanalyse enthält weiterführende Informationen. Durch das Hochladen einiger weiterer aggregierter Unternehmensdaten wird eine detaillierte Entgeltanalyse durchgeführt. Das Modul berechnet den Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern und weist Ursachen und ihre Einflussstärke auf die Verdienstunterschiede aus. Damit gibt das Modul wertvolle Hinweise auf Gründe für mögliche Entgeltdifferenzen und verdeutlicht, wie nachhaltiges Personalmanagement im Unternehmen weiterentwickelt werden kann. Auch nach diesem Modul ist der Download eines Ergebnisberichts möglich.

Hinweise zum Datenschutz

Die Daten sind besonders geschützt und können nicht von Externen, weder Vertretungen des Bundesfrauenministeriums noch anderen Personen, eingesehen werden. Die Datenschutzerklärung der Vergütungsberatungsfirma Compensation Partner wird aktuell überarbeitet. Die Aktualisierung ist in Kürze verfügbar.

Wie verhält sich der Monitor Entgelttransparenz zu Logib-D?

Die Verdienststrukturanalyse basiert im Kern auf dem bekannten Instrument Logib-D. Die eingetragene Marke Logib-D steht für "Lohngleichheit im Betrieb - Deutschland".

Logib-D ist eine Weiterentwicklung der Schweizer Ursprungsversion Logib (Logib-CH), die dem Bundesfrauenministerium vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann zur Verfügung gestellt wurde. Logib-D wurde durch das Bundesfrauenministerium gefördert und im Rahmen des Projektes "Beratungsgestützte Einführung von Logib-D" bereitgestellt.

An der Erstellung von Logib-D waren folgende Akteure beteiligt:

Ausgehend von dem Ergebnisbericht Logib-D ist die Verdienststrukturanalyse für den Monitor Entgelttransparenzgesetz von der Compensation Partner GmbH aktualisiert worden. Sie wurde um die Variable "Teilzeit" ergänzt; Vorwort, Übersicht und Management Summary wurden überarbeitet. Die Webseite zu Logib-D wird demnächst abgeschaltet.