DGB-Projekt: "Was verdient die Frau?"

Frauen und Arbeitswelt

DGB-Projekt: "Was verdient die Frau? Wirtschaftliche Unabhängigkeit!"

Zwei Drittel der beschäftigten Frauen verdienen nicht genug, um für Phasen der Arbeitslosigkeit finanzielle Ansprüche zu erwerben. Geht es um die langfristige finanzielle Absicherung einer Familie, ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern noch drastischer: Während jeder zweite erwerbstätige Mann den Unterhalt für sich und seinen Nachwuchs erwirtschaften kann, vermag dies nur jede vierte Frau.

Das Projekt des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) "Was verdient die Frau? Wirtschaftliche Unabhängigkeit!", das in Kooperation und in Abstimmung mit dem Bundesfamilienministerium durchgeführt wird, will die wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen stärken und so auch einen Beitrag leisten, um die geschlechtsspezifische Entgeltlücke zu schließen. Mit dem Projekt soll gerade jungen Frauen und insbesondere auch Müttern ganz konkret gezeigt werden, wie wirtschaftliche Unabhängigkeit mit dem Lohngefälle und einem existenzsichernden Job zusammenhängt und worauf Frauen in ihrer Biografie achten können. Der DGB nutzt dabei seine Zugänge zu den Frauen und den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Betrieben und Gewerkschaften.

Fokus auf Umbruchsituationen im Lebensverlauf

Entsprechend der Lebenslaufperspektive fokussiert das Projekt Umbruchssituationen im Lebensverlauf. So werden vor allem Frauen in den Blick genommen, die sich beim Übergang von der Ausbildung in den Beruf oder in Übergangssituationen rund um die Familienphase befinden.

Nach einer wissenschaftlichen Aufarbeitung der bestehenden Erkenntnisse werden in verschieden Veranstaltungsformaten für politische, gewerkschaftliche und betriebliche Akteurinnen und Akteure sowie für die Frauen in den Zielgruppen die Erkenntnisse zielgruppengerecht präsentiert. Zusammen mit den Teilnehmenden werden Handlungsempfehlungen erarbeitet; außerdem werden web-basierte Elemente, wie ein interaktiver Navigator, eingesetzt und soziale Medien einbezogen.

Das vom Bundesfamilienministerium finanzierte Projekt läuft von September 2014 bis August 2016.

Vorgängerprojekt zu Familienernährerinnen 

In der Kooperation mit dem DGB war zuvor von 2010 bis 2014 ein Projekt zu Familienernährerinnen durchgeführt worden. Immer mehr Frauen ernähren heutzutage mit ihrem Einkommen die Familie. In knapp einem Fünftel der bundesdeutschen Haushalte, in denen mehrere Personen leben, verdienen Frauen den Großteil des Einkommens. Die Hälfte dieser Frauen ist alleinerziehend. Die Situation wird zumeist durch ein geringes Einkommen sowie die Pflegebedürftigkeit oder Arbeitslosigkeit des Lebenspartners hervorgerufen. Familienernährerinnen sind dabei häufig einer Doppelbelastung ausgesetzt: Sie übernehmen sowohl die Verantwortung als Haupteinkommensbezieherinnen als auch im Haushalt und für die Erziehung der Kinder.

Wichtige Problemthemen für die Familienernährerinnen sind die Entgeltungleichheit oder schlechtere Arbeitsmarktchancen wegen mangelnder Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Gemeinsam mit relevanten gesellschaftlichen Akteuren wurden in diesem Projekt unter anderem Handlungsempfehlungen entwickelt, die in einer "Roadmap" zusammengefasst sind. Die Umsetzung der "Roadmap" am Arbeitsmarkt und in den Betrieben stand in der zweiten Projektphase zwischen März 2012 und Februar 2014 im Zentrum der Aktivitäten.