Frauen und Arbeitswelt

Geschlechtergerechte Berufsorientierung fördern

Für Erfolg und Chancengleichheit im Erwerbsleben ist die Wahl des passenden Ausbildungsberufs oder Studienfachs eine wichtige Voraussetzung. Junge Menschen sollen ihren Beruf nach ihren Stärken und Interessen wählen können. Die Bundesregierung fördert deshalb mit der "Initiative Klischeefrei" eine Berufsorientierung und Berufsberatung, die frei von Geschlechterklischees ist. Sie fördert auch den "Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag". Dieser trägt zur Erweiterung des Berufswahlspektrums bei und unterstützt den Abbau von Geschlechterstereotypen. Mit der Initiative YouCodeGirls sollen Frauen und junge Mädchen in dem sonst männerdominierten Thema Coding begeistert werden.

Klischeefreie Berufs- und Studienwahl

Seit Dezember 2016 bietet die "Initiative Klischeefrei" allen Beteiligten am Berufswahlprozess einen Rahmen zur Vernetzung, zum Austausch und zur Information. Ziel der Initiative ist es, bundesweit geschlechtergerechte Berufs- und Studienwahl zu etablieren. Über ihre Website stellt die Initiative vom Kita-Methodenset "Klischeefrei fängt früh an" bis zum "Klischeefrei-Quiz" für Erwachsene ein breites Angebot an alltagstauglichen Materialen entlang der Bildungskette zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot um Beispiele gelungener Praxis zur geschlechtersensiblen Berufsorientierung. So finden sich junge Männer, die erfolgreich einen sozialen Beruf ausüben und junge Frauen, die in einem MINT-Beruf (MINT ist die Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) tätig sind.

Gleichstellungsorientierte Berufs- und Studienwahlbegleitung spricht junge Frauen und Männer gleichermaßen an. Junge Menschen werden dabei unterstützt, ihre Ausbildungsentscheidung nach ihren Interessen und Fähigkeiten zu treffen und dabei Rollenerwartungen, die bewusst oder unbewusst an sie herangetragen werden, zu hinterfragen. Im Austausch miteinander oder, wo es passt und sinnvoll ist, auch einmal nur unter sich, lernen junge Frauen und Männer vielfältige Lebensentwürfe kennen. Sie entwickeln Ideen, wie sie ihre individuellen beruflichen und familiären Pläne und Ziele verwirklichen können. Gleichzeitig reflektieren sie, wie sich Aufgaben und Verantwortung fair zwischen den Geschlechtern verteilen lassen, damit jede und jeder sich beruflich verwirklichen und persönlich entwickeln kann.

Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag

Jährlich findet der Girls'Day für Mädchen ab der fünften Klasse in der Regel am vierten Donnerstag im April statt. Der bundesweite Aktionstag bringt Mädchen Berufsfelder - vor allem in Technik, Naturwissenschaften, Handwerk und IT - näher, in denen sie bislang noch unterrepräsentiert sind. Innerhalb der dualen Ausbildung entscheiden sich über 70 Prozent der Mädchen für lediglich 20 von insgesamt rund 350 Ausbildungsgängen. Ihre Wahl fällt zumeist auf Berufe, in denen überwiegend Frauen arbeiten, wie Krankenpflegerin, Erzieherin, Verkäuferin, Arzthelferin und Friseurin. Dadurch lassen sie viele interessante Berufsfelder außer Acht, die durchaus zu ihren Talenten und Neigungen passen und ihnen gute berufliche Perspektiven bieten. Am Girls'Day bekommen Mädchen die Chance, über den Tellerrand zu schauen und tradierte Rollenzuschreibungen bei der Berufswahl zu hinterfragen.

YouCodeGirls

Mit der Initiative YouCodeGirls wird zukünftig eine Online-Plattform geschaffen, auf der sich Mädchen und junge Frauen klischeefrei und greifbar mit der Thematik Coding beschäftigen können. Im besten Fall werden damit auch Weichen für eine spätere Berufswahl gestellt. Die wesentlichen Angebote der Lehr-Lernplattform bestehen darin, bereits bestehende Angebote zum Thema Coding gebündelt und nach individuellen Lernständen und -verhalten passgenau zu empfehlen. Ausgehend von modernsten Erkenntnissen der Geschlechterforschung werden im Rahmen der Initiative innovative Programmierinhalte und vielfältige Lernangebote für Mädchen und junge Frauen entwickelt. Zudem bietet YouCodeGirls allen Mädchen und jungen Frauen auch die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung des Angebots der Lehr-Lernplattform.