Gute Kinderbetreuung

Mehr Qualität in der frühen Bildung

Kindgerechte Räume, ein guter Betreuungsschlüssel oder Betreuungszeiten, die sich am Bedarf der Familien orientieren - die Merkmale von Qualität in der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung sind vielfältig. In Deutschland gibt es bereits ein breites und gutes Betreuungsangebot - es noch weiter zu verbessern, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Bund unterstützt die Qualitätsentwicklung mit dem Gute-KiTa-Gesetz, sowie verschiedenen Programmen und Initiativen.

Bund, Länder und Kommunen haben einen mehrjährigen Prozess zur Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagesbetreuung angestoßen. Im Zwischenbericht "Frühe Bildung weiterentwickeln und finanziell sichern" wurden 2016 erstmals gemeinsame Qualitätsziele benannt, Kosten abgeschätzt und neue Finanzierungswege des Systems für eine stärkere Beteiligung des Bundes geprüft. Darauf aufbauend verständigte sich die Jugend- und Familienministerkonferenz im Mai 2017 auf Eckpunkte für ein Qualitätsentwicklungsgesetz. Diese bilden die Grundlage für das Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung - das sogenannte Gute-KiTa-Gesetz.

Mit dem im Januar 2019 in Kraft getretenen Gute-KiTa-Gesetz unterstützt der Bund die Länder bei der Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung und entlastet Eltern bei den Gebühren - bis hin zur Beitragsfreiheit. Damit soll ein Beitrag zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse für das Aufwachsen von Kindern im gesamten Bundesgebiet sowie zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf geleistet werden. Dafür investiert der Bund bis 2022 insgesamt rund 5,5 Milliarden Euro.

Weil jedes Bundesland eine andere Kitalandschaft hat, stellt der Bund den Ländern einen Instrumentenkasten mit verschiedenen Qualitätsmaßnahmen zur Verfügung, aus denen sie auswählen können. Die Bundesländer können also in den Handlungsfeldern tätig werden, die für sie besonders wichtig sind. Zu den möglichen Handlungszielen gehören beispielsweise ein besserer Fachkraft-Kind-Schlüssel, die Stärkung der alltagsintegrieren Sprachförderung, längere Öffnungszeiten oder mehr Unterstützung für Kitaleitungen. Die ausgewählten Maßnahmen werden in individuellen Verträgen zwischen Bund und Ländern festgehalten. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass landesspezifische Bedarfe berücksichtigt werden und die finanzielle Unterstützung dort ankommt, wo sie benötigt wird.

Jedes Kind soll Zugang zu guter Kindertagesbetreuung haben - unabhängig vom Einkommen der Eltern. Daher ist ein weiteres Anliegen des Gute-KiTa-Gesetzes die Eltern bei den Kitabeiträgen zu entlasten. Zu diesem Zweck wird zum 1. August 2019 eine bundesweite Verpflichtung zur sozialen Staffelung der Elternbeiträge eingeführt. Als Kriterien können dabei beispielsweise das Einkommen der Eltern, die Anzahl der kindergeldberechtigten Kinder sowie die tägliche Betreuungszeit herangezogen werden. Familien mit geringem Einkommen können auf Antrag künftig gänzlich von der Beitragspflicht befreit werden. Nach dem Gute-KiTa-Gesetz sind darüber hinaus auch landesspezifische Maßnahmen zur Senkung der Elternbeiträge förderfähig.

Die tägliche Praxis von engagierten Fachkräften bestimmt maßgeblich die Qualität der Kinderbetreuung. Gute Qualität ist aber auch das Ergebnis eines verantwortungsvollen Zusammenwirkens von Trägern, kommunalen Akteuren und weiteren Institutionen und Einrichtungen.

Seit 2018 würdigt der Deutsche Kita-Preis dieses Engagement. Der Preis wird in den Kategorien "Kita des Jahres" und "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres" verliehen. Er ist mit insgesamt 130.000 Euro dotiert. Das Auswahlverfahren erfolgt in fünf Schritten und stützt sich im Wesentlichen auf vier Qualitätsdimensionen. Die Auswahlkriterien honorieren unter anderem, wenn Kitas und Bündnisse ihr Handeln konsequent am Kind ausrichten oder wenn sich Kinder und Eltern in den Einrichtungen gut einbringen können. Eine weitere Besonderheit ist, dass der Kita-Preis die Rahmenbedingungen vor Ort in den Blick nimmt: Entscheidend sind nicht nur Ergebnisse, sondern vor allem die Prozesse, die zur Qualitätssteigerung beitragen. Die Entscheidung über die Preisträger fällt eine Jury aus Wissenschaft, Praxis, Politik und Verbänden.

Der Deutsche Kita-Preis ist eine Initiative des Bundesfamilienministeriums und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, der Karg-Stiftung, ELTERN, dem Didacta-Verband und der Deutschen Weihnachtslotterie.