Gute Kinderbetreuung Kita-Ausbau: Gesetze und Investitionsprogramme

Durch bedarfsgerechte Kinderbetreuung können Eltern Familie und Beruf besser vereinbaren - häufig ist sie sogar die Grundvoraussetzung dafür, dass Mütter und Väter überhaupt arbeiten können. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit - auch für alle Kinder. Denn die Kindertagesbetreuung legt einen Grundstein für den späteren Bildungs- und Berufsweg.

Die Anstrengungen von Bund und Ländern beim Kita-Ausbau für Kinder unter drei Jahren haben bereits Wirkung gezeigt: Die Betreuungsquote hat sich im Bundesdurchschnitt seit 2008 von 17,6 Prozent auf 34,3 Prozent (2019) fast verdoppelt. Dennoch ist der Bedarf weitaus höher: Mehr als 49 Prozent der Eltern von Kindern unter drei Jahren möchten einen Betreuungsplatz für ihre Kinder. Außerdem werden aktuell wieder mehr Kinder geboren und diejenigen, die aus ihren Heimatländern nach Deutschland geflüchtet sind, müssen zügig in die Kindertagesbetreuung integriert werden. Seit dem 1. August 2013 besteht zudem ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Der zusätzliche Kita-Ausbau ist daher wichtig und notwendig.

Bund stellt zusätzlich eine Milliarde Euro bereit

Wegen des hohen Bedarfs an Betreuungsplätzen, der gestiegenen Anforderungen an bauliche und räumliche Voraussetzungen und an die Ausstattung der Plätze gibt es einen hohen Finanzbedarf in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege.

Für den Ausbau der Kindestagesbetreuung stellt der Bund deshalb mit dem Konjunkturpaket zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 zusätzlich eine Milliarde Euro bereit. Damit ist die Schaffung von bis zu 90.000 neuen Betreuungsplätzen in Kitas und der Kindertagespflege möglich. Diese Mittel können auch für Umbaumaßnahmen und Investitionen in die Ausstattung oder zur Verbesserung der Hygienesituation eingesetzt werden. 

Investitionsprogramme des Bundes

Im Jahr 2008 ist das erste von vier Investitionsprogrammen gestartet, um den Kita-Ausbau voranzutreiben. Mit den ersten drei Investitionsprogrammen hat sich der Bund mit insgesamt 3,28 Milliarden Euro am Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren beteiligt. In den vergangenen zehn Jahren sind so insgesamt mehr als 400.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren entstanden.

Aktuell läuft das vierte Investitionsprogramm, das den Ländern bis einschließlich 2020 zusätzlich 1,126 Milliarden Euro für den Ausbau bereitstellt. Damit können 100.000 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt geschaffen werden.

Grundlage für das vierte Investitionsprogramm bildet das "Gesetz zum weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung", das am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist.

Weitere Gesetze und Programme

Das Kinderförderungsgesetz (KiföG) ist am 16. Dezember 2008 in Kraft getreten. Es stellt einen entscheidenden Schritt hin zu einem bedarfsgerechten und qualitativ hochwertigen Bildungsangebot für Kinder unter drei Jahren dar. Mit dem Gesetz wurde die Grundlage geschaffen, das bedarfsgerechte, qualitative Angebot für Kinder unter drei Jahren weiter ausbauen zu können. Das Betreuungsangebot sollte dabei in seiner Vielfalt bestehen bleiben. Aus diesem Grund wertete das Gesetz die Kindertagespflege ebenfalls auf.

In der Nachfolge des KiföG setzt das Gute-KiTa-Gesetz nun auf mehr Qualität in der Kindertagesbetreuung. Dafür investiert der Bund in den kommenden Jahren 5,5 Milliarden Euro. Mit dem Bundesprogramm "Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher" will das Bundesfamilienministerium zusätzlich dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Ziel ist es, junge Menschen für den Erzieherberuf zu gewinnen und gut ausgebildete Profis an den Beruf zu binden.

Bericht zum Stand der Kinderbetreuung

Um die Entwicklung der Kindertagesbetreuung in Deutschland zu verfolgen und zu dokumentieren, wurden parallel zum Ausbau jährlich aktuelle Daten veröffentlicht: Von 2010 bis 2015 informierten die "KiföG-Berichte" über die Entwicklung des Versorgungsniveaus, den erreichten Ausbaustand sowie den weiteren Entwicklungsbedarf. Seit dem Jahr 2016 werden diese Daten mit der Publikation "Kindertagesbetreuung Kompakt" des Bundesfamilienministeriums bekannt gemacht. Die Broschüre nimmt auch die Zufriedenheit der Eltern mit den Betreuungsangeboten in den Blick.