Familienleistungen

Fragen und Antworten zur Neuregelung der Elternzeit

Die Elternzeit wird künftig deutlich flexibler. Wie bisher können Eltern bis zum 3. Geburtstag eines Kindes eine unbezahlte Auszeit vom Job nehmen. Für Geburten seit dem 1. Juli 2015 können 24 Monate statt bisher zwölf Monate zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag des Kindes genommen werden. Zudem können beide Elternteile ihre Elternzeit in je drei statt wie bisher zwei Abschnitte aufteilen.

Wie kann nach dem dritten Lebensjahr Elternzeit genommen werden?

Nach den Neuregelungen zur Elternzeit kann ein Zeitraum von bis zu 24 Monaten nicht genommener Elternzeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes genommen werden. Die Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht mehr erforderlich.

Was ändert sich bei den Anmeldefristen?

Für die Inanspruchnahme von Elternzeit ab der Geburt bis zum 3. Geburtstag des Kindes ändert sich nichts. Es bleibt bei der Anmeldefrist für die Elternzeit wie auch für eine Teilzeitarbeit während der Elternzeit von sieben Wochen.

Eine Elternzeit wie auch eine Teilzeittätigkeit während der Elternzeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes muss nun 13 Wochen vorher angemeldet werden.

Welcher Kündigungsschutz besteht?

Der Kündigungsschutz für eine Elternzeit beginnt ab der Anmeldung der Elternzeit, jedoch für eine Elternzeit ab der Geburt bis zum dritten Geburtstag des Kindes frühestens acht Wochen vor Beginn der Elternzeit und für eine Elternzeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes frühestens 14 Wochen vor deren Beginn. In allen Fällen endet der Kündigungsschutz mit Ablauf der Elternzeit.

Was ändert sich bei den Zeitabschnitten?

Jeder Elternteil kann seine gesamte Elternzeit nun in drei statt bisher in zwei Zeitabschnitte aufteilen. Der Arbeitgeber kann jedoch den dritten Abschnitt der Elternzeit aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen, wenn er zwischen dem dritten Geburtstag und der Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes liegt.

Eine Verteilung auf weitere bzw. mehr als drei Zeitabschnitte ist nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich.

Stellt die Neuregelung zur Übertragung von Elternzeit nicht eine zu große Belastung für Unternehmen dar?

Die Neuregelung für die Inanspruchnahme von Elternzeit nach dem dritten Lebensjahr stellt die Planungssicherheit der Arbeitgeber sicher. So wird die Anmeldefrist für die Elternzeit und die Elternzeit-Teilzeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes auf 13 Wochen ausgeweitet. Die Unternehmen bekommen damit mehr Zeit, eine Ersatzkraft einzustellen. Es bleibt außerdem nach wie vor bei der Regelung, dass die Eltern sich für die ersten zwei Jahre der Elternzeit festlegen müssen. Dadurch, dass nun 24 statt 12 Monate Elternzeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes genommen werden können, wird der frühere Wiedereinstieg ins Berufsleben begünstigt, wovon Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels profitieren. Unternehmen werden deshalb nicht zu sehr belastet.

Stellt die Möglichkeit der Eltern, nun die Elternzeit in drei statt wie bisher in zwei Zeitabschnitte aufteilen zu können, die Unternehmen nicht vor große organisatorische Probleme?

Die Erhöhung von zwei auf drei Zeitabschnitte trägt zum einen der Neuregelung zum Partnerschaftsbonus sowie der Flexibilisierung Rechnung, dass nun bis zu 24 Monate statt wie bisher bis zu 12 Monate Elternzeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes genommen werden können. Dadurch, dass die Anmeldefrist für die Elternzeit ab dem dritten Geburtstag des Kindes erhöht wurde, wird den Bedürfnissen der Unternehmen ausreichend Rechnung getragen.

Welche Möglichkeiten haben Eltern während der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten? Können sie in Vollzeit zurückkehren?

In der Elternzeit können Eltern einen Rechtsanspruch auf Teilzeit haben. Nach der Elternzeit gilt dann die vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit.