Bestandsaufnahme Familienleistungen

Familienleistungen

Bestandsaufnahme der familienbezogenen Leistungen und Maßnahmen des Staates

Die Vielfalt familienbezogener Leistungen in Deutschland zeigt, dass Familien den Kern unserer Gesellschaft bilden und jedes Familienmitglied als Einzelperson von einigen gesetzlichen Regelungen berührt wird. Ende 2006 legte das Bundesfamilienministerium erstmals eine Bestandsaufnahme der ehe- und familienbezogenen Leistungen in Deutschland vor und hat diese seitdem jährlich fortgeschrieben. So entstand über die Jahre eine Übersicht über die Anzahl und das Ausmaß an ehe- und familienbezogenen Leistungen, die auf Grundlage bundesgesetzlicher Regelungen die Familien hierzulande erreichen. Diese Bilanzierung wurde nunmehr zum sechsten Mal aktualisiert und gibt den Stand für die Jahre 2011 und 2012 wieder.

Über 202 Milliarden Euro für Ehen und Familien

So ergaben sich für das Jahr 2012 158 verschiedene ehe- und familienbezogene Leistungen mit einem Gesamtvolumen von 202,5 Milliarden Euro, ein Anstieg um 3,8 Milliarden Euro oder 1,9 Prozent gegenüber dem Jahr 2011. Ausschlaggebend hierfür war vor allem der Ausbau der Kindertagesbetreuung mit einem Finanzvolumen von etwas mehr als 1,5 Milliarden Euro. Die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern in der gesetzlichen Krankenversicherung und die steuerliche Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten stiegen um 149 Millionen beziehungsweise um 95 Millionen Euro. Zudem konnten 2012 erstmalig Angaben zum Bildungs- und Teilhabepaket aufgenommen werden, das im Laufe des Jahres 2011 rückwirkend eingeführt wurde.

Innerhalb des Gesamtvolumens von 202,5 Milliarden Euro sind die familienbezogenen Leistungen und Maßnahmen (also ohne ehebezogene Leistungen) mit 129 Milliarden Euro enthalten - im Vergleich zum Jahr 2011 stiegen sie um rund 2 Prozent an. Besonders die Realleistungen, darunter die Kinderbetreuung, sind mit 2,2 Milliarden Euro am stärksten angestiegen (plus 7,5 Prozent). An zweiter Stelle stehen die monetären Leistungen mit 0,6 Milliarden Euro (plus 2,3 Prozent). Die Leistungen der Sozialversicherung stiegen um rund 0,2 Milliarden Euro an (plus 0,6 Prozent). Die steuerlichen Maßnahmen folgen an vierter Stelle mit einem Anstieg um etwas mehr als 0,1 Milliarden Euro (plus 0,3 Prozent). Zentraler Bestandteil ist hier das Kindergeld, welches 2012 allein bereits 38,5 Milliarden Euro umfasste.

Neben den familienbezogenen Leistungen im engeren Sinne führt die Bestandsaufnahme auch solche ehebezogenen Maßnahmen auf, die einen starken Familienbezug haben. Innerhalb des Gesamtvolumens sind diese mit einer Größe von knapp 74 Milliarden Euro enthalten. Den größten Anteil daran haben die Witwen- und Witwerrenten mit etwas mehr als 38 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die ehebezogenen Maßnahmen 2012 um 1,1 Prozent an.