Familienleistungen

Kinderzuschlag und Leistungen für Bildung und Teilhabe

Der Kinderzuschlag ist eine zusätzliche finanzielle Unterstützung für erwerbstätige Eltern, die ihren eigenen Unterhalt bestreiten können, deren Einkommen aber nicht ausreicht, um den Unterhalt ihrer Kinder zu sichern.

Der Kinderzuschlag beträgt bis zu 185 Euro monatlich je Kind und deckt zusammen mit dem Kindergeld den Bedarf eines Kindes.

Damit stärkt der Kinderzuschlag Familien mit kleinen Einkommen und verbessert die Teilhabechancen ihrer Kinder. Insbesondere Alleinerziehende können profitieren.

Ein Antrag lohnt sich, wenn

  • die Eltern für das Kind Kindergeld beziehen,
  • das Einkommen der Eltern die Mindesteinkommensgrenze von 900 Euro brutto für Paare und 600 Euro brutto für Alleinerziehende erreicht,
  • mit dem Einkommen die Höchsteinkommensgrenze nicht überschritten wird (gilt nur noch bis zum 31. Dezember 2019) und
  • durch das eigene Einkommen sowie durch den Kinderzuschlag eine Hilfebedürftigkeit im Sinne des Zweiten Sozialgesetzbuches (Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld) vermieden wird. Das bedeutet, dass der Lebensunterhalt mit Hilfe des Kinderzuschlags ausreichend gesichert werden kann.

Die Formulare für den Antrag auf Kinderzuschlag können auf der Internetseite der Familienkasse heruntergeladen werden. Bei welcher Familienkasse sie ausgefüllt abgegeben werden müssen, zeigt eine Postleitzahlensuche der Bundesagentur für Arbeit, zu der die Familienkasse gehört.

Wer den Kinderzuschlag oder Wohngeld bekommt, hat auch Anspruch auf Leistungen zur Bildung und Teilhabe beziehen. Das Bildungs- und Teilhabepaket besteht aus Geld- und Sachleistungen. Mit den Sachleistungen wird sichergestellt, dass diese Leistungen die Kinder und Jugendlichen im Sinne einer individuellen Förderung auch erreichen.

Zu den Leistungen für Bildung und Teilhabe zählen:

  • eintägige Ausflüge von Schule, Kita oder Tagespflege,
  • mehrtägige Klassenfahrten von Schule, Kita oder Tagespflege,
  • 150 Euro für die Ausstattung mit Schulbedarf pro Schuljahr,
  • Kostenübernahme für ÖPNV-Tickets für Schülerinnen und Schüler - auch wenn die Fahrkarten für andere Fahrten nutzbar sind,
  • Kostenübernahme für angemessene Lernförderung für Schulkinder - unabhängig von einer unmittelbaren Versetzungsgefährdung,
  • der Eigenanteil für gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in Schule, Kindertagesstätte oder Hort oder in der Tagespflege entfällt,
  • der monatliche Betrag für soziale und kulturelle Aktivitäten wie etwa im Sportverein oder an der Musikschule steigt von zehn auf 15 Euro.

Viele Städte oder Gemeinden bieten darüber hinaus Gutscheine oder besondere Ermäßigungen an. Bei welchen Anlaufstellen die Leistungen für Bildung und Teilhabe beantragt werden können, zeigt eine Übersicht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Mit dem Starke-Familien-Gesetz wird der Kinderzuschlag in zwei Schritten verbessert und vereinfacht:

  • Zum 1. Juli 2019 stieg er von 170 Euro auf bis zu 185 Euro pro Monat und Kind. Gleichzeitig ist die Leistung für Alleinerziehende geöffnet worden, da Kindeseinkommen, wie zum Beispiel Unterhalt, nicht mehr voll auf den Kinderzuschlag angerechnet wird, sondern nur noch zu 45 Prozent. Außerdem reduzierte sich der Antragsaufwand durch neue feste Berechnungs- und Bewilligungszeiträume. Der Kinderzuschlag wird nun verlässlich für sechs Monate gewährt.
  • Zum 1. Januar 2020 entfällt die obere Einkommensgrenze. Dann können Familien bis in mittlere Einkommensbereiche hinein einen geminderten Kinderzuschlag beziehen. Außerdem reduziert das Einkommen der Eltern die Höhe des Kinderzuschlags ab 2020 weniger als bisher. Zudem wird ein erweiterter Zugang zum Kinderzuschlag eingeführt. Dadurch können Familien den Kinderzuschlag auch erhalten, wenn ihnen durch ihr Erwerbseinkommen, den Kinderzuschlag und gegebenenfalls das Wohngeld in Summe höchstens 100 Euro fehlen würden, um eine Hilfebedürftigkeit zu vermeiden. Einen Anspruch auf den Kinderzuschlag haben damit auch Familien, die den Weg ins Jobcenter scheuen, um die ihnen zustehenden Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch zu beantragen - Familien also, die in "verdeckter Armut" leben.

Zusätzlich zum Starke-Familien-Gesetz werden alle Eltern, die den Kinderzuschlag, Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch oder Wohngeld beziehen, seit dem 1. August 2019 von KiTa-Gebühren befreit. Der Grund dafür ist das Gute-KiTa-Gesetz.