Familienleistungen

Kinderzuschlag und Leistungen für Bildung und Teilhabe

Erklärfilm: der Kinderzuschlag

Viele erwerbstätige Eltern brauchen den Kinderzuschlag als zusätzliche finanzielle Unterstützung, weil ihr Einkommen nicht ausreicht, um den Unterhalt ihrer Familie ausreichend zu sichern. Mit dem Kinderzuschlag wird die Bereitschaft von Eltern honoriert, für ihren eigenen Lebensunterhalt aktiv zu sorgen. Damit noch mehr Familien vom Kinderzuschlag profitieren, wurde dieser zum 1. Juli 2019 umfassend reformiert: Mit dem Starke-Familien-Gesetz werden Familien mit kleinen Einkommen gestärkt und die Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe für ihre Kinder verbessert.

Der Kinderzuschlag beträgt maximal 185 Euro monatlich je Kind. Er deckt zusammen mit dem Kindergeld den durchschnittlichen Bedarf von Kindern. Anspruch auf Kinderzuschlag besteht, wenn

  • die Eltern für das Kind Kindergeld beziehen,
  • das Einkommen der Eltern die Mindesteinkommensgrenze von 900 Euro brutto für Paare und 600 Euro brutto für Alleinerziehende erreicht,
  • mit dem Einkommen die Höchsteinkommensgrenze nicht überschritten wird und
  • durch das verfügbare Einkommen sowie den Kinderzuschlag Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II vermieden wird.

Bei einem Einkommen oder Vermögen der Eltern in Höhe ihres eigenen Mindestbedarfs ist der Kinderzuschlag in voller Höhe zu zahlen. Berücksichtigt wird hierbei zum Beispiel auch Einkommen und Vermögen von Partnerinnen oder Partnern, die in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft leben. Überschreiten Einkommen und Vermögen diese Grenze, wird der Kinderzuschlag gemindert. In welcher Höhe Einkommen beziehungsweise Vermögen zu berücksichtigen sind, richtet sich nach den für das Arbeitslosengeld II maßgeblichen Bestimmungen.

Überschreitet das Erwerbseinkommen der Eltern ihren eigenen Mindestbedarf, wird es nur zu 50 Prozent angerechnet. Kindeseinkommen ist zu 45 Prozent auf den Kinderzuschlag anzurechnen. Das gilt auch für Unterhaltszahlungen an das Kind und für den Unterhaltsvorschuss.

Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der Familienkasse beantragt werden. Die Antragsformulare sowie die örtlich zuständige Familienkasse sind im Familienportal zu finden.

Mit dem Starke-Familien-Gesetz wird der Kinderzuschlag in zwei Schritten neu gestaltet: Zum 1. Juli 2019 stieg er von bisher 170 Euro auf maximal 185 Euro pro Monat und Kind. Durch die nur noch anteilige Anrechnung von Kindeseinkommen werden auch Kinder von Alleinerziehenden mit der Leistung wirksam unterstützt. Außerdem reduziert sich der Antragsaufwand für die Familien durch die Einführung von festen Berechnungs- und Bewilligungszeiträumen. Der Kinderzuschlag wird nun verlässlich für sechs Monate gewährt.

Zum 1. Januar 2020 wird die obere Einkommensgrenze (bisherige "Abbruchkante") entfallen. Außerdem mindert eigenes Einkommen der Eltern die Leistung ab diesem Zeitpunkt nur noch zu 45 Prozent statt wie bisher zu 50. Zudem wird für Familien, die in verdeckter Armut leben, ein erweiterter Zugang zum Kinderzuschlag geschaffen. Dann können Familien den Kinderzuschlag auch erhalten, wenn sie mit dem Kinderzuschlag und Wohngeld bis zu 100 Euro unter dem SGB II-Anspruch bleiben.

Zusätzlich zum Starke-Familien-Gesetz werden mit dem Gute-KiTa-Gesetz alle Eltern, die den Kinderzuschlag, Leistungen nach dem SGB II oder Wohngeld beziehen, ab dem 1. August 2019 von KiTa-Gebühren befreit.

Den Empfängerinnen und Empfängern von Kinderzuschlag und Wohngeld stehen außerdem sieben Leistungen zur Bildung und Teilhabe zu, die zum 1. August 2019 ebenfalls mit dem Starke-Familien-Gesetz verbessert werden. Dazu zählen:

  • eintägige Ausflüge von Schule, KiTa oder Tagespflege,
  • mehrtägige Klassenfahrten von Schule, KiTa oder Tagespflege,
  • Geld für die Ausstattung mit Schulbedarf (Schulbedarfspaket ab 1. August 2019 in Höhe von 150 Euro pro Schuljahr),
  • Kosten für Schülerbeförderung (ab 1. August 2019 entfällt der Eigenanteil - selbst wenn die Fahrkarte auch für andere Fahrten nutzbar ist),
  • angemessene Lernförderung bei nicht ausreichenden Leistungen in der Schule unabhängig von einer unmittelbaren Versetzungsgefährdung,
  • gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in Schule, Kindertagesstätte oder Hort oder in der Tagespflege (ab 1. August 2019 entfällt der Eigenanteil) sowie
  • Leistungen für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft in Höhe von monatlich 10 Euro (ab 1. August 2019 monatlich 15 Euro).

Das Bildungs- und Teilhabepaket besteht aus Geld- und Sachleistungen. Mit den Sachleistungen wird sichergestellt, dass diese Leistungen die Kinder und Jugendlichen im Sinne einer individuellen Förderung auch erreichen.

Viele Städte oder Gemeinden bieten zudem Gutscheine oder besondere Ermäßigungen an. Bei welchen Anlaufstellen die Leistungen für Bildung und Teilhabe beantragt werden können, zeigt eine Übersicht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.