Chancen und Teilhabe für Familien

Familienbildung und Familienberatung

In Einrichtungen der Familienbildung und Familienberatung können Mütter und Väter in ganz Deutschland Unterstützung und Hilfe zum Thema Erziehung bekommen.

Eltern können auf unterschiedliche Angebote der Unterstützung und Förderung der Erziehung in der Familie zurückgreifen (§ 16 Kinder- und Jugendhilfegesetz, KJHG). Familienbildung vermittelt mit ihren Angeboten - zumeist in Kursen, Informationsabenden, Elterncafés oder offenen Beratungsstunden - wissenschaftlich fundiertes Erziehungswissen und gibt Tipps, Hinweise und Informationen rund um den Familienalltag in allen Lebensphasen: von der Geburtsvorbereitung über die Trotzphase und Pubertät bis zum Auszug der Kinder. Die Bildungsangebote stehen allen Eltern unabhängig von einem konkreten erzieherischen Bedarf offen. Sie sollen vorbeugend positiv auf die Familienerziehung wirken. Sie umfassen Angebote zur Stärkung der Erziehungskompetenz ebenso wie solche zur Gesundheitsförderung, zur kulturellen Bildung, Haushaltsführung, Lebensführung, im Freizeitbereich und zum sozialen Engagement.

Familien- und Erziehungsberatung soll Familienmitglieder bei individuellen und familienbezogenen Problemen, bei der Lösung von Erziehungsfragen und bei Trennung und Scheidung unterstützen. Familien oder einzelne Familienmitglieder können in unterschiedlichen Problem- und Lebenslagen auf ein qualifiziertes Beratungsnetz zurückgreifen. Mütter und Väter minderjähriger Kinder haben einen Rechtsanspruch auf Hilfe zu Erziehung (§ 27 KJHG), auf Beratung zu Partnerschaft, Trennung oder Scheidung (§ 17 KJHG) und zu Fragen zu Personensorge und Umgangsrecht (§ 18 KJHG). Die Beratung können Eltern kostenfrei in Anspruch nehmen. Sie basiert auf Freiwilligkeit und Verschwiegenheit.

Die Familienbildung und -beratung wird vom Bundesfamilienministerium durch regelmäßige Zuwendungen an die bundesweiten Trägerverbände für die Aus- und Fortbildung der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und durch bundesweite Fachtagungen gefördert. Dazu zählen Projekte der Qualitätsentwicklung und -sicherung, der Umsetzung von Ergebnissen in die Praxis und der wissenschaftlichen Begleitung von Angeboten der Familienbildung.

Die Ausgestaltung der Familienbildung vor Ort liegt in der Verantwortung der Länder und Kommunen. Die Angebote werden von öffentlichen Trägern (in den Gemeinden) und freien Trägern (insbesondere kirchliche Träger oder Träger der freien Wohlfahrtspflege) bereitgestellt.