Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug

Freiwilligendienste

Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug

Im Hinblick auf den Zuzug der vielen von Krieg und Terror bedrohten Flüchtlinge in Deutschland ist es wichtig, Flüchtlinge bei der Integration in unsere Gesellschaft tatkräftig zu unterstützen. Der neue Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug bildet hierfür einen wichtigen Baustein.

Insgesamt stellt der Bund im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) künftig neben den schon bestehenden 35.000 BFD-Plätzen des Regelformats bis zu 10.000 neue Bundesfreiwilligendienstplätze mit Flüchtlingsbezug zur Verfügung. Dafür stehen im Bundeshaushalt ab 2016 jährlich zusätzlich 50 Millionen Euro bereit. Das Sonderprogramm "BFD mit Flüchtlingsbezug" ist durch eine Änderung des Bundesfreiwilligendienstgesetzes (§ 18 BFDG) ermöglicht worden und bis zum 31. Dezember 2018 befristet.

Die BFD-Plätze mit Flüchtlingsbezug werden anders als im Regel-BFD hälftig zwischen der Zentralstelle im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) und den verbandlichen Zentralstellen mit jeweils 5.000 Vereinbarungen aufgeteilt.

Auch Flüchtlinge können BFD leisten

Die zusätzlichen BFD-Plätze mit Flüchtlingsbezug stehen außer für deutsche Freiwillige auch offen für Asylberechtigte sowie Asylbewerberinnen und Asylbewerber, bei denen ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist. Diese können beispielsweise ihre ersten Erfahrungen in Deutschland an Neuankömmlinge weiter geben.

Bei einem BFD-Einsatz von Flüchtlingen sind bei Bedarf Intensivsprachkurse von 4 Wochen zu Dienstbeginn vorgesehen sowie einsatzbegleitende Maßnahmen zur Erlangung beziehungsweise Verbesserung deutscher Sprachkenntnisse möglich.

Neue Voraussetzungen schaffen erforderliche Flexibilität

Wichtig bei der Umsetzung der zusätzlichen BFD-Plätze in der Flüchtlingsarbeit ist höchste Flexibilität. Mit der Änderung des Bundesfreiwilligendienstgesetzes (BFDG) sind dafür die Voraussetzungen geschaffen worden. Die wichtigsten Maßnahmen im Einzelnen:

  • Vorrangige Bearbeitung von beim BAFzA eingehenden Anträgen auf Anerkennung als Einsatzstelle im BFD mit Flüchtlingsbezug.´
  • Anpassung der Struktur der pädagogischen Begleitung an die besonderen Erfordernisse, die ein Einsatz mit Flüchtlingsbezug mit sich bringt unter der Beibehaltung der Qualität und des Umfangs der pädagogischen Begleitung. So soll die pädagogische Begleitung nicht nur in Form von Seminaren, sondern auch durch andere geeignete Bildungs- und Begleitmaßnahmen erfolgen können. Jede Zentralstelle hat sicherzustellen, dass eine fachliche Anleitung in der Einsatzstelle, eine einsatzorientierte Begleitung, ein Reflexionsseminar und gegebenenfalls ein bis zu vierwöchiger Deutschkurs gewährleistet werden.
  • Entsendung der Freiwilligen in eine andere gemeinwohlorientierte und zuverlässige Einrichtung mit Flüchtlingsbezug - allerdings nur nach entsprechender vorheriger Aufklärung und mit ausdrücklichen Zustimmung der Freiwilligen.
  • Aufgrund der oft fordernden Umstände eines Freiwilligendienstes mit Flüchtlingsbezug besteht die Möglichkeit auf Teilzeit auch für Freiwillige unter 27 Jahren. Hintergrund: Für Freiwillige über 27 Jahren gibt es im Regel-BFD bereits die Möglichkeit, einen BFD in Teilzeit mit mehr als 20 Wochenstunden zu absolvieren, für Jüngere jedoch nicht.
  • Minderjährige dürfen nicht als Freiwillige im BFD mit Flüchtlingsbezug eingesetzt werden.