Engagement stärken

Partnerschaft im Ehrenamt - Verbände und Stiftungen

Verbände, Stiftungen und Spenden sind wichtig für eine erfolgreiche Engagementpolitik.

Verbände

Verbände und Einrichtungen auf Bundesebene, beispielsweise die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege, übernehmen Verantwortung bei der Lösung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend arbeitet mit diesen Partnern eng zusammen. So kooperieren bei der Umsetzung gesetzlicher Zuständigkeiten des Bundesfamilienministeriums, wie Adoptionsvermittlung oder Aus- und Rückwandererberatung,  Partner aus den Verbänden mit staatlichen Stellen.

Mit dem Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge erhält eine "Plattform des Sozialen", in der auch die Kommunen einbezogen sind, vom Bundesfamilienministerium finanzielle Unterstützung. Auch Bahnhofsmission und Telefonseelsorge werden durch das Bundesfamilienministerium finanziell gefördert. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist Partner bei der Suche nach im Krieg gefallenen Verwandten.

Vergleichsweise junge Organisationen wie die Tafeln oder das Kinder- und Jugendprojekt Arche, die weitgehend autonom agieren und flexibel auf Bedürfnisse vor Ort reagieren können, sind ebenfalls wichtige Partner des Bundesfamilienministeriums.

Stiftungen und Bürgerstiftungen

Stiftungen sind Einrichtungen, die mit Hilfe eines Vermögens einen von der Stifterin oder dem Stifter festgelegten, in der Regel gemeinnützigen Zweck verfolgen. Sie sind eine zentrale Säule der Bürgergesellschaft und Ausdruck von bürgerschaftlichem Engagement. Sie wirken oft innovativ und setzen damit neue gesellschaftliche Trends. Dabei handeln Stiftungen auch als Förderer des bürgerschaftlichen Engagements. Etwa 95 Prozent aller deutschen Stiftungen sind gemeinnützig.

Eine junge Form der Stiftung ist die Bürgerstiftung: Im Unterschied zur klassischen Stiftung schließen sich hier Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zusammen, um gemeinsam in ihrem regionalen Umfeld für soziale, ökologische und kulturelle Belange einzutreten. Jeder stiftet, was er kann: Geld, Zeit oder Ideen. Bürgerstiftungen haben einen konkreten lokalen Bezug und ein weites Einsatzfeld. Sie stehen für eine neue Kultur der lebendigen Nachbarschaft.

Im Rahmen der Nationalen Engagementstrategie unterstützt das Bundesfamilienministerium zwei Module der Initiative Bürgerstiftungen. Das Modul "Bürgerstiftungswerkstatt" dient dabei der Schaffung eines differenzierten Bildungs- und Qualifizierungsangebotes für Vertreterinnen und Vertreter von Bürgerstiftungen. Das Modul "Die Regionen stärken - Stiftungsinitiative Ost" dient besonders der Vernetzung der Akteurinnen und Akteure sowie dem Wissenstransfer in Ostdeutschland.

Spenden

Das Spendenwesen hat in Deutschland eine große Bedeutung. Es gibt mehr als 600.000 eingetragene Vereine und über 16.000 Stiftungen, die größtenteils von den Finanzämtern als steuerbegünstigt ("gemeinnützig") anerkannt sind. Fast alle diese Organisationen sammeln Spenden. Das jährliche Spendenaufkommen im sozialen Bereich wird in Deutschland auf ungefähr 2,4 Milliarden Euro geschätzt (Schätzung des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen für das Jahr 2009). Diese Zahlen sprechen für die große Bereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern, sich für Menschen in Not und Armut zu engagieren und erhebliche Beträge zu spenden.

Um sowohl die Transparenz zu erhöhen als auch um die Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger zu erhalten, fördert das Bundesfamilienministerium Spendenberatung für Organisationen im sozialen Bereich beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen.