Engagement stärken

Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen in Pflege, Sport und Kultur

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlasten und unterstützen die Hauptamtlichen bei ihrer Arbeit. Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie. Es zeigt sich aber auch: In einigen Punkten besteht gezielter Handlungsbedarf.

Die Studie "Die Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen in Pflege, Sport und Kultur", die erstmals repräsentative Daten zur Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen vorlegt, wurde von 2012 – 2015 im Auftrag des Bundesfamilienministeriums von der INBAS Sozialforschung (Frankfurt am Main) unter wissenschaftlicher Leitung von Dr. Jürgen Schumacher erstellt – in Kooperation mit Prof. Dr. Frank Faulbaum von der Universität St. Gallen. Aktiv mitgewirkt hat ein Beirat ausgewiesener Experten aus Wissenschaft, Wohlfahrtsverbänden und Freiwilligenarbeit, aus Pflege, Sport und Kultur sowie wichtigen kommunalen Einrichtungen und Verwaltungen.

Verbesserung des Informationsflusses

Die Pilotstudie hat von den vielen Engagementfeldern in Pflege, Sport und Kultur konkrete Teilbereiche ausgewählt: In der Pflege sind dies die stationären Altenpflegeeinrichtungen, im Sport die größeren Mehrsparten-Sportvereine und in der Kultur die Museen und Bibliotheken. Die repräsentative Befragung von 3294 Personen in 1879 Einrichtungen und Vereinen zeigt, dass die Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen insgesamt positiv beurteilt wird, aber in einigen Punkten gezielter Handlungsbedarf besteht:

  • Die große Mehrheit sieht die Kooperation zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen positiv: Gut die Hälfte bis zu drei Vierteln der Ehrenamtlichen sehen hier keine Schwierigkeiten, aber 8 bis 18 Prozent sprechen von nennenswerten Problemen.
  • Die Verbesserung des Informationsflusses ist ein wichtiges Anliegen: Ein Drittel der Hauptamtlichen und ein Drittel der Ehrenamtlichen sehen hier Handlungsbedarf.
  • Partizipations- und Gestaltungsmöglichkeiten für die Ehrenamtlichen sind gezielt zu verbessern: 12 bis 24 Prozent beklagen Mängel auf diesem Feld.
  • Mehr als zwei Drittel der Hauptamtlichen meinen, dass ehrenamtliche Mitarbeit eine Entlastung für die Hauptamtlichen mit sich bringt, die Ehrenamtlichen sind zu neun Zehnteln dieser Ansicht.

Als Anregung für die alltägliche Arbeit hat die Studie einen Handlungsleitfaden für die Praxis erstellt. Dieser ist auch als Broschüre erhältlich. Die gesamte Studie ist hier abrufbar.