Demografischer Wandel und Nachhaltigkeit

Ein Kind, eine junge Frau und ein älterer Mann sitzen auf einem Sofa
Die Gesellschaft wird älter und vielfältiger© Bildnachweis: Yuri Arcurs

In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird sich die Bevölkerung in Deutschland weiter stark verändern: Die Menschen in Deutschland werden älter und die Gesellschaft wird vielfältiger - nicht zuletzt durch die Zuwanderung. Die Anzahl der Geburten steigt seit einigen Jahren zwar wieder leicht an, längerfristig wird die Bevölkerungszahl jedoch sinken.

Diese Veränderungen sind grundlegend, dauerhaft, treten regional unterschiedlich auf und werden in unserer Gesellschaft immer stärker spürbar. Der demografische Wandel stellt eine große Herausforderung für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und jeden Einzelnen unserer Gesellschaft dar. Umso wichtiger ist es, diese Herausforderung anzugehen. Das Bundesfamilienministerium als Ministerium für alle Generationen befasst sich daher mit den Ursachen und Folgen der demografischen Entwicklung.

2012 hat die Bundesregierung erstmals eine Demografiestrategie erarbeitet, die 2015 weiterentwickelt wurde und 2017 in den Demografiegipfel einfloss. Sie beinhaltet Maßnahmen des Bundes und Vorschläge, die gemeinsam mit Ländern, Kommunen, Verbänden, Sozialpartnern, Wirtschaft, Wissenschaft und anderen Akteuren der Zivilgesellschaft zu realisieren sind.

Von den insgesamt zehn Arbeitsgruppen der Demografiestrategie waren vier in Federführung des Bundesfamilienministeriums.  Neben den drei bestehenden Arbeitsgruppen in den Bereichen Familie, ältere Menschen und Menschen mit Demenz wurde 2014 auf Initiative des Bundesfamilienministeriums auch eine Arbeitsgruppe Jugend eingerichtet. Denn die noch jungen Menschen werden besonders von der demografischen Entwicklung betroffen sein.

Um der wachsenden regionalen Ungleichheit zu begegnen, hat die Bundesregierung 2019 im Rahmen der Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse" Maßnahmen zur weiteren Förderung strukturschwacher Regionen beschlossen.

Die einzelnen Regionen in Deutschland bekommen den demografischen Wandel unterschiedlich zu spüren. Sie müssen mit individuellen Strategien auf die verschiedenen Herausforderungen reagieren. Daher hat das Bundesfamilienministerium 2016 die "Demografiewerkstatt Kommunen" ins Leben gerufen. Fünf Jahre lang werden ausgewählte Kommunen bei der Gestaltung des demografischen Wandels vor Ort durch externe Beratungsteams begleitet und unterstützt. Die Erfahrungen werden ausgewertet, aufbereitet und stehen als Werkzeuge zur Gestaltung des demografischen Wandels vor Ort allen Kommunen zur Verfügung.

Das Bundesfamilienministerium tauscht sich mit vielen Ländern über Maßnahmen zur Bewältigung des demografischen Wandels aus. Speziell Deutschland und Japan stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Parallelen gibt es vor allem bei der niedrigen Geburtenrate und der steigenden Lebenserwartung. Daher ist es wichtig, voneinander zu lernen. Mehrere deutsch-japanische Symposien haben einen Erfahrungsaustausch bereits ermöglicht.

Das Bundesfamilienministerium ist - wie alle Bundesministerien - in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung eingebunden. Nachhaltige Entwicklung betrifft viele Politikfelder und sollte bei allen Entscheidungen in politischen, wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bereichen mitgedacht werden - auch in ihren Wechselwirkungen. Das Bundesfamilienministerium verfolgt den Grundsatz: sozialen Zusammenhalt stärken und niemanden zurücklassen. Gleichberechtigung und Nicht-Diskriminierung sind dabei grundlegende Prinzipien des Handelns.