Corona-Pandemie

Kinderbetreuung bei Schul- und Kitaschließungen

Homeschooling, Wechselunterricht und monatelange Schulschließungen waren für Kinder und Jugendliche eine große Belastung und eine Herausforderung für berufstätige Eltern. Im Juni 2021 hat die Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossen, dass die Schulen nach den Sommerferien zum Regelbetrieb zurückkehren sollen - unter Einhaltung von Hygienevorschriften. Auch in den Kitas soll es wieder einen Regelbetrieb geben. Zuständig sind die einzelnen Bundesländer.

Vereinzelt kann es aber nach wie vor zu Schließungen oder einem eingeschränkten Betrieb kommen, zum Beispiel aufgrund von Anordnung einer Quarantäne. Eltern die in diesem Fall ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, haben Anspruch auf zusätzliche Kinderkrankentage oder eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz.

Zusätzliche Kinderkrankentage bei Betreuung zu Hause

Im Jahr 2021 stehen jedem Elternteil 30 statt wie bisher 10 Kinderkrankentage pro Kind zur Verfügung, für Alleinerziehende sind es 60 statt 20 Tage. Bei mehreren Kindern hat jeder Elternteil insgesamt einen Anspruch auf maximal 65 Arbeitstage. Für Alleinerziehende erhöht sich dieser Anspruch auf maximal 130 Arbeitstage.

Neu ist zudem, dass ein Anspruch auch dann besteht, wenn das Kind nicht krank ist, sondern zu Hause betreut werden muss, weil Schule, Kindertagesstätte oder Kindertagespflege behördlich geschlossen sind oder die Präsenzpflicht im Unterricht ausgesetzt wurde. Auch wenn die Behörden den Zugang nur eingeschränkt haben oder empfehlen ein mögliches Betreuungsangebot nicht wahrzunehmen, können Kinderkrankentage genutzt werden. Anspruchsberechtigt sind auch Eltern, die im Homeoffice arbeiten könnten.

Voraussetzungen sind, dass:

  • sowohl der betroffene Elternteil als auch das Kind gesetzlich krankenversichert sind,
  • das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder aufgrund einer Behinderung auf Hilfe angewiesen ist,
  • keine andere im Haushalt lebende Person das Kind beaufsichtigen kann.

Die Höhe des Kinderkrankengeldes beträgt in der Regel 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Bei Krankheit des Kindes muss der Krankenkasse ein ärztliches Attest vorgelegt werden, bei Arbeitsausfall aufgrund von Kinderbetreuung wird eine Bescheinigung der Schule oder Einrichtung der Kindertagesbetreuung benötigt.

Die Regelung ist rückwirkend zum 5. Januar 2021 in Kraft getreten. Weitere Informationen enthalten die Fragen und Antworten zu den Kinderkrankentagen und zum Kinderkrankengeld.

Sollten Krankenkassen einen Nachweis durch die Einrichtungen verlangen, hat das Bundesfamilienministerium im Rahmen seiner Öffentlichkeitsarbeit eine Musterbescheinigung entwickelt, die von Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen oder Schulen verwendet werden kann und eine Ergänzung zum formellen Antrag bei der gesetzlichen Krankenversicherung darstellt.

Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz

Neben den erweiterten Kinderkrankentagen haben berufstätige Eltern und Selbstständige - unabhängig von ihrer Versicherungsform - auch einen Anspruch auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz, wenn sie ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. Voraussetzung ist auch hier, dass das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder aufgrund einer Behinderung auf Hilfe angewiesen ist. Außerdem darf keine anderweitige zumutbare Betreuungsmöglichkeit bestehen.

Der Anspruch besteht, wenn die Schule oder der Einrichtung zur Kinderbetreuung behördlich geschlossen ist, wenn Schul- oder Betriebsferien angeordnet oder verlängert werden, die Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben oder der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt wird. Auch wenn eine behördliche Empfehlung vorliegt, vom Besuch der Schule oder Kinderbetreuungseinrichtung abzusehen, besteht ein Anspruch.

Eltern und Alleinerziehende erhalten in diesen Fällen eine Entschädigung von 67 Prozent des entstandenen Verdienstausfalls (maximal 2016 Euro) für längstens zehn Wochen pro erwerbstätigen Elternteil beziehungsweise 20 Wochen für Alleinerziehende. Der Maximalzeitraum von zehn beziehungsweise 20 Wochen muss nicht an einem Stück in Anspruch genommen werden, sondern kann über mehrere Monate verteilt werden.

Die Auszahlung der Entschädigung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann. Es besteht für Arbeitgeber auch die Möglichkeit, einen Vorschuss bei der Behörde zu beantragen. Weitere Informationen zur Anspruchsstellung stehen unter www.ifsg-online.de zur Verfügung.

Diese Regelung gilt, solange der Deutsche Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite festgestellt hat: Diese gilt zunächst bis längstens 30. September 2021.

Anleitung zum Corona-Selbsttest bei Kindern

Immer mehr Kitas und Schulen verlangen oder empfehlen einen Corona-Test bei Kindern - teilweise ein oder zwei Mal wöchentlich, teilweise wenn das Kind Krankheitssymptome hat, teilweise auch ohne Krankheitssymptome. Die sogenannten Antigen-Selbsttests können bei richtiger Anwendung zu einem sicheren Besuch von Kita und Schule beitragen. Ein Merkblatt zeigt, wie Sie mit wenig Aufwand einen Corona-Selbsttest bei Ihrem Kind durchführen können und wie Sie mit dem Ergebnis umgehen.