Corona-Pandemie Fragen und Antworten zum Kinderbonus 2021

Im Jahr 2021 gibt es eine Neuauflage des Kinderbonus. Bereits 2020 wurde er für mehr als 16 Millionen Kinder in Deutschland ausgezahlt. Der Kinderbonus hat die Familien gestärkt - insbesondere Familien, die ein kleines bis mittleres Einkommen und mehrere Kinder haben. Er hat geholfen, die Wirtschaft zu beleben, Arbeitsplätze zu sichern und den Weg unseres Landes in eine stabile Zukunft zu bereiten. Dabei stehen Familien an erster Stelle.

Fragen und Antworten

Wer erhält den Kinderbonus?

Der Kinderbonus wird für alle Kinder gezahlt, für die im Jahr 2021 für mindestens einen Kalendermonat Anspruch auf Kindergeld besteht. Für den Kinderbonus gelten im Wesentlichen die gleichen Vorschriften wie für das Kindergeld.

Muss der Kinderbonus beantragt werden?

Nein, der Kinderbonus muss grundsätzlich nicht beantragt werden. Der Kinderbonus wird in der Regel automatisch von der zuständigen Familienkasse ausgezahlt. Für im Jahr 2021 Neugeborene, für die bisher weder Kindergeld noch Kinderbonus festgesetzt und ausgezahlt wurden, genügt der Antrag auf Kindergeld.

Wann wird der Kinderbonus ausgezahlt?

Der Kinderbonus in Höhe von 150 Euro wird für alle Kinder, für die im Mai 2021 Anspruch auf Kindergeld besteht, im Mai 2021 ausgezahlt. Für Kinder, für die zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt im Jahr 2021 Anspruch auf Kindergeld besteht, wird der Kinderbonus gegebenenfalls nach Mai ausgezahlt.

Wer ist für den Kinderbonus zuständig?

Der Kinderbonus wird von den Familienkassen festgesetzt und ausgezahlt. Zuständig ist die Familienkasse, die auch für das Kindergeld des jeweiligen Kindes zuständig ist. Für Fragen zu konkreten Einzelfällen ist sie der richtige Ansprechpartner für die Eltern.

Bis zu welchem Einkommen profitieren Familien vom Kinderbonus?

Der Kinderbonus stellt kein steuerpflichtiges Einkommen dar. Er ist als Steuervergütung Teil des steuerlichen Familienleistungsausgleichs: Bei der Einkommensteuerveranlagung wird der Kinderbonus bei der Vergleichsberechnung (sogenannte Günstigerprüfung) zusammen mit dem Kindergeld berücksichtigt. Dabei prüft das Finanzamt, ob Kindergeld und Kinderbonus für die Familie günstiger sind oder die Entlastung aus den Kinderfreibeträgen. Je höher das Einkommen ist, desto günstiger wirken die Kinderfreibeträge. Das bedeutet:

Alle Familien, für die bisher das Kindergeld für alle Kinder günstiger war als die Entlastung durch die steuerlichen Kinderfreibeträge, profitieren in voller Höhe vom Kinderbonus.

Alle Familien, für die die Entlastung durch die Kinderfreibeträge für mindestens ein Kind zwar größer war als das Kindergeld, jedoch geringer ausfällt als die Summe aus Kindergeld und Kinderbonus, profitieren nur anteilig vom Kinderbonus.
Alle Familien, für die die Entlastung durch die Kinderfreibeträge für alle Kinder größer ist als die Summe aus Kindergeld und Kinderbonus, profitieren im Ergebnis nach der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2021 nicht vom Kinderbonus.
Die Frage, bis zu welchem Einkommen Familien vom Kinderbonus profitieren, kann nicht pauschal beantwortet werden, weil bei der Vergleichsrechnung für jedes Kind individuell geprüft wird, ob der Kinderfreibetrag günstiger ist. Bei Eltern mit mehreren Kindern kann es vorkommen, dass für das erste Kind der Kinderfreibetrag und für weitere Kinder das Kindergeld günstiger ist. Gleichzeitig werden bei getrennt lebenden Eltern beiden Elternteilen das Kindergeld, der Kinderbonus und der Kinderfreibetrag für das gemeinsame Kind jeweils zur Hälfte zugerechnet.

Ein Beispiel: Ein zusammenveranlagtes Elternpaar mit zwei Kindern profitiert bis zu einem Einkommen von 69.040 Euro in voller Höhe vom Kinderbonus für beide Kinder. Oberhalb dieser Höhe wird der Kinderbonus allmählich abgeschmolzen. Ab einem Einkommen von 85.974 Euro wird er in dieser Konstellation im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2021 vollständig mit den zwei Kinderfreibeträgen verrechnet.

Im Ergebnis erhalten mehr als 75 Prozent der Kinder die volle Entlastung durch den Kinderbonus, knapp 25 Prozent werden nur teilweise oder nicht entlastet.

Wird der Kinderbonus auf Sozialleistungen angerechnet?

Der Kinderbonus wird bei den Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II), beim Kinderzuschlag und beim Wohngeld nicht als Einkommen berücksichtigt. Beim Unterhaltsvorschuss wird der Kinderbonus nicht angerechnet. Damit kommt der Kinderbonus Familien mit kleinen Einkommen zusätzlich zugute.

Wird der Kinderbonus auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet?

Nein, der Kinderbonus wird nicht auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet.

Erhalten Alleinerziehende den vollen Kinderbonus?

Der Kinderbonus wird für jedes Kind, für das auch Kindergeld zusteht, in Höhe von 150 Euro ausgezahlt. Jede Familie bekommt also - unabhängig davon, ob die Eltern zusammenleben oder nicht - für jedes Kind 150 Euro ausgezahlt.

Bei getrennt lebenden Eltern wird für den Kinderbonus genauso wie beim Kindergeld verfahren: Der alleinerziehende Elternteil, der das Kindergeld bekommt, bekommt auch den Kinderbonus ausgezahlt.

Alleinerziehende, die Unterhaltsvorschuss erhalten, bekommen ebenfalls 150 Euro Kinderbonus ausgezahlt. Der Kinderbonus wird nicht auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet. Das heißt, der staatliche Unterhaltsvorschuss wird in gleicher Höhe weitergezahlt wie bisher.

Wenn bei getrennt lebenden Eltern der andere Elternteil den Mindestunterhalt oder mehr zahlt, wenn also der andere Elternteil seiner Verantwortung gegenüber seinem Kind gerecht wird, dann darf der andere Elternteil die Hälfte des Kinderbonus in Höhe von 75 Euro von seiner Unterhaltszahlung im Auszahlungsmonat - in der Regel Mai - abziehen. Natürlich muss der andere Elternteil den Betrag von seiner Unterhaltsleistung nicht abziehen, sondern kann den Unterhalt zahlen wie bisher. Oder er nutzt die Möglichkeit, selbst das Geld für das Kind - zum Beispiel im Rahmen einer gemeinsamen Freizeitaktivität oder zum Kauf nötiger Dinge - auszugeben.

Berechnungsbeispiel für einen Fall mit Mindestunterhalt:

Ein Kind ist acht Jahre alt, also in der mittleren Altersgruppe. Der Mindestunterhalt beträgt hier 451 Euro.

Mindestunterhalt nach § 1612a BGB                                   451,00 Euro
Abzug Kindergeld (1/2 von 219 Euro)                               - 109,50 Euro
Zahlbetrag in Monaten ohne Kinderbonus                         341,50 Euro

bei Zahlung des Kinderbonus im Mai 2021 zusätzlich:
Abzug Kinderbonus Mai 2021 (1/2 von 150 Euro)             - 75,00 Euro
Verbleibender Zahlbetrag Mai 2021                                     266,50 Euro

Wie ist die Regelung für sogenannte "Mangelfälle"?

Bei sogenannten "Mangelfällen" zahlt der barunterhaltspflichtige Elternteil aufgrund eines kleinen Einkommens weniger Unterhalt als den sogenannten Mindestunterhalt. In diesen Fällen kann der Zahlbetrag wegen des Kinderbonus allenfalls bis zu dem in diesem Monat geltenden Zahlbetrag für Mindestunterhalt gekürzt werden.

Berechnungsbeispiel für einen sogenannten "Mangelfall":

Schuldet der Unterhaltsschuldner aufgrund seines geringen Einkommens beispielsweise normalerweise 300 Euro ("Mangelfall"), darf er nun im Mai 2021 die Zahlung reduzieren auf 266,50 Euro. Wie sich der Zahlbetrag bei Mindestunterhalt im Mai 2021 errechnet, erfahren Sie in der Antwort auf die Frage "Erhalten Alleinerziehende den vollen Kinderbonus?".

Wenn der andere Elternteil keinen Unterhalt schuldet oder keinen Unterhalt zahlt oder wenn der mögliche Zahlbetrag des Barunterhaltspflichtigen nicht mehr als 266,50 Euro beträgt, dann darf er den Kinderbonus auch nicht vom Unterhaltszahlbetrag abziehen. Der Kinderbonus kommt in diesen Fällen dem Kind über die Auszahlung an den alleinerziehenden Elternteil ungekürzt zugute.

Wie wird der Kinderbonus bei Eltern gehandhabt, die das Wechselmodell praktizieren?

Da der Kinderbonus zusätzlich zum Kindergeld ausgezahlt wird, wird er auch beim Wechselmodell und den entsprechenden einkommensabhängigen Unterhaltszahlungen wie Kindergeld behandelt. Im Ergebnis ist also ein Ausgleich zwischen den Eltern vorgesehen, der gegebenenfalls über eine Verrechnung mit den Unterhaltszahlungen durchgeführt werden kann. So profitieren beide Elternteile vom Kinderbonus und vom Kindergeld.

Kann der Kinderbonus gepfändet werden?

Der Anspruch auf Kindergeld und somit auch auf Kinderbonus kann grundsätzlich nicht gepfändet werden. Einzige Ausnahme ist die Pfändung wegen gesetzlicher Unterhaltsansprüche des betroffenen Kindes. In der Praxis der Familienkassen kommt es wegen der Beschränkung auf solche gesetzlichen Unterhaltsansprüche in der Regel zu keiner Pfändung.

Erhalten auch Pflegeeltern den Kinderbonus?

Ja, auch Pflegeeltern erhalten den Kinderbonus, wenn sie Kindergeld für das Kind beziehen. Eine Anrechnung des Kinderbonus auf Leistungen zum Unterhalt des Kindes oder des Jugendlichen nach dem Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) erfolgt nicht.

Erhalten auch Kinder, die in Heimen oder Jugendhilfeeinrichtungen leben, den Kinderbonus?

Ja, Kinderbonus wird auch für Kinder ausgezahlt, die in Heimen oder Jugendhilfeeinrichtungen leben, wenn für das Kind Kindergeld bezogen wird. Der Kinderbonus wird in der Regel an den kindergeldberechtigten Elternteil gezahlt. In begründeten Ausnahmefällen kann die Familienkasse prüfen, ob eine gesonderte Abzweigung des Kinderbonus an das Kind in Betracht kommt, wenn ihr rechtzeitig vor der Auszahlung ein entsprechender Antrag vorliegt. Wird das Kindergeld an das Kind selbst gezahlt, wird auch der Kinderbonus an das Kind gezahlt.

Wird der Kinderbonus bei der Kostenbeteiligung für Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe berücksichtigt?

Im Rahmen der Kostenbeteiligung für Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe nach dem Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) bleibt der Kinderbonus außer Betracht.

Erhalten Eltern von Kindern mit Behinderung den Kinderbonus?

Ja, Eltern von Kindern mit Behinderung erhalten den Kinderbonus, wenn sie für das Kind Kindergeld beziehen.

Ist der Kinderbonus von dem Aufenthaltsstaus der Eltern oder des Kindes abhängig?

Für den Kinderbonus gelten im Wesentlichen die gleichen Vorschriften wie für das Kindergeld: Keiner kindergeldberechtigten Person wird aufgrund ihres Aufenthaltsstatus der Kinderbonus verwehrt.