Corona-Pandemie Angebote für ältere Menschen

Kann ich bei Beschwerden unbedenklich einen Arzt aufsuchen oder muss ich fürchten, mich dort mit dem Coronavirus zu infizieren?

Natürlich sollten Sie bei Beschwerden unbedingt zum Arzt gehen und die Ursache abklären lassen. Arztpraxen und Krankenhäuser haben Vorrichtungen getroffen, um ein Infektionsrisiko möglichst auszuschließen. Sind bei Ihnen jedoch Symptome aufgetreten, die für eine Corona-Erkrankung typisch sind (schwerer Husten, Fieber, auch Geschmacksverlust kann ein Anzeichen sein), sollten Sie auf jeden Fall vorher in der Praxis anrufen.

Kann ich Hilfen aus der Nachbarschaft annehmen, die jetzt angeboten werden?

Um sich trotz der Kontaktbeschränkungen oder bei häuslicher Quarantäne mit den Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen, können Sie nachbarschaftliche Hilfen in Anspruch nehmen. Unterschiedliche Träger engagieren sich in nahezu allen Kommunen für diese wichtige und unkomplizierte Unterstützung. Die nebenan.de Stiftung hat zusammen mit einigen Partnern eine Hotline für Hilfesuchende eingerichtet, um möglichst unkompliziert und schnell Nachbarschaftshilfe zu ermöglichen.

Einige Bundesländer haben Informationen für jene, die helfen wollen oder der Hilfe bedürfen auf Übersichtsseiten zusammengestellt. Die Angebote zur Nachbarschaftshilfe und zum Bürgerengagement finden Sie hier.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich mich einsam fühle?

Insbesondere ältere Menschen, die alleine leben, sind von den Kontaktbeschränkungen stark betroffen. Um sich zu schützen, vermeiden manche auch Einkäufe. Dadurch fallen alle Routinen weg, die sie noch mit der Außenwelt verbinden. Viele leiden unter der Einsamkeit. Für sie stehen telefonische Anlaufstellen wie TelefonSeelsorge und Silbernetz zur Verfügung. Die TelefonSeelsorge bietet Telefon-, Online- und Chatberatungen sowie Beratungen vor Ort an. Wer einfach mal reden will, kann auch das Silbertelefon anrufen, die kostenfreie Hotline von Silbernetz, unter 0800 4708090 zwischen 8 Uhr und 22 Uhr. Angebote gibt es auch in den Kommunen, zum Beispiel von den Seniorenbüros.

Kann ich Angehörige und Freunde im Pflegeheim besuchen?

Viele ältere Menschen haben Angehörige oder Freunde, die in einem Pflegeheim leben und die sie aufgrund der Besuchsverbote nicht treffen können. Gerade bei Ehepaaren, bei denen ein Partner im Pflegeheim lebt, und bei hochaltrigen Eltern führt das zu sehr belastenden Situationen für beide Seiten.

Damit es nicht zu einer vollständigen Isolation der Betroffenen kommt, haben Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder am 15. April Änderungen beschlossen. Für vulnerable Gruppen und insbesondere für Pflegeheime, Senioren- und Behinderteneinrichtungen sollen nach den jeweiligen lokalen Gegebenheiten und in den jeweiligen Institutionen besondere Schutzmaßnahmen ergriffen und spezifische Konzepte entwickelt werden. Suchen Sie das Gespräch mit der Heimleitung und dem Heimbeirat, um gute und verhältnismäßige Lösungen für Kontakte zu finden.

Wenn Sie zuhause einen Angehörigen pflegen, ist die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) geförderte, kostenlose App in.konkakt eine Möglichkeit, sich online zu vernetzen, Informationen, Erfahrungen und Hilfestellung auszutauschen. Das vom BMG geförderte Modellprojekt OSHI-PA "Online Selbsthilfe Initiativen für pflegende Angehörige" ergänzt die klassische Selbsthilfe vor Ort.

Wo finde ich Unterstützung im Umgang mit Sorgen und Ängsten?

Sie haben Angst vor einer Ansteckung? Oder sorgen sich, wie es finanziell weitergeht? Die Deutsche Psychotherapeuten-Vereinigung (DPtV) hat Tipps zusammengestellt, wie man in Zeiten der Corona-Pandemie und der Kontaktbeschränkungen psychisch gesund bleibt. Und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat zu dem Thema einen Podcast veröffentlicht.

Was kann ich tun, um geistig rege im Kopf zu bleiben?

Sie vermissen den gemeinsamen Spieleabend mit Freunden? Dann nutzen Sie die Möglichkeit, mit ihnen im Netz zu spielen. Viele klassische Gesellschaftsspiele wie "Mensch ärgere dich nicht", "Kniffel" oder "Backgammon" können online gespielt werden. Dazu geben Sie einfach den Namen des Spiels bei einer Suchmaschine ein. Schon werden Ihnen entsprechende Online-Angebote oder Apps angezeigt.

Verschiedene Möglichkeiten, das Gedächtnis zu trainieren, bietet der Senioren Ratgeber an: vom Kopfrechen über Memo-Spiele, Buchstabensalat bis zu Sudoku.

Rege im Kopf bleiben: Das Hauptstadtportal Berlin.de hat sieben Tipps zusammengestellt, wie die geistige Fitness erhalten bleiben kann.

Denk-Pfade, Spiele, Apps oder Übungen zum Knobeln finden sich beim Bundesverband Gedächtnistraining e.V. auf dem "Markt der Möglichkeiten".    

Wie erhalte ich meine sozialen Kontakte aufrecht?

Wie lange Sie die Kontaktbeschränkungen noch einhalten müssen, kann derzeit niemand beantworten. Schrittweise werden Beschränkungen bereits gelockert und teilweise auch wieder aufgehoben. Bundes- und Länderregierungen beobachten in enger Zusammenarbeit mit der Wissenschaft die Entwicklung, um kontinuierlich nachsteuern zu können. Das Haus können Sie natürlich verlassen und sich auch ehrenamtlich engagieren. Wichtig ist, die verfügten Auflagen (Hygiene, Abstand halten) zu beachten.

Älteren Menschen, die bislang nur wenig oder gar nicht das Internet nutzen, wird derzeit bewusst, welche Chancen die digitale Kommunikation jetzt bietet. Viele Angebote auch für Einsteiger bietet das Projekt "Digital Kompass". Die bundesweit 70 Standorte des Projekts bieten Online-Sprechstunden und digitale Kaffeekränzchen zu zahlreichen Themen an, veranstalten digitale Spielrunden für Jung und Alt. Der Digital Kompass bietet zudem Schritt-für Schritt-Anleitungen zu vielen Themen rund ums Internet an.

Mit dem Projekt "Digitaler Engel" unterstützt das Bundesseniorenministerium ältere Menschen, digitale Angebote sicher zu nutzen. Die deutschlandweite Tour ist zwar abgesagt, aber zweimal täglich diskutiert der "Digitale Engel" von 10 bis 11 Uhr und von 14 bis 15 Uhr mit älteren Menschen, die sich per Telefon, Handy, Tablet oder PC zuschalten können.

Was kann ich tun, um mich körperlich fit zu halten?

Bewegung ist wichtig für Ihre Gesundheit im Alter. Gehen Sie draußen spazieren, allein oder zu zweit - aber immer mit dem erforderlichen Abstand. Es gibt auch viele Angebote im Internet für Bewegung, Sport und Gymnastik.    

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ruft ältere Menschen dazu auf, sich auch in Corona-Zeiten zu Hause fit zu halten. Auf seiner Internetseite hat er digitale Sportangebote für sie zusammengestellt. 

Der Deutsche Turner-Bund (DTB) hat ein neues Online-Programm "Mach mit, bleib fit!" zusammengestellt, das sich speziell an Frauen und Männer ab 60 Jahren richtet und eine Vielzahl an Übungen umfasst, die sowohl in den eigenen vier Wänden als auch draußen im Garten durchgeführt werden können.

Weitere Tipps finden sich auf der Plattform des Bundesprogramms "Altersbilder" des Bundesseniorenministeriums.