Hilfe und Pflege

Pausentaste: Beratung für pflegende Kinder und Jugendliche

Ein junger Rollstuhlfahrer und seine Begleitung besteigen einen Zug
Das Beratungsangebot "Pausentaste" unterstützt junge Menschen mit Pflegeverantwortung© Fotolia/shootingankauf

Ziel des Projekts "Pausentaste - Wer anderen hilft, braucht manchmal selber Hilfe" ist es, ein niedrigschwelliges Beratungsangebot für pflegende Kinder und Jugendliche zu etablieren. Denn nicht nur Erwachsene kümmern sich um chronisch Kranke oder Pflegebedürftige: Nach einer Befragung des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) versorgen und pflegen rund 230.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland substanziell und regelmäßig Angehörige.

Oft nehmen jungen Menschen mit Pflegeverantwortung sich selbst nicht als pflegende Angehörige wahr. Sie kümmern sich wie selbstverständlich um ihre kranken Familienmitglieder. Betroffene sind damit aber häufig überfordert. Daraus können sich nachteilige psychische, soziale und schulische Folgen ergeben. "Pausentaste" hilft jungen Pflegenden dabei, Pausen einzulegen, zu reflektieren, Hilfsangebote wahrzunehmen oder über die eigene Situation zu sprechen - auch anonym.

Die Website www.pausentaste.de beantwortet grundlegende Fragen rund um die Pflege und präsentiert Erfahrungsberichte, Interviews und Videos. Darüber hinaus weist sie auf Beratungsangebote vor Ort hin.

Die Betreuung der Telefon- und E-Mail-Beratung übernimmt der Verein "Nummer gegen Kummer". Unter der Nummer 116 111 erreichen ratsuchende Kinder und Jugendliche die Hotline von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr. Das Beratungsangebot ist kostenlos und auf Wunsch auch anonym.  An Samstagen gibt es zudem eine "Peer-to-Peer"-Beratung durch ehrenamtliche Beraterinnen und Berater im Alter von 16 bis 21 Jahren. Per E-Mail gibt es über die Website www.nummergegenkummer.de rund um die Uhr Informationen und Beratung.

Das Angebot richtet sich in erster Linie an pflegende Kinder und Jugendliche. Aber auch Lehrkräfte, ambulante Pflegedienste, Sozialdienste an Schulen und Kliniken sowie Jugendorganisationen und die Öffentlichkeit sollen auf das Thema aufmerksam gemacht werden.

Im Juli 2017 hat das Bundesfamilienministerium zudem ein Netzwerk zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Pflegeverantwortung ins Leben gerufen. Bisher nehmen 20 Initiativen teil. Dem Netzwerk gehören zum Beispiel verschiedene Hilfetelefone und Interessenvertretungen pflegender Angehöriger an. Zukünftig wird sich das Netzwerk jährlich zu Fachfragen austauschen.