Pflegeausbildung in Bewegung

Pflegeausbildung in Bewegung

Die zunehmende Zahl älterer Menschen, neue Erkenntnisse der Pflegewissenschaften, höhere berufliche Anforderungen, Überschneidungen von Aufgabenbereichen der Altenpflege und Krankenpflege, Berufsentwicklungen in anderen europäischen Ländern - dies sind nur einige Stichworte, die den angestrebten Prozess der gemeinsamen Weiterentwicklung der Pflegeberufe bestimmen. Nach der Umsetzung des Altenpflegegesetzes geht es dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend darum, die zukünftigen Anforderungen an das Berufsfeld "Pflege" und damit die Pflegeausbildung gezielt aus dem Blickwinkel der Altenpflege zu betrachten. Denn angesichts der demografischen Entwicklung wird die Betreuung älterer Menschen zu den Schwerpunktaufgaben aller Pflegekräfte gehören, ob im ambulanten Dienst, in stationären Pflegeeinrichtungen, in neuen Wohngruppen oder im Krankenhaus.

Modellprojekte in der Pflegeausbildung

In einem breit angelegten, vierjährigen Modellvorhaben wurde zwischen 2004 und 2008 erprobt, wie eine gemeinsame Weiterentwicklung der Altenpflegeausbildung einerseits und der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung beziehungsweise der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeausbildung andererseits aussehen kann. Acht Modellprojekte an insgesamt 15 Pflegeschulen in acht Bundesländern führten die Ausbildungen in unterschiedlicher Weise zusammen. Sie entwickelten innovative Curricula für die schulische Ausbildung und neue Ausbildungspläne für die praktische Ausbildung. Ferner bauten sie Strukturen für die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und den vielfältigen Ausbildungsstätten auf. In unterschiedlicher Weise wurde in der Praxis erprobt, wie Schülerinnen und Schüler der drei Ausbildungszweige gemeinsam in Theorie und Praxis ausgebildet werden können, wie Lehrkräfte der verschiedenen Schulen zu Teams werden können und wie eine gute Kooperation zwischen schulischer und praktischer Ausbildung gelingen kann. Die Erprobung erfolgte in dreijährigen beziehungsweise dreieinhalbjährigen Ausbildungsgängen. Die Modelle entwickelten und praktizierten den lernfeldorientierten Unterricht. Neue pflegepädagogische und pflegedidaktische Konzepte wurden berücksichtigt.

Umfassender Schlussbericht

Das Modellvorhaben "Pflegeausbildung in Bewegung" wurde umfassend wissenschaftlich begleitet. Das Wissenschaftliche Institut der Ärzte Deutschlands (WIAD) und das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) haben sowohl die einzelnen Modelle beraten und begleitet, als auch die Entwicklungen und Erkenntnisse aus den acht Projekten verglichen. Zudem wurden regelmäßig Workshops und Arbeitsgruppensitzungen durchgeführt. Über Inhalte, Ziele und Ergebnisse des Modellvorhabens sowie über die wissenschaftliche Beratung sind Informationen im umfassenden Schlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung einsehbar.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend förderte das Gesamtvorhaben mit 2,2 Millionen Euro. Eine Kofinanzierung erfolgte über den Europäischen Sozialfonds. Auch die Bundesländer, in denen Projekte durchgeführt wurden, unterstützten das Vorhaben.