Runder Tisch "Aktives Altern"

Aktiv im Alter

Runder Tisch "Aktives Altern - Übergänge gestalten"

Elke Ferner und Prof. Dr. Ursula Lehr mit Fachleuten für den Runden Tisch "Aktives Altern"
Parlamentarische Staatssekretärin Elke Ferner mit Fachleuten für den Runden Tisch "Aktives Altern"© BAFzA

In Deutschland leben immer mehr ältere Menschen. Bereits im Jahr 2030 werden voraussichtlich 35 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein.

Wie das Potenzial der älteren Generation genutzt und der Übergang vom Berufsleben ins Rentenalter gestaltet werden kann, hat zwei Jahre lang der Runde Tisch "Aktives Altern - Übergänge gestalten" untersucht.

Im Mai 2017 haben Vertreterinnen und Vertreter aus der Zivilgesellschaft gemeinsam mit Fachleuten aus Bund, Ländern und Kommunen in einer Abschlusssitzung des Runden Tisches ein Ergebnispapier beschlossen. Dieses umfasst zehn Punkte und spricht unter anderen folgenden Empfehlungen aus:

  • Den Kommunen kommt im Handlungsfeld des aktiven und gesunden Alterns eine zentrale Rolle zu. Verlässliche und aussagekräftige Daten sind daher für die kommunale Planung unverzichtbar.
  • Bestehende Strukturen für Engagement und Teilhabe sollen weiterentwickelt und für neue Engagementformen geöffnet werden.
  • Bildung gewinnt in einer Gesellschaft des langen Lebens für ältere Menschen an Bedeutung: Durch kontinuierliche Lern- und Bildungsprozesse - auf persönlicher wie auf gesellschaftlicher Ebene - lassen sich die Herausforderungen des demografischen Wandels konstruktiv gestalten. Sie ist eine wichtige Voraussetzung dafür, selbstbestimmt aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und Teil dessen zu sein.
  • Übergangsfortbildungen - etwa als Vorbereitung auf den Ruhestand - haben als Element eines lebensphasenorientierten Personalmanagements einen unternehmerischen, einen individuellen sowie einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Auch der Staat, die Kommunen, Wohlfahrtsverbände und die Zivilgesellschaft müssen den Übergang mitgestalten, um die Potenziale der Gruppe der über 55-jährigen Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig anzusprechen und zu aktivieren. Zentral sind bürgerschaftliches Engagement und die freiwillige berufliche Tätigkeit im höheren Alter.
  • Informations- und Kommunikationstechnologien können ältere Menschen - auch im Hinblick auf das Leben mit Unterstützungs- und Pflegebedarf - unterstützen. Dafür müssen widersprüchliche Einstellungen gegenüber digitalen Medien abgebaut und digitale Kompetenzen im Alter gestärkt werden.
  • Lernanregende Infrastrukturen und Netzwerke - insbesondere für den Bereich des informellen und non-formalen Lernens - müssen weiterentwickelt und kontinuierlich angeboten werden.

Der Runde Tisch wurde von der EU Kommission im Sommer 2016 als "Reference Site" aufgenommen und mit dem Preis "EIP on AHA National Reference for Excellence in Promoting Innovation for Acitve and Healthy Ageing" ausgezeichnet.

Die European Innovation Partnership on Active and Healthy Ageing (EIP AHA) stellt seit 2012 innovative Ideen zum aktiven und gesunden Altern auf ihren Internetseiten als Reference Site vor, um so einen Austausch auf europäischer Ebene mit Akteuren, wie zum Beispiel Behörden und öffentliche Bedarfsträger, Universitäten, Forschungseinrichtungen oder auch Gesundheitsfürsorger und Gesundheitsdienstleister zu ermöglichen, die sich mit Fragen des aktiven und gesunden Alterns beschäftigen.

2015 hat das Bundesseniorenministerium den Runden Tisch "Aktives Altern - Übergänge gestalten" ins Leben gerufen. Untersucht wurden die Rahmenbedingungen für ein gelingendes gesundes und aktives Altern. Der Fokus lag auf den besonderen Herausforderungen, die der Übergang von rund 13 Millionen sogenannten Babyboomern in den Jahren 2018 bis 2031 mit sich bringt.

Die Arbeit des Rundes Tisches wurde von drei Arbeitsgruppen begleitet, in denen Vertreterinnen und Vertreter aus der Zivilgesellschaft gemeinsam mit Fachleuten aus Bund, Ländern und Kommunen Handlungsempfehlungen erarbeitet haben.

Ende 2017 fanden bundesweit vier Fachkonferenzen zum Thema "Aktives Altern – Übergänge gestalten" mit einer breiten Fachöffentlichkeit statt, die sich über Möglichkeiten der Umsetzung der Ergebnisse des Runden Tisches verständigten. Dabei wurden die Themenfelder Übergangsmanagement, Bildung im und für das Alter/Digitalisierung und Engagement nach Beendigung der Erwerbstätigkeit mit Fachleuten diskutiert und dokumentiert.

Die entsprechenden Dokumentationen hat das Institut für Sozialarbeit und Sozialpolitik e.V. Frankfurt, das die Arbeit des Runden Tisches begleitete, veröffentlicht.