30 Jahre Mauerfall

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30 Jahre Mauerfall und Friedliche Revolution

2019 steht im Zeichen des 30-jährigen Jubiläums des Mauerfalls. Aus einem geteilten Deutschland wurde wieder eins. Nicht nur das Land war gespalten, die Mauer trennte jahrelang Familien, Freunde und Nachbarn. Vom Revolutionsjahr 1989, der wiedererlangten Freiheit und über die Wendezeit haben fast alle eine eigene Geschichte zu erzählen. Sechs davon haben wir uns angehört. Ein bewegender Rückblick auf die Vergangenheit, die Frage nach wirklicher Einheit und der Blick in eine gemeinsame Zukunft.

"Die Friedliche Revolution und die Deutsche Einheit sind für mich der Glücksfall des letzten Jahrhunderts. Wir können dankbar und stolz sein auf das, was Deutschland in den letzten 30 Jahren erreicht hat. Und wir können mit Zuversicht und Tatkraft nach vorne schauen."

Dr. Franziska Giffey Bundesfamilienministerin
"Die Diskussion geht weiter, wenn wir nicht aufeinander zugehen."

Leben in der ehemaligen DDR-Planstadt

Ganz im Osten Brandenburgs, an der polnischen Grenze, liegt Eisenhüttenstadt. In der ersten sozialistischen Planstadt der DDR verbrachte die studierte Architektin Gabriele Haubold den Großteil ihres Lebens. Als Stadtplanerin beschäftigte sie vor allem die Entwicklung der Stadt nach dem Mauerfall: "Eisenhüttenstadt war ein Versprechen in die Zukunft", erinnert sie sich. Doch die Wendezeit sorgte für viele Veränderungen, die bis heute spürbar sind.

"Junge Menschen betonen Gemeinsamkeiten, keine Unterschiede."

Eine neue Generation ohne Vorurteile

Peter Lippert war ein halbes Jahr alt, als die Mauer fiel - das Ereignis und die Wendezeit haben deshalb wenig Stellenwert in seiner Biografie. So geht es auch den Kindern und Jugendlichen, die er als Schulleiter jeden Tag erlebt: "Sie nehmen sich als Deutsche, Europäer oder Erdenbürger wahr", sagt er. Gelebte Offenheit und Demokratie ist für die neue Generation selbstverständlich und wir können viel von ihnen lernen.

"Ich habe das Gefühl, es geht voran."

Visionen für die alte Heimat im Gepäck

Stephanie Auras-Lehmann war erst sieben Jahre alt, als die Mauer fiel. Unterschiede zwischen Ost und West - das war lange kein Thema. Erst im Studium und als Stipendiatin in New York setzte sie sich mit ihrer Identität als Ostdeutsche konkret auseinander und entdeckte dadurch ihre Liebe zur alten Heimat neu: Mit einer Rückkehrer-Initiative hilft sie nun auch anderen, wieder in Brandenburg anzukommen.

"Für den Aufbau brauchte es erfahrene Leute, deshalb sind wir zurück."

Die Tür zurück ins alte Leben

Eine ganz persönliche Erinnerung verbindet Siegrid Guthmann mit dem guten Geschirr ihrer Tante: "Es hat damals mindestens 15 Reisen gebraucht, um es aus dem Osten zu schmuggeln, zurück ging es dann in einem Rutsch." Die wachsenden Unterschiede eines geteilten Deutschlands sah sie über Jahre hinweg auf ihren Reisen zwischen Ost und West. Ihre Motivation, in die alte Heimat zurückzukehren? Die Aussicht an gleichwertigen Lebensverhältnissen mitzuarbeiten.

"Der Mauerfall war eine Option von vielen."

Stimmt die Chemie zwischen Ost und West?

Für Bärbel Werner waren die Auswirkungen des Mauerfalls an ihrem Arbeitsplatz am deutlichsten spürbar: Die bislang hergestellten Produkte des Chemiewerks in Nünchritz waren plötzlich nicht mehr gefragt. Entlassungswellen erfassten das Werk. Wie sich Bärbel Werner auf die vielen Veränderungen der Wendezeit einstellte, erfahren Sie hier.

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