Entwurf

Gesetz zur Verbesserung der Hilfen für Familien bei Adoption (Adoptionshilfe-Gesetz)

Am 6. November 2019 hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verbesserung der Hilfen für Familien bei einer Adoption (Adoptionshilfe-Gesetz) beschlossen.

Mit dem Adoptionshilfe-Gesetz soll der Koalitionsvertrag umgesetzt werden, indem das Adoptionswesen modernisiert wird und die Strukturen der Adoptionsvermittlung verbessert werden. Der Gesetzentwurf stützt sich auf die Erkenntnisse des Forschungs- und Expertiseprozesses zum Bereich Adoption, die in der letzten Legislaturperiode gewonnen werden konnten.

Ziel des Entwurfes ist es, das Gelingen von Adoptionen zu fördern und damit das Wohl der Kinder zu sichern. Dazu gehört eine fachlich fundierte Begleitung durch spezialisierte Fachkräfte vor, während und nach der Adoption. Zu diesem Zweck soll für alle an einer Adoption Beteiligten ein Rechtsanspruch auf nachgehende Begleitung eingeführt werden und eine verpflichtende Beratung vor Abgabe der notariellen Beurkundungen bei Stiefkindadoptionen eingeführt werden.

Weiterhin soll ein offener Umgang mit der Adoption gefördert werden - denn das Wissen um die eigene Herkunft ist wichtig für eine gute kindliche Entwicklung. Die Vermittlungsstellen erhalten daher den Auftrag, die Adoptiveltern darin zu unterstützen, von Anfang an offen mit dem Kind über die Adoption zu sprechen. Außerdem sollen die Adoptionsvermittlungsstellen von Beginn an mit den Herkunftseltern, den Adoptiveltern und altersentsprechend auch mit dem Kind erörtern, ob und wie eine Informationsaustausch beziehungsweise ein Kontakt gestaltet werden kann.

Um die Position der Herkunftseltern zu stärken, erhalten diese einen Rechtsanspruch gegenüber der Vermittlungsstelle auf Information über das Kind, welche die Adoptiveltern der Vermittlungsstelle freiwillig und zur Weitergabe an die Herkunftseltern übermittelt haben.

Zum Schutz der Kinder sollen unbegleitete Adoptionen aus dem Ausland verhindert werden, indem sie zukünftig immer durch eine Fachstelle zu vermitteln sind; ferner soll ein verpflichtendes Anerkennungsverfahren für ausländischen Adoptionsbeschlüsse im Inland eingeführt werden.