Politik für Kinder und Jugendliche

Vier Schulkinder stehen arm in arm
Chancengleichheit für Kinder schaffen© Fotolia/jovannig

Kinder- und Jugendschutz

Wirkungsvoller Kinder- und Jugendschutz umfasst Prävention und Intervention. Das Bundeskinderschutzgesetz stärkt alle Akteure, die sich für das Wohlergehen von Kindern engagieren. Um Familien mit kleinen Kindern zu unterstützen, gibt es Frühe Hilfe. Die Bundesregierung fördert dies jährlich mit 51 Millionen Euro.

Das Jugendschutzgesetz dient dem Schutz der Kinder und Jugendlichen in der Öffentlichkeit. Dabei geht es um Abgabe und Konsum von Tabak, E-Zigaretten, E-Shishas und Alkohol sowie den Aufenthalt in Diskotheken und Gaststätten.

Kinderrechte

Kinder haben Rechte. Diese Rechte sind in der VN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Das Bundesjugendministerium setzt sich für die umfassende Umsetzung der Kinderrechte ein, zum  Beispiel mit der Kampagne "Starkmachen für Kinderrechte" oder mit Themenschwerpunkten auf der Kinderseite des Bundesfamilienministeriums.

Schutz von Mädchen und Jungen vor Gewalt

Wissen rund um das Thema körperliche, sexuelle und seelische Gewalt ist wichtig. Die Präventionsinitiative "Trau Dich" vermittelt Schutzkonzepte und stärkt Selbstvertrauen.

Zur Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch und des Nationalen Aktionsplans wurde ein Gesamtkonzept für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt entwickelt. Die Umsetzung erfolgt eng mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.

Gutes Aufwachsen mit Medien

Digitale Medien prägen den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Das Bundesjugendministerium unterstützt ein gutes Aufwachsen mit Medien durch Angebote wie dem Medienratgeber "SCHAU HIN!" oder der Broschüre „Gutes Aufwachsen mit Medien – Ein Netz für Kinder“. Lösungen für den Jugendmedienschutz werden im Zentrum für Kinderschutz im Internet (I-KiZ) vorangetrieben - gemeinsam mit Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kinderschutz.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat den gesetzlichen Auftrag, Kinder und Jugendliche vor Medien zu schützen, die einen jugendgefährdenden Inhalt haben.

Hilfe für besondere Notlagen

Der Fonds "Sexueller Missbrauch im familiären Bereich" sowie das Ergänzende Hilfesystem im institutionellen Bereich gewähren Betroffenen, die als Kinder und Jugendliche sexualisierte Gewalt erlitten haben, Sachleistungen zur Überwindung von Folgeschäden. Die Fonds "Heimerziehung West" und "Heimerziehung in der DDR" helfen Menschen, die als Kinder und Jugendliche in Heimen Leid erfahren haben.

Schwangere Frauen in Notlagen unterstützt  die Bundesstiftung "Mutter und Kind - Schutz des ungeborenen Lebens".

Hilfen für minderjährige Flüchtlinge

Geflüchtete Kinder brauchen besonderen Schutz, insbesondere wenn sie ohne Begleitung nach Deutschland gekommen sind. Das Bundesprogramm "Willkommen bei Freunden" unterstützt Kommunen bei Aufnahme und Betreuung.

Eine von Bundesjugendministerium und UNICEF initiierte Initiative fördert die Erarbeitung und Umsetzung von Schutzkonzepten in Flüchtlingsunterkünften.

Im Programm "Menschen stärken Menschen" können mit einer Vormundschaft, Patenschaft oder Gastfamilie junge Menschen bei der Bewältigung des Alltags unterstützt werden. Spielen ist ein Kinderrecht. Deswegen schickt das Bundesjugendministerium bundesweit Spielemobile zu den Flüchtlingsunterkünften.

Gute Kinderbetreuung und frühe Bildung

Ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot und eine an den Bedürfnissen der Kinder orientierte pädagogische Qualität in der Kindertagesbetreuung sind wichtig für die Chancen- und Bildungsgerechtigkeit aller Kinder  und helfen Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Seit dem 1. August 2013 hat jedes Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Bund, Länder und Kommunen haben das Betreuungsangebot deutlich ausgeweitet. Der Ausbau muss noch weitergehen: Die Nachfrage steigt, Kinder mit Fluchterfahrung sind zu integrieren. Im Fokus steht dabei die qualitative Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung.

Die Bundesprogramme "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist", "KitaPlus" und "Kindertagespflege" flankieren den qualitativen Kinderbetreuungsausbau.

Außerschulische politische Jugendbildung

In der außerschulischen politischen Bildung arbeiten junge Menschen gemeinsam zu politischen Themen. Das Bundesjugendministerium fördert bundeszentrale Träger der politischen Bildung und stimmt sich über aktuelle Themen in den außerschulischen Bildungsorten ab.

Kinder und Jugendhilfe

Die Kinder- und Jugendhilfe fördert Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und hilft jungen Erwachsenen in schwierigen Situationen. Sie berät und unterstützt Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung ihrer Kinder.  Das Bundesjugendministerium ist auf Bundesebene für die Kinder- und Jugendhilfe verantwortlich.

Benachteiligte junge Menschen unterstützen

Einige Kinder und Jugendliche laufen Gefahr, von der Perspektive auf ein selbstbestimmtes Leben abgeschnitten zu werden. Mit dem ESF-Modellprogramm "JUGEND STÄRKEN im Quartier" fördert das Bundesjugendministerium gemeinsam mit dem Bundesbauministerium benachteiligte junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf. 178 Modellkommunen werden unterstützt beim Ausbau ihrer sozialpädagogischen Beratungs- und Begleitangebote für schwer erreichbare junge Menschen in benachteiligten Stadtteilen.

Bundesweit beraten mehr als 450 Jugendmigrationsdienste junge Menschen mit Migrationshintergrund. Sie helfen ihnen, eine Ausbildung oder eine Arbeit zu finden und bieten unterstützende Angebote im sportlichen und kulturellen Bereich.  Im Projekt "jmd2start" öffnen 24 Jugendmigrationsdienste ihre Angebote auch für junge Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive.

Junge Geflüchtete mit einem gesicherten Aufenthaltsstatus und junge Spätaussiedler und Spätaussiedlerinnen erhalten aufbauend auf den Integrationskursen Sprachförderung zum Erlernen der deutschen Sprache bis zum Niveau C 1 (EU Referenzrahmen). Diese Sprachkurse brauchen sie für die Hochschulreife und ein Hochschulstudium.

Diese Programme werden ergänzt durch weitere Projekte im Bereich Jugendsozialarbeit, beispielsweise das Projekt "JUGEND STÄRKEN: 1.000 Chancen", mit dem das Bundesjugendministerium die Zusammenarbeit zwischen Trägern der Jugendsozialarbeit und junger Wirtschaft fördert.

Jugendpolitik - von, mit und für junge Menschen

Eigenständige Jugendpolitik begleitet und unterstützt die Lebensphase Jugend als prägenden Lebensabschnitt: Jugendliche werden ernst genommen, ihre Meinung zählt. So sorgt die Arbeitsgemeinschaft "Jugend gestaltet Zukunft" dafür, dass innerhalb der Demografiestrategie der Bundesregierung die Jugend eine Stimme hat.

Jugendverbände

Das Bundesjugendministerium fördert bundeszentrale Jugendverbände. Dort wird Jugendarbeit von jungen Menschen selbst organisiert, gemeinschaftlich gestaltet und mitverantwortet. Sie bringen Anliegen und Interessen junger Menschen zusammen.

Jugendstrategie 2015-2018

"Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" lautet die Jugendstrategie des Bundesjugendministeriums. Im Zentrum steht die Jugendbeteiligung. Ein Jugendcheck wird Maßnahmen des Bundes auf ihre Vereinbarkeit mit den Interessen und Bedürfnissen junger Menschen überprüfen.

Europäische und internationale Jugendpolitik

Europäische und internationale Jugendpolitik fördert grenzüberschreitende Begegnungen. Dadurch ermöglicht das Bundesjugendministerium jungen Menschen, andere Länder und Kulturen kennenzulernen und Vorurteile abzubauen. Mit der Umsetzung der EU-Jugendstrategie und dem EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION wird die Mobilität und das Verständnis Jugendlicher in und für Europa gefördert.

Expertinnen und Experten beraten

Unabhängige Sachverständige analysieren in den Kinder- und Jugendberichten der Bundesregierung regelmäßig die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugend(hilfe)politik.