Familie und Arbeitswelt

Perspektiven für einen erfolgreichen beruflichen Wiedereinstieg

Eine berufstätige Mutter gibt ihrer Tochter einen Kuss.
Beruflicher Wiedereinstieg von Frauen lohnt sich© Fotolia/John Lund/Blend Images LLC

Am 8. März feiern das Bundesfamilienministerium und die Bundesagentur für Arbeit das zehnjährige Bestehen des Programms "Perspektive Wiedereinstieg". Seit 2008 unterstützt das Aktionsprogramm Wiedereinsteigende bei der Rückkehr in das Berufsleben.

Im Fokus des Aktionsprogramms stehen Frauen und Männer, die ihre Berufstätigkeit für einen längeren Zeitraum unterbrochen haben, um Kinder zu betreuen oder Pflegeaufgaben wahrzunehmen. Nach einer solchen Familienphase ist der Wiedereinstieg in das Berufsleben oftmals mit Hürden versehen. Für diesen Prozess bietet "Perspektive Wiedereinstieg" seit zehn Jahren verschiedene Unterstützungsangebote.

Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, betonte:

"Ich freue mich sehr, dass wir in den vergangenen zehn Jahren viele Frauen und Männer bei einem Wiedereinstieg mit Perspektive unterstützen konnten. Wir werden auch weiter Wiedereinsteigende bei einer ausbildungsadäquaten und möglichst vollzeitnahen Rückkehr in das Berufsleben unterstützen. Dabei legen wir einen Schwerpunkt auf die verbesserte Vereinbarkeit von Wiedereinstieg und der Verantwortung für zu pflegende Angehörige oder Freunde, denn immer mehr Menschen steigen aus diesen Gründen aus dem Erwerbsleben aus. Und wir werden auch weiter für eine zeitliche Entlastung beim Wiedereinstieg durch die Inanspruchnahme von Haushaltsnahen Dienstleistungen werben. Damit wird gleichzeitig die legale, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, insbesondere von Frauen, gefördert."

Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, betonte die
Bedeutung der Initiative angesichts des wachsenden Bedarfs an Fachkräften. Frauen und Männer, die nach einer Familien- oder Pflegezeit zurück in den Beruf möchten, auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen, würde angesichts des kontinuierlich steigenden Fachkräftebedarfs in Deutschland immer wichtiger. Diese Menschen würden ein wichtiges Arbeitskräftepotenzial darstellen: Sie brächten wertvolle Lebens- und Berufserfahrung mit. Mit ihren Beratungsangeboten würden die Beauftragten für Chancengleichheit dabei eine besondere Rolle spielen.

Auf der Plattform www.perspektive-wiedereinstieg.de werden seit März 2008 umfangreiche Informationen rund um das Thema Wiedereinstieg bereit gehalten. Monatlich erfolgen etwa 300.000 Zugriffe auf diese Informationsplattform, die Wiedereinsteigende wie ein Lotse durch den Wiedereinstiegsprozess führt. Da der Wiedereinstieg komplex ist und viele Lebensbereiche berührt, richtet sich das Lotsenportal nicht nur an Wiedereinsteigende, sondern auch an ihre Partnerinnen und Partner, Familien und Unternehmen.

Seit März 2009 gibt es auf dem Lotsenportal einen Wiedereinstiegsrechner, mit dem sich in vier einfachen Schritten berechnen lässt, dass sich der Wiedereinstieg in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lohnt. Die XING-Gruppe: "Perspektive Wiedereinstieg: Klick Dich rein - für neue Wege" bietet Möglichkeiten des Austauschs mit anderen Wiedereinsteigenden sowie Kontakte zu Unternehmen und ist ebenfalls über das Lotsenportal zu erreichen.

Herzstück des Aktionsprogramms sind die über den Europäischen Sozialfonds (ESF) mitfinanzierten Projekte. Deren Projektträger begleiten und unterstützen bundesweit Wiedereinsteigende und beziehen dabei Unternehmen in ihre Netzwerke ein.

In der ESF-Förderperiode 2007 bis 2013 wurden im Rahmen des ESF-Programms
"Perspektive Wiedereinstieg" über 30.000 Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger informiert und beraten. Knapp 7.000 wurden bei der Rückkehr in den Beruf eng unterstützt - das Ergebnis: eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder Qualifizierung bei mehr als 65 Prozent der Teilnehmenden.

Im aktuellen ESF-Bundesprogramm "Perspektive Wiedereinstieg - Potenziale erschließen" beraten und coachen seit Juli 2015 Projektträger an 22 Standorten bundesweit Wiedereinstiegsinteressierte. Gemeinsam mit den Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agenturen für Arbeit und Jobcenter vor Ort unterstützen die Projektträger einen qualitativen und nachhaltigen beruflichen Wiedereinstieg. Eine Liste mit den Standorten finden Sie hier.

Mit "PWE@online" werden den Wiedereinsteigenden hier außerdem innovative Module der online-Qualifizierung zur Verfügung gestellt, mit deren Hilfe sie sich örtlich und zeitlich flexibel weiterbilden und digitale Arbeitsformen erproben können.

Eine zweite Förderphase des ESF-Programms ist ab 1. Januar 2019 geplant. Für die aktuelle ESF-Förderperiode stellt das Bundesfamilienministerium im Zeitraum von 2015 bis 2021 rund 28 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung.