Mehr Frauen in Führungspositionen

Neue Perspektiven für den öffentlichen Dienst

Die Ministerin steht an einem Rednerpult vor Publikum und spricht
Der öffentliche Dienst müsse bei der Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen vorangehen, betonte Dr. Franziska Giffey in Ihrem Grußwort© Businessfotografie Inga Haar

"Ab durch die gläserne Decke!", lautete das Motto der 14. Frauenpolitischen Fachtagung der Bundesfrauenvertretung des Deutschen Beamtenbundes (dbb). Gemeinsam mit über 300 Teilnehmenden wurde darüber diskutiert, wie mehr Frauen für Führungspositionen des öffentlichen Dienstes  gewonnen werden können. Mit einem Grußwort eröffnet wurde die Fachtagung am 14. Juni durch Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey.

Dr. Franziska Giffey:

"Wir müssen im öffentlichen Dienst vorangehen, wenn es darum geht, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu steigern. Denn gemischte Teams sind einfach erfolgreicher. Wer sich dieser Chance verschließt, schöpft nicht alle Möglichkeiten aus, um erfolgreich zu sein."

Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert

Im öffentlichen Dienst des Bundes soll bis 2025 die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Leitungsfunktionen erreicht werden. Darauf haben sich die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag verständigt. Aktuell beträgt der Frauenanteil an Leitungsfunktionen in obersten Bundesbehörden rund 35 Prozent -  Tendenz steigend. Berücksichtigt man, dass der Frauenanteil an allen Beschäftigten im höheren Dienst bei 46 Prozent liegt, sind Frauen in Leitungsfunktionen deutlich unterrepräsentiert. Um das Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe zu erreichen, gibt es also noch viel zu tun. Auch im öffentlichen Dienst stoßen Frauen noch zu oft an die gläserne Decke. Die Gründe dafür können vielfältig sein, zum Beispiel Regelungen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erschweren oder die Tatsache, dass Beschäftigte in Teilzeit schlechter beurteilt werden.

Welchen Beitrag neue Arbeitskonzepte im Behördenalltag - wie Home-Office, Job-Sharing und Führen in Teilzeit – leisten können, um mehr Frauen für Führungspositionen zu gewinnen, wurde auf der Frauenpolitischen Fachtagung diskutiert.

Aufwertung sozialer Berufe

In ihrem Grußwort ging Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey auch auf die Bedeutung der Interessenvertretungen für die Aufwertung sozialer Berufe ein. Denn die Tarifverträge für den öffentlichen Dienst legen auch fest, wie Fachkräfte in den sozialen Berufen bezahlt werden. Etwa 5,7 Millionen Menschen arbeiten in sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen, in Kitas, Krankenhäusern und Pflegeheimen. Rund 80 Prozent davon sind Frauen. Sie erwarten Anerkennung für ihre Arbeit. Und sie erwarten Unterstützung. Noch immer gibt es zum Beispiel soziale Berufe, bei denen die Auszubildenden ein Schulgeld zahlen müssen, anstatt eine Ausbildungsvergütung zu bekommen.

Dr. Franziska Giffey:

"Soziale Berufe sind Zukunftsberufe, in denen Fachkräfte dringend gebraucht werden - für die wachsende Zahl pflegebedürftiger älterer Menschen ebenso wie für den wachsenden Bereich der frühkindlichen Bildung. Diese Berufe müssen attraktiver werden: durch bessere Arbeitsbedingungen, bessere Bedingungen in der Ausbildung und eine bessere Bezahlung. Ein erster Schritt ist die Abschaffung des Schulgeldes für die Ausbildung in Pflegeberufen, die wir mit dem Pflegeberufegesetz erreicht haben."