Internationale Familienpolitik

Internationales

Internationale Familienpolitik

Familienpolitik liegt in erster Linie in nationaler Zuständigkeit und ist daher in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) von jeweils vorherrschenden Einstellungen, gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Traditionen geprägt. Entsprechend groß ist die Bandbreite von Erwerbs- und Vereinbarkeitsmodellen in Europa.

In allen EU-Staaten zielt die Familienpolitik jedoch auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie gute Entwicklungschancen für alle Kinder ab. 

In Deutschland wurde 2007 das Elterngeld eingeführt und die Kinderbetreuung für unter Dreijährige ausgebaut. Das Elterngeld, das ElterngeldPlus und der Partnerschaftsbonus haben einen gesellschaftlichen Wandel eingeleitet: Immer mehr Väter beteiligen sich an der Kinderbetreuung im frühen Kindesalter. Dazu haben insbesondere die nicht übertragbaren Partnermonate beigetragen.

2019 wurden mit der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Eltern und pflegende Angehörige in allen EU-Staaten zwei bezahlte, nicht übertragbare Elternzeit-Monate pro Elternteil als Mindeststandard festgelegt.

Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einer europäischen "Kindergarantie", die das Recht auf gutes Aufwachsen umsetzen soll. Die Mitgliedstaaten bekommen somit einen Rahmen, um Investitionen in die frühe Kindheit und zur Bekämpfung der Kinderarmut vorzunehmen. Dazu zählen Zugang zu

  • kostenloser medizinischer Versorgung,
  • unentgeltlicher Bildung,
  • kostenlosen Betreuungseinrichtungen,
  • angemessenen Wohnverhältnissen und
  • geeigneter Ernährung. 

Deutschland erfüllt aktuell mit dem Gute-KiTa-Gesetz und dem Starke-Familien-Gesetz wesentliche Voraussetzungen für die Bekämpfung von Armutsrisiken von Kindern und kann den europäischen Prozess konstruktiv begleiten.