Ministerium

Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) ist das Amt der Bundesregierung für die Anliegen von Betroffenen und deren Angehörigen, für Expertinnen und Experten aus Praxis und Wissenschaft sowie für alle Menschen in Politik und Gesellschaft, die sich gegen sexuelle Gewalt engagieren.

Seit Dezember 2011 ist Johannes-Wilhelm Rörig Unabhängiger Beauftragter, mit Kabinettbeschluss vom 27. März 2019 wurde seine Amtszeit um weitere fünf Jahre verlängert.

Zu den wesentlichen Aufgaben des Unabhängigen Beauftragten gehören:

  1. Information, Sensibilisierung und Aufklärung zu Themen der sexualisierten Gewalt gegen Kinder und Jugendliche,
  2. Unterstützung der nachhaltigen Verbesserung des Schutzes vor sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und der Hilfen für betroffene Menschen,
  3. Identifizierung gesetzlicher Handlungsbedarfe und Forschungslücken im Themenfeld sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche,
  4. Wahrnehmung der Belange von Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erlitten haben,
  5. Sicherstellung einer systematischen und unabhängigen Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland.

Beim Amt des Unabhängigen Beauftragten ist dauerhaft ein ehrenamtlich tätiger Betroffenenrat eingerichtet, durch den eine strukturierte Beteiligung von Betroffenen auf Bundesebene gewährleistet wird. Seine Mitglieder werden für die Dauer von fünf Jahren durch die Bundesfamilienministerin berufen.

Ende Januar 2016 hat der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs berufen. Grundlage dafür war der Beschluss des Deutschen Bundestags vom 2. Juli 2015. Die Kommission untersucht Ausmaß, Art und Folgen von Kindesmissbrauch in Deutschland. Darunter fällt zum Beispiel Missbrauch in Institutionen, in Familien, im sozialen Umfeld, durch Fremdtäter oder im Rahmen von organisierter sexueller Ausbeutung.

Die Kommission möchte Strukturen aufdecken, die sexuelle Gewalt in der Kindheit und Jugend ermöglicht haben, und herausfinden, warum Aufarbeitung in der Vergangenheit verhindert wurde. Schwerpunkt der Arbeit und zentrale Erkenntnisquelle sind bundesweite Anhörungen von Betroffenen. Bisher sind knapp tausend vertrauliche Anhörungen von Betroffenen durchgeführt worden und über 300 schriftliche Berichte eingegangen. Zu bestimmten Schwerpunktthemen führt die Kommission öffentliche Hearings und Fachveranstaltungen durch.

Aus ihren Erkenntnissen wird die Kommission Handlungsempfehlungen an die Politik übermitteln und in die Gesellschaft einbringen. In ihrem Bilanzbericht veröffentlichte die Kommission im April 2019 Erfahrungen und Ergebnisse ihrer Arbeit. Die Kommission ist in ihrer Arbeit unabhängig. Ihre Laufzeit ist am 12. Dezember 2018 vom Bundeskabinett um weitere fünf Jahre verlängert worden.