Unabhängiger Beauftragter Sexueller Missbrauch

Ministerium

Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) ist das Amt der Bundesregierung für die Anliegen von Betroffenen und deren Angehörigen, für Expertinnen und Experten aus Praxis und Wissenschaft sowie für alle Menschen in Politik und Gesellschaft, die sich gegen sexuelle Gewalt engagieren.

Seit Dezember 2011 ist Johannes-Wilhelm Rörig Unabhängiger Beauftragter, mit Kabinettbeschluss vom 26. März 2014 wurde seine Amtszeit um fünf Jahre verlängert.

Zu den wesentlichen Aufgaben des Unabhängigen Beauftragten gehören:

  • bei der Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches "Sexueller Kindesmissbrauch" zu unterstützen und zu beraten, insbesondere in Hinblick auf die Einführung und Weiterentwicklung von Schutzkonzepten gegen sexuelle Gewalt in Einrichtungen und Institutionen.
  • die Unterstützung einer unabhängigen und systematischen Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland sowie die Initiierung wissenschaftlicher Untersuchungen zum Thema sexueller Kindesmissbrauch.
  • der Betrieb und die Weiterentwicklung des Hilfetelefons Sexueller Missbrauch sowie des Online-Hilfeportals Sexueller Missbrauch.
  • die Information der Öffentlichkeit zu Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, unter anderem durch die Weiterentwicklung und bundesweite Verbreitung der Initiative "Kein Raum für Missbrauch"

Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

Ende Januar 2016 hat der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs auf Grundlage des Beschlusses des Deutschen Bundestags vom 2. Juli 2015 die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs berufen. Die Kommission untersucht Ausmaß, Art und Folgen von Kindesmissbrauch in Deutschland. Darunter fällt zum Beispiel Missbrauch in Institutionen, in Familien, im sozialen Umfeld, durch Fremdtäter oder im Rahmen von organisierter sexueller Ausbeutung.

Die Kommission möchte Strukturen aufdecken, die sexuelle Gewalt in der Kindheit und Jugend ermöglicht haben, und herausfinden, warum Aufarbeitung in der Vergangenheit verhindert wurde. Dabei wird die Kommission unter anderem Betroffene und Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wie Eltern, Verwandte, Freundinnen und Freunde sowie Lehrkräfte anhören, die in ihrer Kindheit von sexuellem Missbrauch betroffen waren. Aus ihren Erkenntnissen wird die Kommission Handlungsempfehlungen an die Politik übermitteln und in die Gesellschaft einbringen. Sie wird darlegen, was geändert werden muss, damit sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen zukünftig verhindert wird. Die Kommission ist in ihrer Arbeit unabhängig, ihre Laufzeit endet am 31. März 2019.