Willkommen bei Freunden: Bundesprogramm für junge Flüchtlinge gestartet

Volltext-Alternative zum Video:

[Eine Gruppe von Menschen hält Buchstaben hoch und bildet so die Worte „Willkommen bei Freunden“. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig ist Teil der Gruppe.]

Sprecher:

„Willkommen bei Freunden“ – dieser Gruß ist zugleich der Name des neuen Bundesprogramms, das Kommunen bei der Integration von jungen Flüchtlingen unterstützt. Das Programm will ein Zeichen setzen und vor allem praktische Unterstützung bieten.

[Schnittbild: Zahlreiche Kamerateams und Journalisten interviewen die Menschengruppe.]

Sprecher:

Rund ein Drittel aller nach Deutschland einreisenden Flüchtlinge sind Kinder. Viele von ihnen sind alleine gekommen - ohne ihre Eltern oder erwachsene Angehörige.

Manuela Schwesig:

„Die jungen Flüchtlinge kommen in unseren Städten und Dörfern an. Viele Ehrenamtliche engagieren sich vor Ort. Und fragen uns: Was können wir tun? Wie können wir die jungen Flüchtlinge, die ankommen, unterstützen? Und deswegen freue ich mich sehr, dass wir mit der deutschen Kinder- und Jugendstiftung eine Partnerin gefunden haben, die zukünftig sechs Regionalbüros einrichtet in Deutschland. Hier können sich Leute melden, aus den Städten, aus den Gemeinden, die sagen: Wir wollen etwas für junge Flüchtlinge tun. Und bekommen Unterstützung und Beratung.“

[Schnittbild: Außenansicht mit Namensschild des  Kulturhauses „Schlesische 27“ in der Schlesischen Straße in Berlin. Schnitt auf eine Gruppe von Menschen auf einer Bühne.]

Sprecher:

Etwas für junge Flüchtlinge tun. Das will auch das Kulturhaus „Schlesische27“ in Berlin. Hier stellen Jugendliche ihre eigenen Projekte vor und erzählen, wie sie damit ihre persönlichen Fluchterlebnisse verarbeiten. Projekte wie diese bieten praktische Hilfe. Heike Kahl von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung lobt das bundesweit hohe ehrenamtliche und berufliche Engagement, das allerdings durch eine bessere Zusammenarbeit effektiver werden kann.

Heike Kahl:

„Es trifft den Nerv der Zeit, weil es viele Leute gibt, die sich engagieren. Die nicht genügend gewürdigt werden in dieser sozusagen hysterischen Atmosphäre. Aber dieses Engagement ist individuell. Und diese Gesellschaft muss individuelles Engagement mit systematischem Engagement paaren, damit daraus eine effektive Hilfe für jeden einzelnen wird.“

[Schwenk über ein Experten-Panel auf einer Bühne.]

Sprecher:

Die praktischen Aspekte der Zusammenarbeit, sie waren auch Thema einer Expertenrunde zum Start des Bundesprogramms. Denn Hilfe und Integration auf dem Papier ist eine Sache. Doch es geht darum, die alltäglichen Herausforderungen zu bewältigen. Das größte Problem nach wie vor: Vorurteile und Angst vor dem Fremden. Akzeptanz braucht ein Gesicht, meint auch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Aydan Özoğuz:

„Sobald ein Einzelner bekannt ist, sobald man weiß  - in einer Gruppe, in einer Schule, wo auch immer: Das ist das Schicksal, wir kennen die Person, wir wissen, wie er heißt, wir wissen, was er gemacht hat, waren sofort alle entrüstet, wenn der Staat kam und sagte: Darfst du denn überhaupt bleiben oder nicht? Es ist immer wieder das Phänomen. Man muss den Menschen sehen.“

Sprecher:

Praktische Arbeit mit den Menschen und für die Menschen vor Ort will das Bundesprogramm „Willkommen bei Freunden“ ermöglichen. Städte, Kommunen und ehrenamtlich organisierte Personen, die Bündnisse gründen wollen, können sich direkt informieren oder melden - damit in Zukunft junge Menschen wissen, dass auch sie „Willkommen bei Freunden“ sind.

[Logo mit Aufschrift „Bündnisse für junge Flüchtlinge. Damit die nächsten Wege leichter werden“. Und der Internetadresse www.willkommen-bei-freunden.de]