Lass uns reden

Über 200 Respekt Coaches gegen Mobbing an Schulen

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey hat am 16. November das Programm "Respekt Coaches/Anti-Mobbing-Profis" gestartet. Über 200 speziell ausgebildete Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sollen an 175 Schulen für mehr Respekt untereinander sorgen. Damit soll Hass, Gewalt und Mobbing eingedämmt werden.

[Aus einer Totalen überblicken wir die Respektcoaches, die für eine Gruppenaufnahme mit Dr. Franziska Giffey und weiteren Politiker_innen zusammengerückt in einer Turnhalle stehen. Die vorderste Reihe hält Buchstabentafeln, die das Wort Respektcoachs ergeben, in unsere Richtung.]

Als Respektcoach habe ich die Aufgabe, für die Schulen da zu sein und zwischen den politischen Bildungsträgern in den Schulen zu vermitteln und Demokratiekonzepte an die Schulen zu bringen.

Ich bin Sozialarbeiter als Respektcoach und ich schaue danach, wo der Schuh drückt.

Naja, es geht schon auch ein Stück weit ums Zuhören. Es geht ums Reagieren, wenn eben bemerkt wird: dort sind Beleidigungen, dort ist Mobbing, dort ist Gewalt, Schlägereien oder Konflikte, die auch darin begründet sind, dass die Klasse aus unterschiedlichen Herkünften und unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten besteht. Dann ist es wichtig, das aufzuarbeiten. Und das geht einfach im Unterricht manchmal nicht. Die Zeit zu finden, auch über religiöse Fragen zu sprechen, religiöses Mobbing anzusprechen, Radikalisierung vorzubeugen und die Gemeinschaft zu stärken, darum geht es. Und dafür braucht es Menschen, die das zusätzlich leisten können.

​[In einer Podiumsrunde diskutieren die Respektcoaches gemeinsam mit Franziska Giffey über die Probleme an Schulen und die Wichtigkeit der bundesweiten Unterstützung von Jugendlichen.]

Das grundlegende Thema ist vor allem die Frage nach Identität. Also: was bringe ich mit in die Schule? Wir haben ganz viele verschiedene Identitäten und kulturelle Hintergründe. Sich damit auseinanderzusetzen: was macht mich aus und dabei zu lernen, dass ich wertgeschätzt werde und dass ich andere auch wertschätzen kann für das, was ich mitbringe.

Die Kids? Einfach mit denen in einen Austausch zu treten. Einfach auch zu gucken, in was für einer Welt sie leben. Wie sehen sie die Welt, wie nehmen sie sie wahr, wo ist der Bedarf jetzt gerade, worüber müssen wir mal reden. Jeder war mal in der Pubertät, jeder war mal jugendlich. Es beschäftigen die Kids einfach alltägliche Sachen. Wie geht es weiter mit dem Leben?

[Die aus drei Jungs bestehende Rapgruppe "RAP für Demokratie" tritt auf einer Bühne auf. Es geht um die persönlichen Berührungspunkte mit Diskriminierung und Mobbing.]

Jeder soll respektiert werden, wie er ist.

Respektcoaches sind wie Kollegen, also wie Kumpels. Und mit denen kann man einfach frei reden. Da kann man mal einen Spaß machen, ohne, dass man direkt rausgeschmissen wird.

Wenn ich in die Schule komme, bin ich in erster Linie Eymen. Und das ist das, was für mich zählt und ich glaube auch das, was für die Jugendlichen zählt. Ich bin da, wenn etwas ist. Wir können über bestimmte Themen sprechen, wir können etwas Neues lernen, zusammen.