Seniorenpolitik: Potenziale älterer Menschen fördern

[Impressionen verschiedener Veranstaltungen. Wohnen im Alter. Senioren bewegen sich. Pflege von Senioren. Impressionen aus einem Pflegeheim. Impressionen von Schulungen in der Pflegeausbildung. Impressionen einer Ausstellung. Senioren beim Sport.]

Sprecher:

"Der deutsche Seniorentag. Die alle drei Jahre stattfindende Veranstaltung erinnert daran, dass die Gesellschaft sich in einer Zeit des demografischen Wandels befindet. Die Altersstruktur der Gesellschaft verändert sich. Eine erfolgreiche Politik für Senioren steht vor zwei Herausforderungen. Sie muss ältere Menschen in ihren Bedürfnissen unterstützen. Und die vorhandenen Potenziale älterer Frauen und Männer fördern.

Ein Beispiel, um die Potenziale älterer Menschen einzubringen sind die rund 450 Mehrgenerationenhäuser in Deutschland. Im gleichnamigen Aktionsprogramm des Bundesfamilienministeriums sind bundesweit Begegnungsorte entstanden, an denen das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird. Jung und Alt tauschen hier Fähigkeiten aus, schulen sich gegenseitig und verbringen erfüllte Stunden miteinander. Das Zusammenspiel der Generationen bewahrt Alltagskompetenzen, fördert Teilhabe und Integration und stärkt den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Das Wohlbefinden von Einzelnen beginnt in ihrem persönlichen Umfeld. Selbstständiges und selbstbestimmtes Wohnen so lange wie möglich ist eine wiederkehrende Forderung. Eine ganze Reihe von Programmen und Initiativen unter dem Dach des Service-Portals "Zuhause im Alter" helfen, komfortables Wohnen und zugleich die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Ein Beispiel sind die Anlaufstellen für ältere Menschen: Das Familienministerium fördert hier bundesweit über 300 Projekte zur Förderung des selbständigen Wohnens und Lebens im Alter. Wichtige Informationen zu Projekten finden Interessierte unter: www.service-portal-zu-hause-im-alter.de

Gesellschaftliche Teilhabe auch für Menschen mit Demenz zu ermöglichen ist eine besondere Aufgabe. In Deutschland sind derzeit rund 1,5 Millionen Menschen daran erkrankt. 2050 ist mit rund 3 Millionen Betroffenen zu rechnen. Um diese Herausforderung anzugehen, hat die Bundesregierung die "Allianz für Menschen mit Demenz" ins Leben gerufen. Bis 2016 sollen bundesweit bis zu 500 Lokale Allianzen für Demenz entstehen. Das Ziel: Die Lebenssituation der Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen vor Ort zu verbessern und die Gesellschaft für die Situation der Betroffenen zu sensibilisieren.

Mehr Unterstützung und zeitliche Flexibilität für die Pflege von nahen Angehörigen erhalten Beschäftigte mit den Änderungen im Pflegezeit- und Familienpflegezeitgesetz. Damit können Beschäftigte sich flexibel ganz oder teilweise von der Arbeit freistellen lassen, wenn sie einen nahen Angehörigen zu Hause pflegen wollen. Neu ist unter anderem die Lohnersatzleistung von bis zu zehn Tagen, wenn Angehörige aufgrund eines akut aufgetretenen Pflegefalls in der Familie der Arbeit fern bleiben müssen.

Nicht nur die Angehörigen sind für die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen verantwortlich. Sie steht und fällt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der professionellen Pflege. Noch in dieser Legislaturperiode wird das Bundesfamilienministerium deshalb gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium die Pflegeausbildung reformieren. Ein Schritt ist die Einführung einer gemeinsamen Ausbildung für die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege, eingepasst in ein durchlässiges Aus- und Weiterbildungssystem.

Entgegen mancher Vorurteile besteht das Alter aber nicht nur aus Hilfebedürftigkeit und Pflege. Ältere Menschen wollen sich einbringen und teilhaben. Von daher müssen auch andere, vielschichtigere Bilder von älteren Menschen vermittelt werden: als Helferinnen und Helfer für die Enkel oder als wichtige Quelle von Erfahrung und Wissen, z.B. auch im fortgeschrittenen Arbeitsleben. Die Wanderausstellung „Was heißt schon alt? und das Programm Altersbilder sollen dabei helfen, diese Facette des Alters zu verdeutlichen. Die heutigen Seniorinnen und Senioren sind im Durchschnitt gesünder, besser ausgebildet und vitaler als frühere Generationen und möchten ihr Engagement in Beruf, Wirtschaft und Gesellschaft fortsetzen."

[Impressionen einer Wanderung mit Senioren. Manuela Schwesig unterhält sich mit den Teilnehmern. Manuela Schwesig zu Besuch in einem Seniorenstift.]

Manuela Schwesig:

"Ich finde es ist eine gute Entwicklung, dass die Menschen in unserer Gesellschaft immer älter werden, denn sie ist ja Ausdruck dafür, dass die Lebenserwartung steigt, dass der Lebensstandard besser wird. Das ist das, was sich jede Generation für die nächste wünscht – "unseren Kindern soll es mal besser gehen". Das führt aber dazu, dass wir natürlich immer mehr Menschen haben, die immer älter werden. Das sind große Herausforderungen bei Gesundheit und Pflege. Aber es sind zum Glück auch immer mehr ältere fitter denn je. Und diese Menschen verfügen über einen unheimlichen Erfahrungsschatz, über viel Wissen und die Gesellschaft muss diesen Erfahrungsschatz für sich nutzen."