"JUGEND STÄRKEN im Quartier"

Projektbesuch "Drei Fliegen" in Detmold

Das Mikroprojekt "Drei Fliegen" aus Detmold ist eines von 1330 Mikroprojekten, die durch das ESF-Modellprogramm "JUGEND STÄRKEN im Quartier" gefördert werden. Jugendliche Trainerinnen und Trainer haben während einer dreitägigen Ferienspielaktion Nähkurse, Parcours-Trainings oder Theater-Workshops für Kinder angeboten - und durch die leitende Rolle neue Perspektiven gewonnen.

[Eine bunte Gerlande aus kleinen Fähnchen flattert im Wind. Im nächsten Augenblick eilen freudestrahlende Kinder auf uns zu.]

Die drei Fliegen war zunächst ein Arbeitstitel. Bei der ersten Fliege ging es darum, dass Jugendliche eine Chance bekommen, sich auszuprobieren, sich zu qualifizieren. Und die zweite Fliege beschäftigt sich damit, ein schönes Ferienangebot für Kinder zu machen. Die dritte Fliege hat als Schwerpunkt, den Stadtteil Familien aus der Stadt, die sonst nicht hierhin kommen, zu zeigen.

Es gibt so viele Vorurteile. Wir wollen einfach die Vorurteile verschwinden lassen.

Wir, die hier arbeiten, wissen, was für tolle Menschen es hier gibt und wie großartig diese Jugendlichen sind, aber das wird oft nicht gesehen.

Ich möchte den Jugendlichen vermitteln, dass sie eine andere Rolle einnehmen als die, die sie bisher hier hatten, nämlich die in der Leitungsposition. Dass sie den Kindern, mit denen sie arbeiten, zum Vorbild dienen. Und ihnen auch mit klaren Worten gut verständlich erklären, was sie machen möchten.

[Eine jugendliche Trainerin zeigt einem kleinen Mädchen, wie man eine Stoffkante bügelt und präzise mit der Schere schneidet.]

Ich möchte später gerne soziale Arbeit studieren und das ist eine gute Möglichkeit, hier mit den ganzen Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.

Die Hauptherausforderung ist, nicht mehr Jugendlicher zu sein, sondern Anleitung bzw. Teamer zu sein. Das heißt den Kindern zu sagen: "Wo geht's hier lang, was machen wir konkret."

Wir wollen den Kindern Spaß am Theater vermitteln, sodass sie aus sich hinauskommen und sich besser kennenlernen.

Meine Aufgabe ist, auf die kleinen Kinder aufzupassen, damit sie sich nicht verletzen und auch etwas lernen.

[Ein Junge setzt in einer Turnhalle zu einer Vorwärtsrolle an. Im nächsten Moment sehen wir einen Workshopleiter beim Überspringen eines Pauschenpferdes.]

Auf jeden Fall muss man Spaß am Sport haben - ganz klar. Erlernen muss man Geduld und ein Auge dafür zu bekommen, wer was gut kann und wer Hilfe braucht, damit man eben loben kann, was sehr motivierend ist oder eben verbessern kann.

Die Kinder haben auch alle sehr viel Spaß. Das bekommt man mit und das macht einen froh, weil man denen helfen kann und eher freundschaftlich zusammen ist als so: "Ich bin irgendwie ein Lehrer oder eine Autoritätsperson."

Ich kann mir vorstellen, dass ich das später auch als Beruf machen werde. Ich habe alles gelernt, was ich erlernen wollte.

Es macht mir Spaß und ich merke auch, dass es meine Aufgabe ist.

[Einer Werkstatthelferin wird während einer Ehrung ein Zertifikat überreicht, das ihr die Teilnahme am JUGEND STÄRKEN im Quartier Mikroprojekt bescheinigt. Ihr Blick zeigt Stolz und Freude.]

Die Jugendlichen werden damit zum Botschafter ihres Stadtteils.