Manuela Schwesig zur Verbesserung der Situation minderjähriger Flüchtlinge

Manuela Schwesig:

„Krieg, Bürgerkrieg und Terror auf der Welt wirken sich auch auf Deutschland aus. Nicht nur Erwachsene, sondern auch viele tausend Kinder und Jugendliche suchen Zuflucht bei uns. Viele von ihnen kommen alleine. Sie haben die Strapazen der Flucht hinter sich und schreckliches erlebt. Kinder und Jugendliche, die ihre Familien verlassen haben sind besonders schutzbedürftig. Ihre Heimat und ihre Familien können wir diesen Kindern nicht zurückgeben, aber wir können sagen: Willkommen, hier seid ihr sicher, hier seid ihr bei Freunden. Der Staat nimmt bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen die Rolle der Familie ein. Die Jugendämter in den Kommunen nehmen Sie in Obhut. Dazu gehört eine kindgerechte Unterbringung, Begleitung, Bildung und gesundheitliche Versorgung. Wir wissen, dass hoch engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort alles tun, um junge Flüchtlinge zu unterstützen. Aber sie stehen hier vor neuen, für eine Kommune kaum mehr zu bewältigenden Herausforderungen. Es fehlt mancher Orts schlicht an Personal und an weiteren Unterbringungsmöglichkeiten. Deshalb müssen wir helfen, damit unbegleitete Minderjährige überall so versorgt werden können, wie es ihrem Bedarf und dem Kindeswohl entspricht. Wir werden mit unserem Gesetz dafür sorgen, dass nicht einige wenige Kommunen, in denen besonders viele Flüchtlinge ankommen den Großteil dieser Aufgabe allein schultern müssen. Wir wollen die minderjährigen Flüchtlinge ohne Familie gerechter in Deutschland unterbringen. Sie sollen dorthin kommen, wo sie wirklich gut aufgenommen werden können. Vorrangig in dem Bundesland, in dem sie ankommen oder im nächstgelegenen Bundesland. Jedenfalls sollen die Wege so kurz wie möglich sein. Eine gerechtere Verteilung entlastet die Kommunen und hilft auch den Kindern und Jugendlichen, denn das Wohl der Kinder und Jugendlichen steht immer im Mittelpunkt.“