Manuela Schwesig stellt Eckpunkte des ElterngeldPlus vor

[Zu sehen ist eine Grafik, die die Säulen der geplanten Reform darstellt: Elterngeld, ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus und Elternzeit. Manuela Schwesig betritt den Konferenzsaal und begrüßt die anwesenden Journalistinnen und Journalisten. Kameraschwenk durch den Raum.]

"Auf dem Weg zur Familienarbeitszeit…" So überschreibt Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig die Vorstellung ihrer Eckpunkte zu den geplanten Reformen des Bundeselterngeldes und des Elternzeitgesetzes. Die Lebensentwürfe junger Eltern hätten sich maßgeblich verändert. Ein Kulturwandel solle  angestoßen werden für mehr Partnerschaftlichkeit und Zeit für Familie.

[Schnitt auf Manuela Schwesig.]

60 Prozent der Familien mit Kindern unter Drei wünschen sich eine partnerschaftliche Aufteilung der Erziehungsarbeit und der Zeit für den Job. Sie wollen, dass beide Partner im gleichen Umfang erwerbstätig sein können, aber auch Zeit für Familie und Haushalt haben. Aber nur 14 Prozent realisieren diesen Wunsch. Und ich möchte gerne, dass sich genau diese Schere zwischen den berechtigten Wünschen von Familien und der Lebensrealität, die dahinter zurücksteht, schließt.

[Schnitt auf einen Journalisten, der sich Notizen macht. Schnitt auf Manuela Schwesig, die die Fragen der Journalisten beantwortet.]

Ziel der Reformen ist es, flexible Modelle zu ermöglichen, die sich individuell auf die Familienbedürfnisse abstimmen lassen. Die Ministerin stellte die konkreten Maßnahmen im Einzelnen vor. Die Einführung von ElterngeldPlus, der Partnerschaftsbonus, die Flexibilisierung der Elternzeit und die Neuregelung des Elterngeldes bei Mehrlingsgeburten.

[Schnitt auf Manuela Schwesig.]

Und deswegen wollen wir mit dem ElterngeldPlus dafür sorgen, dass die die in der Elternzeit wieder einsteigen in den Job und Teilzeit arbeiten, doppelt so lange Elterngeld bekommen, mit dem ElterngeldPlus.

[Schnitt auf die Grafik mit den Säulen der geplanten Reform. Schnitt auf die Journalistinnen und Journalisten.]

Der Partnerschaftsbonus wendet sich an Eltern, die im oder nach Bezug des Elterngeldes, oder des ElterngeldPlus, partnerschaftlich in Teilzeit arbeiten wollen. Arbeiten beide Eltern gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden, bekommen sie vier zusätzliche ElterngeldPlus Monate.

[Schnitt auf Manuela Schwesig.]

Diese Idee, ElterngeldPlus mit den Partnerschaftsmonaten, flankieren wir mit einer flexibleren Elternzeit. Worum geht es: Sie wissen, dass man derzeit einen Anspruch hat auf drei Jahre Elternzeit, davon wird eben ein Teil der Elternzeit mit dem ElterngeldPlus finanziell unterstützt. Wir wollen dass es zukünftig möglich ist, dass man bis zu 24 Monate, also zwei Jahre Elternzeit bis zum achten Lebensjahr des Kindes übertragen kann. Es geht darum, dass man seine Elternzeit nicht in den ersten drei Jahren voll nehmen muss, sondern die Möglichkeit hat, ein Teil dieser drei Jahre auch nach hinten hinaus zu schieben, zu übertragen. Warum? Viele Mütter wünschen sich, das habe ich eben erklärt und an Zahlen verdeutlicht, eigentlich nach der Geburt dann auch zeitnah wieder einzusteigen in den Job. Aber viele Eltern spüren, dass vielleicht nochmal eine Phase auf sie zukommen kann, wo sie gerne nochmal Elternzeit nutzen würden, zum Beispiel wenn die Kinder zur Schule kommen.

Dritter und letzter Punkt in der Reform ist eine Reform des Elterngeldes für Mehrlingsgeburten. Zukünftig soll es, wie es immer angedacht war, auch für Mehrlingsgeburten das volle Elterngeld geben, den Mehrlingsbonus von 300 Euro und, und das ist neu, sie sollen aber auch noch zwei Partnerschaftsmonate Elterngeld erhalten, weil grade Eltern mit Mehrlingen natürlich noch mehr Zeit füreinander brauchen. Da sind vier Hände doch besser als nur zwei Hände, die unterstützen können.