Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Männerschuppen in Leinfelden-Echterdingen

Im Männerschuppen in Leinfelden-Echterdingen können Männer mit und ohne Demenz gemeinsam miteinander handwerken. Mehr als 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz haben es sich zur Aufgabe gemacht, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen ein besseres Leben mit ihrer Krankheit zu ermöglichen. 

[Der Männerschuppen in Leinfelden-Echterdingen ist von außen zu sehen.]

Wir sind hier im Männerschuppen. Hier werkeln, basteln und reparieren Männer ab 60, die handwerklich begabt oder interessiert sind mit oder ohne Demenz gemeinsam. Wichtig ist in so einem Projekt wie hier, dass die Männer miteinander arbeiten und es gar nicht um das Thema Demenz geht, sondern sie sich wieder als kompetent empfinden können und als Teil einer Gemeinschaft, so wie sie es früher beim Arbeiten hatten. Letztendlich ist es ja immer wichtig, wohnortnahe und auch kostengünstige Angebote zu machen vor Ort, weil Demenz noch sehr mit Tabu belegt ist. Deswegen braucht man solche niedrigschwelligen Angebote.

[Man sieht Männer beim Handwerken, die freundschaftlich miteinander umgehen. Die Männer führen verschiedene Tätigkeiten aus - sie sägen, pinseln und streichen.]

Menschen mit Demenz brauchen eine Tätigkeit, die sie kennen und aus der sie schöpfen können. Wir schaffen mit Holz, wir arbeiten mit Holz, wir streichen gerade eine Serie von Regalen. Wir machen eine Serie Steinkauz-Höhlen für den Naturschutzbund. Dabei werden die Talente, die die Männer Zeit ihres Lebens einfach gepflegt haben, hier weitergeführt. Man muss schon auch vielleicht manchmal 1-zu-1-Vorgänge vorgeben. Aber wenn’s dann mal läuft, wenn die Spur gefunden ist, spielt es keine Rolle mehr.

Man kann was arbeiten und man kann sich unterhalten.

Hier macht’s richtig Spaß.

[Einer der Männer streicht ein Regal mit einem Handroller weiß.]

Und mit dem Roller geht das perfekt.

Das ist sehr gemütlich.

Das ist ein Stammtisch.

[Der Bürgermeister kommt zu Besuch und begrüßt die Männer freundschaftlich.]

Die demografische Entwicklung spricht eine klare Sprache. Der Anteil der älteren und der alten Menschen wächst deutlich an und damit auch das Phänomen der Krankheit Demenz. Das Ziel ist, die immer mehr werdenden Betroffenen und vor allem auch deren Angehörige nicht alleine zu lassen. Deshalb auch dieses Netzwerk.

[Man sieht, wie alle zusammen die Werkstatt wieder aufräumen. Frau Schmitz bekommt ein Namensschild.]

Darunter sind wie gesagt 16 Partner gefasst, die vorher schon in anderen Arbeitskreisen zusammengearbeitet haben, aber über die Lokalen Allianzen haben wir uns halt entschieden: Jetzt machen wir tatsächlich zum Thema Demenz ein Netzwerk. Was wir einfach gemerkt haben, ist, dass diese gemeinschaftliche Zusammenarbeit zwischen Kommune, lokalen Anbietern, also professionellen Anbietern und bürgerschaftlich Engagierten einfach einen riesengroßen Wert hat.

Zum Thema Tabu sind die Allianzen für Demenz natürlich ein ganz entscheidender wesentlicher Schritt, um da auch weiterzukommen. Für uns hier in Leinfelden-Echterdingen hat es buchstäblich Auswirkungen gehabt. Und auch die Reputation und wo wir unsere Kundschaft herbekommen, basiert auf dem Netzwerk der Allianzen für Demenz.

[Nach dem Arbeiten sitzen die Männer und Frau Schmitz noch in ihrer Werkstatt zusammen und essen Wiener.]

Was ich hier im Männerschuppen einfach klasse finde, ist, dass dieser Humor und die Lebensfreude immer wieder durchblitzt bei den Männern, weil man merkt, dass sie sich wohlfühlen und angenommen fühlen.