Berlinale 2018

Kultur will Wandel!

Am 19. Februar hat Dr. Katarina Barley an der Veranstaltung "Kultur will Wandel - eine Gesprächsrunde zu sexueller Belästigung in Film, Schauspiel und Bühne" im TIPI am Kanzleramt teilgenommen. Anlässlich der Berlinale 2018 hielt sie dort vor vielen Film- und Medienschaffenden eine Rede zum Thema Geschlechtergerechtigkeit in der Kulturwirtschaft. Ziel der Veranstaltung von Pro Quote Film, der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und dem Bundesverband Schauspiel e.V. war es, ungleiche Machtverhältnisse zu benennen und mögliche Wege hin zu einer paritätischen Kulturbranche aufzuzeigen. Für die Teilnehmenden stand fest: Kultur braucht und will den Wandel!

[Man sieht das TIPI am Kanzleramt von außen. Es erscheinen die Einblendungen "Berlinale 2018", "Kultur will Wandel!", "Für Chancengleichheit in der Kulturwirtschaft", "Machtverhältnisse verändern" und "#ProQuote #Berlinale". Dazu sind verschiedene Eindrücke der Veranstaltung zu sehen.]

Wandel in der Kulturwirtschaft gehört als Thema auf die Berlinale. Belästigung von vor allen Dingen Schauspielerinnen ist ein großes Thema. Das wissen wir schon lange, aber es ist viel zu spät öffentlich geworden. Deswegen ist es wichtig, dass wir dies jetzt umfassend aufarbeiten.

[Gäste der Veranstaltung, Akteurinnen und Akteure der Filmbranche, Filminteressierte und Podiumsgäste unterhalten sich auf einem GetTogether miteinander. Auch Schauspielerin Jasmin Tabatabai spricht mit Gästen.]

Es ist sehr wichtig, dass Männer in diesem Thema mitgehen, weil ohne die Männer werden wir das nicht schaffen und wir wollen es auch nicht ohne die Männer schaffen. Wir wünschen uns einen Dialog auf Augenhöhe mit den Männern. Wir wollen gemeinsam Kultur schaffen.

[Auch Schauspieler Paul Frielinghaus unterhält sich angeregt auf einem GetTogether. Publikumsgäste stellen Fragen an das Podium.]

Wandel in der Kulturwirtschaft ist auch für mich sehr wichtig, weil es nicht sein kann, dass irgendetwas auf Kosten anderer zustande kommt. In dem Fall sind es oft Frauen – aber nicht nur.

[Schauspielerin Natalia Wörner ist zu Gast und spricht auf dem Podium. Eine Frau aus dem Publikum stellt eine Frage.]

Es geht um Machtmissbrauch. Es betrifft uns Männer genauso. Ich habe das auch erlebt als Mann.

Die Menschenwürde muss gewahrt sein. Es ist einfach das A und O.

[Eine Kamerafrau zeichnet die Podiumsdiskussion mit.]

Wandel in der Kulturwirtschaft erreichen wir, indem sich insbesondere Frauen zu Wort melden. Es geht darum, dass Autorinnen Geschichten aus Frauenperspektiven erzählen, es geht darum, dass Regisseurinnen und Produzentinnen den größeren Anteil auch an öffentlichen Fördergeldern bekommen, also es ist ein ganzer Strauß von Dingen, die diesen Wandel darstellen, den die Kultur braucht.

Ich wünsche mir, dass Frauen gleichberechtigter beschäftigt werden, dass die Filmförderung gerechter verteilt wird und dass mehr Frauen in Spitzenpositionen gelangen können.

[Herr Meyer spricht diskutiert auf der Podiumsdiskussion mit.]

Ich möchte selbst, wenn ich Filme sehe, interessante Menschen sehen – Männer und Frauen. Menschen mit interessanten Ansichten, mit interessanten Berufen oder auch weniger interessanten Berufen, aber interessanten Ansichten und interessanten Lebensläufen. So vielfältig wie Menschen sind, das möchte ich abgebildet sehen.

Ich bin eigentlich ganz optimistisch jetzt gerade über diese Veranstaltung heute für die Zukunft. Aber es ist auch ganz wichtig, dass wir alle mehr zusammenhalten. Hinschauen das Maul aufmachen.

Kulturwandel gelingt uns, indem wir anfangen, erwachsen einander zuzuhören, miteinander auf Augenhöhe umgehen lernen und zuhören. Zuhören!

[Es erscheint die Einblendung "Weitere Informationen www.bmfsfj.de".]