Chancengleichheit für Jugendliche

Jugendmigrationsdienste: Gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen

Bundesweit begleiten mehr als 450 Jugendmigrationsdienste junge Menschen mit Migrationshintergrund - darunter auch nach Deutschland Geflüchtete - mit einem vielschichtigen Angebot, um ihnen Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

[Verschiedene Aufnahmen von Köln. Die jugendliche Protagonistin des Videos sitzt am Rand eines Fußballplatzes. Die jugendlichen Protagonisten des Videos laufen gemeinsam durch die Stadt, schauen auf den Rhein, unterhalten sich und machen Bilder mit ihren Smartphones.]

Ich war ganz alleine und ich war ganz jung.

In deinem Heimatland ist Krieg. So kannst du nicht leben.

Es gibt Leute mit Glück und Leute ohne Glück.

Mein Vater ist nicht freiwillig hergekommen, sondern weil im Irak Krieg ist.

[Die Jugendlichen laufen durch die Stadt. Sie zeigen sich gegenseitig ihre Heimatländer auf einer Weltkarte.]

Ja, ich bin Saud und ich bin seit 4 Jahren in Deutschland. Ich komme aus einer großen Familie, wir sind zwölf Personen, also eigentlich vierzehn. Sechs Brüder und sechs Schwestern.

[Jugendliche am Bahnhof und gemeinsam in der U-Bahn. Sie unterhalten sich.]

Erstmal vermisse ich meine Mutter und meinen Vater, danach Essen und Freunde, weil ich bis 15 Jahre in meinem Heimatland war und danach alleine hergekommen bin und das ist sehr schwer.

[Die Jugendlichen beim Unterricht hören der Lehrerin zu, die an der Tafel steht und erklärt.]

Ich bin seit 4 Jahren in Deutschland. Ich gehe zur Schule und besuche zurzeit das Berufskolleg Humboldtstraße.

In Syrien sagen die Leute immer Deutschland, Deutschland, Deutschland. Ich habe gedacht, Deutschland ist perfekt.

Als ich nach Deutschland kam, habe ich mich fremd gefühlt.

Ich kannte auch niemanden hier und hatte wenige Freunde.
[Die Schülerinnen und Schüler unterhalten sich während des Unterrichts und lösen gemeinsam Aufgaben.]

Ja, ich habe mich nicht getraut auf der Straße jemanden kennenzulernen. Ich konnte die Sprache nicht.

Ich hab hier acht Monate Deutsch gelernt bei JMD.

Hier kann man Sprachkurse machen.

Ich bin nur seit einem Jahr hier in Deutschland und kann gut Deutsch sprechen und lesen und schreiben. Aber die ersten Tage waren sehr schwierig und die Schule auch.

[Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Herkunft lesen und schreiben.]

Ich habe das erste Jahr nicht so viel gelernt, ich war zu faul. Ich dachte, ich will das nicht, die Sprache lernen, das ist schwer. Aber macht es nicht, wie ich das gemacht habe.

Wenn man kein Deutsch kann, kann man nichts machen in Deutschland. Nicht arbeiten, kein Geld.

[Jugendliche laufen über eine Brücke und bewundern die vielen Vorhängeschlösser. Sie lachen und machen Fotos.]

Es gibt viele Unterschiede zwischen Irak und Deutschland. Das Leben war einfacher, hier in Deutschland muss man mit Papieren leben. Das finde ich ein bisschen komplizierter. Ich habe viele Briefe vom Ausländeramt bekommen. Das war sehr schwer, ich kannte JMD nicht. Der Jugendmigrationsdienst macht Begleitungen zur Ausländerbehörde, Jobcenter, Arbeitsamt. Also, ihr müsst eigentlich nicht alleine hin, immer wenn ihr euch nicht traut, hinzugehen.

[Die Jugendlichen kommen in das Büro des JMD. Im Büro unterhalten sie sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und anderen Jugendlichen.]

Du kannst einfach hinkommen und deine Termine zeigen, vielleicht kann jemand hier mit dir gehen. Du brauchst keine Angst zu haben und wenn du Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hast, wird dir bei den Anträgen ganz gut geholfen, weil das sind echt schwierige Sachen, dabei habe ich auch selber Schwierigkeiten.

[Mitarbeiter des JMD beraten Jugendliche. Großaufnahme von Informationsprospekten.]

Wenn ihr Fragen habt zu Lebenslauf, Bewerbung oder Formulare ausfüllen könnt ihr einfach in den JMD kommen und die helfen euch dabei.

[Ein Mitarbeiter des JMD hilft einem Jugendlichen beim Ausfüllen eines Antrages. Protagonistin auf einem Klettergerüst.]

Was ich auch gut finde, hier gibt es für jede Sprache Übersetzer oder die Mitarbeiter können selber verschiedene Sprachen.

Ich habe keine Angst, wenn ich bei JMD bin. Ich habe keine Angst.

Man kann halt die Sachen sagen, bei denen man anderen nicht vertrauen kann.

Ja, sie sind gute Leute.

Sie sind alle hier voll nett, man hat sogar dabei Spaß.

[Verschiedene Aufnahmen der Jugendlichen im Büro des JMD. Man sitzt gemeinsam in der Küche und unterhält sich. Alle freuen sich.]

Die Mitarbeiter machen echt viel Motivation. Bei allen Sachen. Zum Beispiel bei meinem Führerschein – dreimal durchgefallen. Ich wollte aufgeben, dann haben die alle mich motiviert.

Ich würde eine Ausbildung bei der Bäckerei machen, weil das gefällt mir. Ich habe zwei Wochen Praktikum gemacht bei einer Bäckerei. Das macht mir Spaß. Backen, kleine Brötchen, sehr lecker und warm kannst du sie essen. Sehr lecker.

[Aufnahmen der Jugendlichen im Alltag. Gemeinsamer Ausflug in die Stadt. Jugendliche auf dem Spielplatz, im Einkaufszentrum.]

Ich werde mit Abitur anfangen oder vielleicht auch eine Ausbildung machen. Ich möchte gerne Sozialpädagogik studieren.

Ich möchte weitermachen, 10. Klasse Realschulabschluss machen. Danach suche ich eine Ausbildung in Deutschland.

Wenn das klappt mit Studium mit Abschluss dann möchte ich gerne als Sozialarbeiter hier arbeiten.

Ich weiß, dass ich hier sicher bin und dieses ganze Gedulden, dieses ganze Warten bringt am Ende was.

Ja Leute, hört nicht auf Deutsch zu lernen, ihr werdet es auf jeden Fall schaffen.

Holt euch Hilfe vom JMD.

Egal welchen Aufenthaltsstatus du hast, es gibt immer in deiner Nähe einen Jugendmigrationsdienst, der dir hilft.

Sag nicht, wir schaffen das nicht.

Das werdet ihr auch können und das fühlt sich gut an.

[Weiterführende Informationen zum JMD für betroffene Jugendliche]