Zwischenbilanz

Hilfe für Schwangere in Not kommt an

6500 Telefon-Beratungen, 2200 Beratungen vor Ort, 570 vertrauliche Geburten: Die Zahlen zeigen, dass das "Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt" wirkt. Fünf Jahre nach dessen Einführung blickten Fachleute auf einem Kongress auf die erzielten Erfolge. Nun sollen die bestehenden Angebote und Hilfen noch bekannter gemacht werden.

[Dr. Franziska Giffey, Lisa Sophie Laurent und andere Beteiligte betreten den Veranstaltungsschauplatz, schütteln Hände und begrüßen sich. Die Bundesfamilienministerin ergreift das Wort am Rednerpult. Das Publikum hört gebannt zu.
Dr. Franziska Giffey führt eine Podiumsdiskussion mit mehreren Damen auf der Bühne.]

Hier werden heute fünf Jahre Hilfen für Schwangere gefeiert und ich habe vorhin schon ein Interview mit Frau Dr. Giffey geführt, in dem wir gerade drüber gesprochen haben, wie das ist für die junge Zielgruppe, wie sie das Ganze wahrnehmen.

[Lisa Sophie Laurent und Dr. Franziska Giffey unterhalten sich und stellen dabei das Hilfetelefon für Schwangere vor.]

Ja, Lisa Sophie ist in der Generation der Mitzwanzigjährigen und hat einen großen Zugang zur jungen Community. Wir erleben immer wieder, dass gerade bei den ungewollten Schwangerschaften auch viele Minderjährige dabei sind – sehr, sehr junge Frauen. Und wenn sie sich dafür einsetzt, dass das Hilfetelefon "Schwangere in Not" und auch die Möglichkeit der vertraulichen Geburt bekannt gemacht wird, dann ist das für uns ein sehr wichtiger Weg, auch an unsere jungen Zielgruppen heranzukommen und jungen Frauen, die in Not sind, die Unterstützung zu geben, die sie tatsächlich auch brauchen.

[Lisa Sophie Laurent ist zunächst auf der Bühne mit der Bundesfamilienministerin, spricht ins Mikrofon. Im Anschluss führt sie vor der Kamera ein Interview.]

Ich habe vieles aus der Praxis gehört, wie wirklich auch in den Einzelfällen vorgegangen wird, in welchen Schritten geholfen wird, dass z.B. auch geguckt wird, wo der nächste Rettungssanitäter in der Nähe ist oder wie es auch teilweise in den Lebensrealitäten der Leute aussieht: Wenn man dann zum Beispiel ganz lange versucht, einen Bauch zu verbergen oder die Familiensituation einfach so ist, dass man nicht offen darüber reden kann. Das ist schon krass zu hören.

[Frauen aus dem Publikum hören zu, filmen das Geschehen mit ihren Handys und machen sich Notizen. Auch andere Damen sind am Mikrofon und tauschen sich zu dem Thema aus.]

Es geht hier um Schwangere, die sich in einer Notlage befinden, die ungewollt schwanger sind und ihr Kind nicht selbst behalten können oder wollen - dass sie es unter medizinischer Versorgung, Beratung und Betreuung zur Welt bringen und dann eben auch gut für das Kind gesorgt ist.

[Nach den Podiumsgesprächen geht es in eine lockere Diskussion. Menschen unterhalten sich in Gruppen miteinander, auch mit der Bundesfamilinienministerin.]

Es sind vor allem sehr, sehr unterschiedliche Fälle. Das kann Angst sein, dass es der Arbeitgeber erfährt oder dass die Familie davon erfährt oder dass jemand im Dorf davon erfährt.

[Menschen unterhalten sich angeregt.]

Wir haben in den letzten fünf Jahren, seit das Gesetz in Kraft getreten ist, 570 Babys in Deutschland gehabt, die mit der vertraulichen Geburt zur Welt gekommen sind und das ist ein großer Erfolg für dieses Gesetz.

[Menschen schauen sich verschiedene Tafeln mit thematisch passenden Grafiken an.]

Als erstes Ziel wird erreicht, dass Frauen an das Hilfesystem herangeführt werden und als zweites Ziel wird erreicht, dass die Zahl der anonymen Kindsabgaben gesunken ist, deutlich unter den Trend, der zu erwarten gewesen wäre.

Ich würde mir einfach generell wünschen, dass viel offener über diese Themen gesprochen wird, also dass gerade diese Ängste gar nicht erst entstehen müssen und auch schon viel früher und niedrigschwelliger herangegangen wird an das Thema.

[Dr. Franziska Giffey sammelt Stimmen aus dem Publikum.]

Wer in Not ist, bestimmt nicht irgendwer, sondern die Person, die Schwangere, die betroffen ist und sich einfach alleine fühlt und viele Fragen hat, ist berechtigt, dort anzurufen. Jede, die Hilfe und Unterstützung braucht in so einer Ausnahmesituation, soll die Unterstützung bekommen, die sie braucht und dafür auch ein bisschen die Hemmschwelle, die Angst zu nehmen und zu sagen "Du kannst da anrufen! Es ist anonym, es ist kostenlos, es ist rund um die Uhr und es sind achtzehn Sprachen, in denen hier beraten und unterstützt wird und weitere Hilfe auch gegeben wird", das ist die Botschaft des heutigen Tages.

[Dr. Franziska Giffey und Lisa Sophie Laurent verlassen das Gebäude über ein Treppenhaus.]