Girls'Day und Boys'Day 2014

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[Die beiden Kinder Charlotte und Henning gehen zusammen mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig in ihr Ministerbüro.]

Sprecher:

Charlotte und Henning begleiteten die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig am Girls'Day und Boys'Day durch ihren Alltag als Ministerin. Hier im Ministerbüro. Die Berufswünsche der beiden Kinder folgen noch klassischen Modellen.

[Charlotte und Henning werden nach ihren Berufswünschen gefragt.]

Charlotte:

Momentan würde ich entweder gerne Ärztin, vor allem Kinderärztin oder vielleicht auch was anderes, oder Journalistin werden

Henning:

Fußballer, aber halt auch so Pilot finde ich gut, weil es ist bestimmt lustig so im Flugzeug zu sitzen.

Sprecher:

Um diese Rollenklischees aufzubrechen soll der Girls' und Boys'Day Jungen und Mädchen Berufe näher bringen, die bisher überwiegend nur von einem Geschlecht ausgeübt werden.

[Zusammen mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sieht man Jugendliche bei einer Schulungsveranstaltung im Simulations-Operationssaal. Beschäftigte der Klinik erklären den Jugendlichen etwas. Schnitt auf Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.]

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig:

Ich finde den Girls'Day und den Boys'Day total wichtig, weil es der Tag ist, an dem Mädchen und Jungs in Berufe schnuppern können, die nicht so typisch für ihr Geschlecht sind. Ich finde es ist überholt zu sagen rosa ist Mädchen blau ist Jungs. Krankenpflege ist Mädchen, Chefarzt ist Jungs, sondern ich finde es wichtig, dass man Rollen tauscht und dass Mädchen und Jungen in Berufe schnuppern können und sich später für einen Beruf entscheiden zu dem sie Lust haben und nicht der angeblich zu Frauen oder Männern gehört.

[Eine Ärztin erläutert etwas, Manuela Schwesig und Teilnehmerinnen des Girls'Day hören aufmerksam zu. Chirurgische Instrumente und Bilder aus dem Simulations-Operationssaal sind zu sehen.]

Sprecher:

Unternehmen nutzen zunehmend den Girls'Day sowie den Boys'Day, um über ihren Berufsbereich zu informieren und zu begeistern. Der Nachwuchs von morgen soll Aufmerksam gemacht werden. Beispiel: Herzchirurgie. Auf 100 Chirurgen komme nur ungefähr eine Chirurgin in Deutschland so Professor Dr. Roland Hetzer. Am deutschen Herzzentrum Berlin durften sich Mädchen ein Bild verschaffen von der Operation am offenen Herzen und einer Operateurin zur Hand gehen. Sägen, Brennen, Nähen, ein eher handwerklicher Beruf.

[Charlotte spricht über ihre Erfahrungen beim Girls'Day.]

Charlotte:

Durch diese Erfahrung, ich glaube man braucht halt sehr viel Konzentration und ruhige Hände und so ruhig sind meine Hände jetzt nicht unbedingt und ich glaube das müsste man eher üben, so als wärst du Handwerker und müsstest ein Auto reparieren.

[Szenen aus dem Simulations-Operationssaal. Ein Klinikbeschäftigter zeigt Teilnehmern des Boys'Day etwas.]

Sprecher:

Beispiel: OP-Pfleger. Nicht nur die Pflege von Kranken und Alten ist fest in weiblicher Hand, sondern auch die Assistenz im OP-Saal. Beim Boys'Day sollen auch Jungs Einblicke in die Berufswelt von OP-Pflegern und OP-Pflegerinnen erhalten.

[Schnitt auf Henning.]

Henning:

Es gibt glaube ich bessere Berufe als das, also für mich, finde ich, aber ich würde auch das machen.

[Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die Jugendlichen sowie Beschäftigte der Klinik sind im Simulations-Operationssaal zu sehen.]

Sprecher:

Damit die Rollenbilder nicht festgefahren bleiben, sorgen am Girls' und Boys' Day bundesweit über 14.000 Veranstaltungen für Einsichten in vermeintliche Berufe, die nur einem Geschlecht vorbehalten scheinen.