Gesamtkonzept gegen sexuelle Gewalt

[Zu sehen ist Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig bei einer Pressekonferenz, zusammen mit dem unabhängigen Missbrauchsbeauftragten Johannes-Wilhelm Rörig.]

„Gemeinsam gegen Missbrauch“ Zusammen mit dem Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten Johannes-Wilhelm Rörig stellte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig ein Gesamtkonzept vor, das verschiedene Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt und Kindesmissbrauch bündeln soll.

Die Kinder brauchen unsere Hilfe und Unterstützung und auch Erwachsene brauchen Hilfe und Unterstützung und dazu müssen alle Beteiligten über Zuständigkeiten hinausdenken und zusammenarbeiten. Ich möchte ihnen dieses Konzept gerne vorstellen. Es besteht aus fünf Säulen. Erstens das Strafrecht, zweitens das Strafverfahren, drittens das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Schutz, viertens die Beratung und Unterstützung und fünftens das Thema digitale Medien.

Das Gesamtkonzept sieht vor, dass Maßnahmen ausgeweitet und verzahnt werden, um möglichst keine Schutzlücke entstehen zu lassen, denn sexualisierte Gewalt findet überall in der Gesellschaft statt.

[Zu sehen ist der unabhängiger Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig.]

Ich möchte mal formulieren, vor sexualisierter Gewalt, sichere Schulen, Kitas, Kirchengemeinden oder Sportvereine werden wir nur dann bekommen, wenn wir die Schulleitung und die Vereinsvorstände, die Einrichtungsleitungen dazu gewinnen, Schutzkonzepte, die sie eben auch angesprochen haben in den Alltag, in den Schulalltag, in den Alltag des Vereins, der Kita fest einzubauen.

Am Abend trafen sich zahlreiche Gäste zum ersten Jahresempfang des Unabhängigen Beauftragten, um gemeinsam mit Betroffenen, Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Medien mit einer Unterschriftenaktion ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen zu setzen. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig unterstrich dabei die Wichtigkeit von präventiven Maßnahmen aber auch therapeutischen Angeboten.

[Zu sehen ist Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.]

Es ist außerdem wichtig über die Täter zu sprechen, über angemessene Bestrafung aber auch über Therapie. Wir stellen zum Beispiel fest, dass die Täter immer jünger werden. Projekte wie „Kein Täter werden“ müssen auf diese Veränderung reagieren. Ich will nochmal in Erinnerung rufen, dass das Projekt an der Charité, das sogenannte Dunkelfeld-Projekt „Kein Täter werden“ auch ein Vorschlag vom runden Tisch war, sich dem Phänomen zu widmen, dass es ja auch Täter gibt, oder potenzielle Täter, die das für sich Erkennen, aber auch gar keine Möglichkeit haben das zu artikulieren und sich Hilfe zu suchen.

Das Bundesfamilienministerium unterstützt das Projekt „Kein Täter werden“ finanziell, begleitet aber auch andere Maßnahmen, wie zum Beispiel iKIZ. Hier sollen Jugendliche und Kinder über Gefahren, wie die Verletzung von Persönlichkeitsrechten im Internet aufgeklärt werden. 

Und deshalb müssen wir uns darum kümmern, dass wir unzulässige Inhalte auch auf internationalen Plattformen schneller löschen, das ist leichter gesagt als getan. Wir müssen sozusagen auch international zusammenarbeiten und deshalb werde ich dazu ein Netzwerk unter dem Dach unseres Zentrums für Kinderschutz im Internet - dem iKIZ – einrichten zusammen mit den Internetbeschwerdehotlines und den Unternehmen. Es ist für mich wichtig, dass wir bei diesem Thema in den nächsten Jahren vorankommen. Ich weiß, dass sie das gleiche Ziel haben. Kinderschutz gelingt nur, wenn alle mitmachen. Jeder an seiner Stelle, jede in ihrem Bereich. Das ist das Anliegen meines Gesamtkonzeptes. Es soll genau das ausstrahlen, dass wir gemeinsam in und an verschiedenen Bereichen vorangehen müssen. Tun wir etwas gemeinsam, denn es geht nur gemeinsam, gemeinsam gegen sexuelle Gewalt, gemeinsam gegen Missbrauch.