Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz Generationentreff in Enger

Im Generationentreff in Enger werden die besonderen Fähigkeiten von Menschen mit Demenz gefördert. Mehr als 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz haben es sich zur Aufgabe gemacht, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen ein besseres Leben mit ihrer Krankheit zu ermöglichen.

[Man sieht Männer und Frauen unterschiedlicher Altersstufen, die zusammensitzen und miteinander sprechen.]

Günter Niermann:

Also wir haben zunächst einmal 2006 die Alzheimer-Beratungsstelle gegründet, haben eine Strukturanalyse gemacht und haben uns gefragt: Was gibt es denn für Angebote in Enger in unserer Stadt? Was gibt es aber auch vor allen Dingen für Angebote, die sich um die Fähigkeiten der Menschen kümmern. Die Defizite sind nicht das Problem. Ich denke da haben wir Pflegedienste, haben stationäre Einrichtungen, aber wer kümmert sich hier eigentlich um die Fähigkeiten? Wir haben Gesprächskreise für pflegende Angehörige, wir haben eine Gruppe für Frühbetroffene, wir machen häusliche Beratung, wir machen Telefonberatung. Wir haben ein Notfalltelefon – gerade am Wochenende. Darüber hinaus haben wir natürlich Angebote wie Frühstück, wir machen Reisen, wir haben eine Radgruppe, wir machen Sport und Bewegung. Wir haben verschiedene Projekte – generationenübergreifend. Wir haben offene Maltreffen. Das Wort “offen“ ist ein ganz wichtiger Punkt, weil ich glaube unsere Aufgabe ist es, die Menschen in unsere Gemeinschaft zu integrieren.

[Man sieht Kinder, die mit Älteren zusammen malen.]

Günter Niermann:

Also dieses Projekt “Alt & Jung – gemeinsam gestaltet“ – hier kommen Kinder aus dem Kindergarten, hier kommen Menschen aus einer stationären Einrichtung mit Demenz, sie kommen vom Generationentreff Enger. Aber wir haben doch festgestellt, dass gerade dieses Unkomplizierte der Kinder gerade für die Menschen mit Demenz etwas Wunderbares war, wieder ins Gespräch zu kommen.

[Kinder und Erwachsene malen etwas und benutzen diese als Stempel.]

Kind:

Wir haben Bilder gestempelt.

Kind:

Die sind echt toll.

Frau:

Ich liebe Kinder.

Kind:

Das gefällt mir.

[Es sind Aufnahmen von Sportgruppen zu sehen.]

Günter Niermann:

Sport und Bewegung in der Woche tut, glaube ich, jedem Menschen gut – gerade bei dem Thema Demenz ist Bewegung ein ganz wichtiger Moment. Aber was bei uns das wichtigste dabei ist, ist der soziale Kontakt.

Jennifer Mester:

Das besondere hier ist im Grunde, dass wirklich Leute zusammenkommen, die so im sportlichen Bereich schon nicht mehr viel machen können und die wirklich Freude dran haben, sich einfach in der Gruppe zu treffen.

[Die Sportgruppe dehnt sich mit Fitnessbändern. Dabei entsteht ein bunter Stern.]

Mann:

Die Gruppe ist schön, ist gut gemischt – Jung und Alt, manche mit Behinderungen, manche ohne.

Mann:

Hier ist lustige Stimmung. Macht Spaß.

Günter Niermann:

Wir haben hier in Enger 190 Veranstaltungen im Jahr, die sich um dieses Thema Demenz herum ranken. Und da sind Menschen ohne Demenz dabei, da sind Menschen mit und ohne Behinderung dabei und mit Demenz. Das ist vollkommen egal. Sich in der Kommune zu vernetzen auch aus dem Grunde, weil die Hilfeleistungs-Angebote müssen in der Kommune greifen, wo der Mensch wohnt. Und wir haben uns dann vernetzt zunächst einmal mit dem Haus Stephanus – einer stationären Altenpflege-Einrichtung in Hiddenhausen. Träger ist das Evangelische Johanneswerk und haben mit der Hausleitung, Frau Manuela Schock, zusammen ein Projekt “Kraftquellen in der Demenz“ genannt. Dieses Projekt “Kraftquellen in der Demenz“ beschäftigt sich überregional mit den neuen Kommunen im Kreis Herford, um eine interkommunale Vernetzung herbeizuführen. Um diese Vernetzung aber herbeizuführen, ist es aber wichtig, die Bürgermeisterin, den Bürgermeister und natürlich auch den Landrat für so ein Projekt zu gewinnen.

[Viele Menschen sitzen bei Kaffee und Kuchen und lachen zusammen.]

Jürgen Müller:

Wir sind flächenmäßig ein kleiner Kreis. Wir haben Überschneidungen in unseren Gebieten der Städte und Gemeinden. Wir haben im Kreis ein unheimlich unterschiedliches ehrenamtliches Engagement. Und dass wir in diesem flächenmäßig kleinen Kreis die Angebote, die wir in Vlotho, die wir in Löhne oder in Herford haben, auch miteinander austauschen können.

Thomas Meyer:

Es bezieht sich ja eben auch auf das Thema “Menschenfreundliche Kommune“, wenn wir das mal so bezeichnen wollen und Menschenfreundlichkeit heißt eben auch, nicht nur eben sich auf spezielle Gruppen zu beziehen, sondern eigentlich alle Menschen zu betrachten, die hier in unserer Stadt wohnen und damit auch dieses Thema Demenz breit zu streuen in der Thematik.

Günter Niermann:

Wenn wir hier so Angehörige manchmal haben, wenn die herkommen mit ihren Betroffenen, in welch einer Verfassung die Menschen hier sind. Es ist ja auch das Problem: Man wartet immer bis nichts mehr geht. Und man muss sich ja auch die Situation dieser Angehörigen vorstellen. Die können das Haus ja zum Teil nicht mehr verlassen. Darum müssen wir immer weiter entwickeln und das können wir nur mit den Menschen indem wir fragen: Was braucht ihr, was möchtet ihr?

[Es sind Ausschnitte zu sehen, in denen Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft miteinander basteln, Sport machen und sich unterhalten.]